StatPearls2026

Systemisches inflammatorisches Syndrom (SIRS): StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das systemische inflammatorische Response-Syndrom (SIRS) stellt eine überschießende Immunantwort des Körpers auf verschiedene Stressoren dar. Laut der StatPearls-Leitlinie kann diese Reaktion sowohl durch infektiöse als auch durch nicht-infektiöse Auslöser wie Traumata, Operationen oder Malignome bedingt sein.

Ziel dieser Entzündungsreaktion ist es ursprünglich, den schädigenden Reiz zu lokalisieren und zu eliminieren. Ein dysregulierter Zytokinsturm kann jedoch zu einer massiven Entzündungskaskade führen, die eine reversible oder irreversible Organdysfunktion zur Folge hat.

Historisch wurde SIRS in Kombination mit einer vermuteten Infektion als Sepsis definiert. Die Leitlinie weist darauf hin, dass neuere Definitionen (Sepsis-3) den Fokus stärker auf lebensbedrohliche Organdysfunktionen legen, die SIRS-Kriterien aber weiterhin für eine frühe klinische Triage nützlich sind.

Empfehlungen

Diagnostik

Die Leitlinie definiert das Vorliegen eines SIRS, wenn mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind:

ParameterKriterium für SIRS
Körpertemperatur> 38 °C oder < 36 °C
Herzfrequenz> 90 Schläge/Minute
Atemfrequenz> 20 Atemzüge/Minute oder PaCO2 < 32 mmHg
Leukozytenzahl> 12.000/µL, < 4.000/µL oder > 10 % unreife Formen (Stabkernige)

Zur weiteren Evaluation wird die Bestimmung von Biomarkern empfohlen. Procalcitonin (PCT) wird laut Leitlinie als nützlich erachtet, um zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Ursachen zu unterscheiden.

Initiale Therapie und Volumengabe

Bei Verdacht auf einen septischen Schock wird eine sofortige hämodynamische Stabilisierung empfohlen. Die Leitlinie rät zu folgenden Maßnahmen:

  • Initiale Flüssigkeitsgabe von 30 ml/kg isotoner Kristalloidlösung als Bolus

  • Steuerung der weiteren Volumengabe durch dynamische Parameter (z. B. passive Beinhebung, Ultraschall der Vena cava inferior)

  • Einsatz von Vasopressoren wie Norepinephrin bei anhaltender Hypotonie

Antiinfektive Therapie und Blutzuckerkontrolle

Sobald eine infektiöse Ursache vermutet wird, empfiehlt die Leitlinie eine rasche antimikrobielle Therapie. Dabei gelten folgende Grundsätze:

  • Abnahme von Blutkulturen vor Beginn der Antibiose

  • Beginn einer empirischen Breitbandantibiose innerhalb der ersten Stunde

  • Zeitnahe Deeskalation nach Vorliegen der Kulturergebnisse

Zusätzlich wird ein Blutzuckerzielwert von unter 180 mg/dl empfohlen. Eine strikte Blutzuckereinstellung (80 bis 110 mg/dl) wird aufgrund des Hypoglykämierisikos nicht mehr empfohlen.

Supportive Maßnahmen

Bei therapierefraktärem septischem Schock kann laut Leitlinie der Einsatz von niedrig dosierten Kortikosteroiden (200 bis 300 mg/Tag Hydrocortison) erwogen werden. Weitere empfohlene supportive Maßnahmen umfassen:

  • Lungenprotektive Beatmung bei ARDS

  • Frühe enterale Ernährung innerhalb von 72 Stunden

  • Pharmakologische Thromboseprophylaxe und Stressulkusprophylaxe

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie ist, dass die Vitalparameter bei extremen Altersgruppen oder durch die Einnahme von Medikamenten wie Betablockern falsch negativ ausfallen können. Es wird daher empfohlen, die Parameter im Verlauf engmaschig zu kontrollieren. Zudem wird davor gewarnt, eine strikte Blutzuckereinstellung (80 bis 110 mg/dl) anzustreben, da dies mit einer erhöhten Mortalität durch Hypoglykämien assoziiert ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie liegt ein SIRS vor, wenn mindestens zwei von vier Kriterien erfüllt sind. Dazu zählen spezifische Abweichungen bei der Körpertemperatur, der Herzfrequenz, der Atemfrequenz sowie der Leukozytenzahl.

Ein SIRS wird als Sepsis bezeichnet, wenn zusätzlich eine vermutete oder nachgewiesene Infektionsquelle vorliegt. Die neuere Sepsis-3-Definition fokussiert sich zudem auf das Vorliegen einer lebensbedrohlichen Organdysfunktion.

Die Leitlinie hebt Procalcitonin (PCT) als besonders nützlich hervor, um infektiöse von nicht-infektiösen SIRS-Ursachen zu unterscheiden. Auch Laktat wird zur Beurteilung der Gewebehypoperfusion routinemäßig empfohlen.

Es wird eine initiale Volumengabe von 30 ml/kg Körpergewicht als isotoner Kristalloid-Bolus empfohlen. Die weitere Steuerung sollte laut Leitlinie über dynamische Parameter wie die passive Beinhebung erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt den Beginn einer empirischen Breitbandantibiose innerhalb der ersten Stunde nach klinischem Verdacht. Zuvor sollten zwingend Blutkulturen abgenommen werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Systemic Inflammatory Response Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien