StatPearls2026

Radiojodtherapie (I-131): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt den Einsatz von Natriumjodid I-131 (Radiojodtherapie) zur Behandlung der Hyperthyreose und als adjuvante Therapie beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom.

Das Ziel der Therapie ist die Ablation von verbliebenen Krebszellen und normalem Schilddrüsengewebe nach einer Thyreoidektomie. Dies soll zu nicht nachweisbaren Thyreoglobulin-Werten führen und das Überleben verbessern.

Die Wirksamkeit der Radiojodtherapie beruht auf der Fähigkeit der Schilddrüsenzellen, Jod über den Natrium-Jod-Symporter aufzunehmen. Die Betastrahlung des Jod-131 erzeugt intrazellulär freie Radikale, die zytotoxisch wirken und DNA-Schäden verursachen.

Undifferenzierte (anaplastische) Schilddrüsenkarzinome sprechen in der Regel nicht auf diese Therapie an. Dies liegt an einem vollständigen Verlust der Expression des Natrium-Jod-Symporters in diesen Krebszellen.

Empfehlungen

Diagnostik und Indikation

Die Leitlinie empfiehlt die Radiojodtherapie als Erstlinien- oder Alternativbehandlung bei Hyperthyreose, wenn eine Operation oder medikamentöse Therapie nicht in Frage kommt. Besonders geeignet ist die Therapie für ältere, inoperable Personen mit signifikanten Komorbiditäten oder bei kleinen Strumen.

Zur initialen Beurteilung von Schilddrüsenknoten wird ein Ganzkörper-SPECT-CT empfohlen, um die Aufnahme von Radiojod zu messen.

Vorbereitung auf die Therapie

Um die Jodaufnahme zu maximieren, wird eine Erhöhung des TSH-Spiegels empfohlen. Dies erfolgt entweder durch Injektion von rekombinantem humanem TSH (rhTSH) oder durch das Absetzen von Schilddrüsenhormonen.

Bei Hochrisiko-Personen mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom wird von der Verwendung von rhTSH abgeraten, da die Evidenz hierfür unzureichend ist.

Zusätzlich wird eine jodarme Diät für etwa 1 bis 2 Wochen vor der Therapie empfohlen.

Risikoklassifizierung

Die American Thyroid Association (ATA) teilt das Rückfallrisiko nach Thyreoidektomie beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom in drei Stufen ein. Diese Klassifikation bestimmt das weitere therapeutische Vorgehen.

RisikostufePathologische Merkmale (Auswahl)
Geringes RisikoKeine Fernmetastasen, keine Lymphknotenbeteiligung, makroskopisch komplette Resektion
Mittleres RisikoMikroskopische Invasion, aggressive Histologie, vaskuläre Invasion
Hohes RisikoMakroskopische extrathyreoidale Ausdehnung, inkomplette Resektion, Fernmetastasen

Nachsorge

Es wird empfohlen, 6 bis 12 Monate nach der Therapie Ganzkörper-Scans durchzuführen. Dies gilt insbesondere bei Personen mit mittlerem und hohem Risiko.

Dosierung

Die Verabreichung von Natriumjodid I-131 erfolgt oral in Pillenform. Die Dosierung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und dem Risikoprofil.

IndikationEmpfohlene Dosis
Differenziertes Schilddrüsenkarzinom (geringes/mittleres Risiko)30 mCi (ablative Dosis)
Differenziertes Schilddrüsenkarzinom (inkomplette Resektion/hohes Risiko)Bis zu 150 mCi (Maximaldosis)
Morbus Basedow (Graves' disease)10 bis 15 mCi (Einzeldosis)
Toxische multinoduläre Struma oder toxisches Adenom10 bis 20 mCi (Einzeldosis)

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende absolute Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Die Therapie ist absolut kontraindiziert, da Jodkanäle im laktierenden Brustgewebe vorhanden sind und teratogene Effekte drohen.

  • Radiojod ist bis zu einem Monat nach der Verabreichung in der Muttermilch nachweisbar.

  • Es wird ein Schwangerschaftstest vor der Therapie bei Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen.

  • Eine Schwangerschaft sollte für 6 bis 12 Monate nach der Behandlung strikt vermieden werden.

Zudem warnt die Leitlinie vor folgenden Nebenwirkungen:

  • Akute Sialadenitis tritt bei etwa 30 % der Behandelten auf und kann bis zu einem Jahr anhalten.

  • Xerostomie (Mundtrockenheit) betrifft 20 bis 40 % der Behandelten und kann zu Karies, Dysgeusie und Schluckbeschwerden führen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Vor der Verabreichung von Radiojod bei Hyperthyreose wird eine medikamentöse Vorbehandlung mit Beta-Blockern oder Methimazol empfohlen. Dies verhindert eine potenziell gefährliche transiente Thyreotoxikose, die durch die massive Freisetzung von Schilddrüsenhormonen infolge des Zelltods entstehen kann. Besonders bei älteren Menschen und Personen mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen ist dieser Schritt von entscheidender Bedeutung.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird empfohlen, für etwa 1 bis 2 Wochen vor der Radiojodtherapie eine jodarme Diät einzuhalten. Dies dient dazu, die Aufnahme des Radiojods in die Schilddrüsenzellen zu maximieren.

Die häufigste kurzfristige Nebenwirkung ist die akute Sialadenitis, die bei etwa 30 % der Behandelten auftritt. Zudem kommt es bei 20 bis 40 % zu einer Xerostomie, die Monate bis Jahre anhalten kann.

Die Leitlinie empfiehlt, eine Schwangerschaft für 6 bis 12 Monate nach der Behandlung strikt zu vermeiden. Studien deuten auf ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko bis zu einem Jahr nach der Therapie hin.

Undifferenzierte oder anaplastische Schilddrüsenkarzinome weisen einen vollständigen Verlust der Expression des Natrium-Jod-Symporters auf. Dadurch können diese Krebszellen das radioaktive Jod nicht aufnehmen, was die Therapie unwirksam macht.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Sodium Iodide I 131 (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien