StatPearls2026

I-123 Uptake Test bei Schilddrüsenerkrankungen: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Radiojod-Uptake-Test (RAIU) mit Jod-123 (I-123) misst den Gesamtstoffwechsel und die Kinetik von Jod in der Schilddrüse. Dabei wird quantifiziert, wie viel oral aufgenommenes Jodid in der Schilddrüse konzentriert wird.

Laut der StatPearls-Leitlinie ist I-123 das am häufigsten verwendete Radioisotop für diese Untersuchung. Es wird aufgrund seiner geringeren Strahlenbelastung und optimalen Bildqualität gegenüber I-131 bevorzugt.

Das Jodid gelangt über den Natrium-Jodid-Symporter (NIS) in die Follikelzellen der Schilddrüse. Dort wird es in Thyreoglobulin organifiziert und für die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 verwendet.

Empfehlungen

Die Leitlinie beschreibt folgende Kernaspekte für den Einsatz des I-123 Uptake Tests:

Indikationen

Der Test wird primär zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion bei Hyperthyreose empfohlen, um zwischen produktiven, destruktiven und faktitiven Ursachen zu differenzieren. Zudem dient er der Dosisberechnung für eine geplante I-131-Therapie.

Weitere Indikationen umfassen die Abklärung von Schilddrüsenknoten bei subnormalem oder niedrigem TSH-Wert. Bei neonataler Hypothyreose kann der Test im Rahmen des Perchlorat-Depletions-Tests eingesetzt werden.

Vorbereitung und Störfaktoren

Um eine maximale Aufnahme des Radioisotops zu gewährleisten, wird eine Restriktion der Jodzufuhr vor der Untersuchung empfohlen. Bestimmte Medikamente und Substanzen müssen im Vorfeld pausiert werden:

  • Intravenöse Kontrastmittel (2 bis 4 Wochen vorher)

  • Jodreiche Ernährung wie Seetang oder Kelp (2 bis 4 Wochen vorher)

  • Amiodaron (3 bis 6 Monate vorher)

  • Antithyreoidale Medikamente und Schilddrüsenhormonpräparate

Durchführung

Die Leitlinie beschreibt die orale Verabreichung von I-123 als Kapsel oder Flüssigkeit. Die Standardmessung der Radioaktivität über der Schilddrüse erfolgt nach 24 Stunden, um die Hintergrundaktivität zu minimieren.

Bei Verdacht auf einen schnellen Jodumsatz (z. B. bei Hyperthyreose) wird eine zusätzliche Messung nach 4 bis 6 Stunden empfohlen.

Befundinterpretation

Die Leitlinie ordnet verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen spezifische Aufnahmemuster (Uptake) zu. Diese helfen bei der differenzialdiagnostischen Einordnung:

ErkrankungI-123 Uptake (Aufnahme)Szintigrafisches Verteilungsmuster
Morbus BasedowErhöht (oft schon nach 4-6h)Diffus vergrößert, homogene Anreicherung
Toxisches AdenomGesamt-Uptake variabelErhöht im Knoten, restliches Gewebe vermindert
Toxische KnotenstrumaGesamt-Uptake variabelHeterogen (heiße und kalte Areale)
Subakute/Stumme ThyreoiditisVermindertGeringe Anreicherung durch Follikeldestruktion
Jodinduzierte HyperthyreoseUniform vermindertGeringe Anreicherung (Wolff-Chaikoff-Effekt)
Faktitive HyperthyreoseVermindertGeringe Anreicherung im Halsbereich

Kontraindikationen

Die Verabreichung von I-123 ist bei schwangeren Patientinnen und stillenden Müttern relativ kontraindiziert. Das Radioisotop ist plazentagängig und wird in der Muttermilch angereichert, was zu einer Strahlenbelastung des Fötus oder Säuglings führt.

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💡Praxis-Tipp

Bei Morbus Basedow kann der 24-Stunden-Uptake paradoxerweise normal ausfallen, da ein sehr schneller Jodumsatz das aufgenommene Radioisotop bereits wieder aus der Schilddrüse abtransportiert hat. Es wird daher empfohlen, in solchen Fällen stets auch den 4- bis 6-Stunden-Wert zu betrachten, der typischerweise deutlich erhöht ist. Zudem wird auf die Wichtigkeit einer strikten Karenz von jodhaltigen Kontrastmitteln in den Wochen vor der Untersuchung hingewiesen, um falsch-niedrige Werte zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird I-123 aufgrund der deutlich geringeren Strahlenbelastung für den Patienten bevorzugt. Zudem bietet es eine optimale Bildqualität für die szintigrafische Darstellung.

Es wird empfohlen, Amiodaron 3 bis 6 Monate vor der Untersuchung abzusetzen. Der hohe Jodgehalt des Medikaments blockiert andernfalls die Aufnahme des Radioisotops in die Schilddrüse.

Bei einer subakuten Thyreoiditis (de Quervain) zeigt sich ein verminderter I-123 Uptake. Dies wird durch die entzündliche Zerstörung der Schilddrüsenfollikel und den daraus resultierenden Hormonverlust verursacht.

Ja, die Leitlinie beschreibt den Einsatz bei Schilddrüsenknoten, insbesondere wenn der TSH-Wert subnormal oder erniedrigt ist. Er hilft dabei, autonom funktionierende (heiße) Knoten von kalten Knoten zu unterscheiden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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