Schilddrüsenszintigraphie und Radiojodtest: StatPearls
Hintergrund
Die Schilddrüsenszintigraphie und der Radiojodtest sind bildgebende Verfahren zur Beurteilung der Funktion und Anatomie der Schilddrüse. Diese Zusammenfassung basiert auf der StatPearls-Übersicht zum Thema "Thyroid Uptake and Scan".
Das Prinzip beruht auf der Verabreichung eines radioaktiven Tracers, dessen Aufnahme (Uptake) in das Schilddrüsengewebe gemessen wird. Eine Gammakamera erfasst dabei die räumliche Verteilung des Tracers im Organ.
Am häufigsten kommen die Jod-Isotope I-123 und I-131 sowie 99m-Technetium-Pertechnetat zum Einsatz. Laut Text wird I-123 aufgrund der geringeren Strahlenbelastung häufiger verwendet als I-131.
Empfehlungen
Indikationen
Der Text nennt folgende Hauptindikationen für die Diagnostik:
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Differenzialdiagnostik der Hyperthyreose (z. B. Morbus Basedow, toxisches Adenom)
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Verdacht auf Schilddrüsenkarzinom oder Metastasen
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Abklärung von Schilddrüsenknoten und Entzündungen
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Überprüfung der Wirksamkeit einer Radiojodtherapie
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Nachweis von Organifikationsdefekten oder angeborenen Fehlbildungen
Vorbereitung und Durchführung
Vor der Untersuchung wird eine sorgfältige Vorbereitung empfohlen:
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Es wird angeraten, Thyreostatika (wie Thiamazol oder Propylthiouracil) für mindestens 5 Tage zu pausieren.
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Vorab wird die Bestimmung von TSH und freiem T4 sowie die Sichtung von Vorbefunden empfohlen.
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Bei Karzinomverdacht wird zusätzlich die Bestimmung von Thyreoglobulin und entsprechenden Antikörpern angeraten.
Der Tracer kann oral (24 Stunden vor dem Scan) oder intravenös (30 Minuten vor dem Scan) verabreicht werden. Die Bildgebung erfolgt anschließend aus drei verschiedenen Winkeln.
Befundung und Uptake-Werte
Die Interpretation der Ergebnisse erfordert die Einbeziehung von Anamnese, klinischer Untersuchung und Laborwerten. Die normalen Uptake-Werte liegen laut Quelle bei:
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3 bis 16 % nach 6 Stunden
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8 bis 25 % nach 24 Stunden
Ursachen für veränderte Uptake-Werte
Die Übersicht klassifiziert verschiedene Ursachen, die zu einem abweichenden Tracer-Uptake führen können:
| Uptake-Veränderung | Typische Ursachen und Einflussfaktoren |
|---|---|
| Erhöhter Uptake | Morbus Basedow, toxisches Adenom, Jodmangel, frühes Stadium der Hashimoto-Thyreoiditis, Schwangerschaft, Lithium-Therapie |
| Erniedrigter Uptake | Primäre/zentrale Hypothyreose, destruktive/subakute Thyreoiditis, Jodexzess (Kontrastmittel, Amiodaron), Thyreostatika, hochdosierte Glukokortikoide |
Kontraindikationen
Schwangerschaft und Stillzeit stellen wesentliche Kontraindikationen dar. Vor der Untersuchung wird ein Schwangerschaftstest (Serum oder Urin) empfohlen.
Zudem wird auf mögliche Überempfindlichkeitsreaktionen oder Anaphylaxie gegenüber dem Radiotracer hingewiesen.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass eine kürzlich durchgeführte CT-Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel (innerhalb der letzten 2 Wochen) oder die Einnahme von Amiodaron die Ergebnisse massiv verfälschen können. Zudem kann eine chronische Niereninsuffizienz die Jodid-Clearance beeinträchtigen und den prozentualen Uptake künstlich senken.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Übersicht wird empfohlen, Thyreostatika wie Thiamazol oder Propylthiouracil für mindestens 5 Tage vor der Untersuchung abzusetzen.
Es wird geraten, für 48 Stunden engen körperlichen Kontakt sowie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu meiden. Zudem wird empfohlen, nach dem Toilettengang zweimal zu spülen, um die Exposition durch Körperflüssigkeiten zu minimieren.
Die Quelle empfiehlt, nach der Verabreichung von radioaktivem Jod für einen Zeitraum von 6 Monaten eine Schwangerschaft zu vermeiden.
Die Übersicht gibt an, dass Durchfallerkrankungen die Absorption eines oral verabreichten Tracers reduzieren können. Auch eine sehr jodreiche Ernährung kann die Aufnahme in die Schilddrüse kompetitiv hemmen.
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Quelle: StatPearls: Thyroid Uptake and Scan (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.