Rolando-Fraktur: StatPearls
Hintergrund
Die Rolando-Fraktur ist eine intraartikuläre Trümmerfraktur der Basis des ersten Mittelhandknochens (Daumen). Sie macht laut StatPearls etwa 15 bis 20 Prozent aller Frakturen der Daumenbasis aus.
Ursächlich sind meist Kompressionskräfte entlang der Schaftachse bei gebeugtem Daumensattelgelenk. Dabei kommt es typischerweise zu einer Y- oder T-förmigen Frakturmorphologie.
Im Gegensatz zur Bennett-Fraktur ist die Rolando-Fraktur durch mehrere Fragmente gekennzeichnet. Das volare Fragment wird durch das intakte volare Karpalband gehalten, während das dorsale Fragment durch den Musculus abductor pollicis longus disloziert wird.
Empfehlungen
Der Text formuliert folgende Kernaspekte zur Versorgung:
Diagnostik
Es werden Röntgenaufnahmen in zwei orthogonalen Projektionen zur Basisdiagnostik empfohlen. Da der Daumen in einer anderen Ebene als die restliche Hand liegt, werden spezifische Einstellungen herangezogen:
-
Robert-Aufnahme für eine exakte anteroposteriore Darstellung bei maximaler Pronation.
-
Bett-Aufnahme für eine echte seitliche Darstellung des Gelenks.
Für die präoperative Planung wird eine Computertomografie (CT) mit einer Schichtdicke von 0,5 bis 1,0 mm empfohlen. Zur Beurteilung von Begleitverletzungen an Bändern und Sehnen kann ein MRT mit kleinem Sichtfeld (FOV) eingesetzt werden.
Therapie
Die Wahl der Behandlung richtet sich primär nach der Anzahl der Fragmente und dem Grad der Dislokation. Bei operativen Verfahren wird ein artikulärer Zugang empfohlen, der offen (z. B. Wagner-Inzision) oder arthroskopisch erfolgen kann.
Wenn die Stabilität der Osteosynthese es zulässt, wird eine frühzeitige oder sofortige Mobilisation empfohlen. Hierfür wird in der Regel eine abnehmbare Schiene für den ersten Monat verordnet.
Therapiealgorithmus
Der Text beschreibt folgende Indikationen für die jeweiligen Behandlungsstrategien:
| Therapie | Indikation |
|---|---|
| Geschlossene Reposition und Ruhigstellung | Extraartikuläre Frakturen oder minimal dislozierte Frakturen (< 1 mm) |
| Geschlossene Reposition und perkutane Spickung (CRPP) | Abwinklung > 30 Grad, Dislokation < 1 mm oder Trümmerfrakturen ohne Schraubenoption |
| Offene Reposition und interne Fixation (ORIF) | Intraartikuläre Frakturen (> 1 mm Dislokation) mit ausreichend großen Fragmenten für Schrauben |
| Distraktion und Fixateur externe | Dislokation > 1 mm mit schweren Weichteilverletzungen oder zu kleine Fragmente für ORIF |
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger klinischer Hinweis des Textes ist, dass die alleinige klinische Untersuchung nicht ausreicht, um zwischen einer Rolando- und einer Bennett-Fraktur zu unterscheiden. Es wird zudem betont, dass multifragmentäre Formen das höchste Risiko für langfristige Komplikationen wie Gelenksteife und Arthrose bergen.
Häufig gestellte Fragen
Die Rolando-Fraktur ist eine intraartikuläre Trümmerfraktur (meist Y- oder T-förmig), während die Bennett-Fraktur eine 2-Part-Fraktur mit einem nicht dislozierten volar-ulnaren Fragment ist. Laut StatPearls ist die Rolando-Fraktur aufgrund ihrer Instabilität deutlich komplexer zu behandeln.
Es werden spezifische Projektionen empfohlen, da der Daumen in einer anderen Ebene als die restliche Hand liegt. Die Robert-Aufnahme dient der wahren a.-p.-Ansicht, während die Bett-Aufnahme eine echte seitliche Darstellung ermöglicht.
Eine geschlossene Reposition mit anschließender Ruhigstellung wird nur bei extraartikulären Frakturen oder minimal dislozierten Frakturen mit weniger als 1 mm Dislokation empfohlen. Bei stärkerer Dislokation wird zu operativen Verfahren geraten.
Als wesentliche Langzeitkomplikationen nennt der Text Gelenksteife und Arthrose. Besonders multifragmentäre Frakturformen weisen hierfür ein stark erhöhtes Risiko auf.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Rolando Fracture (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.