StatPearls2026

Bennett-Fraktur: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Bennett-Fraktur ist die häufigste Fraktur an der Basis des Daumens. Es handelt sich laut der StatPearls-Zusammenfassung um eine intraartikuläre Fraktur, bei der der palmar-ulnare Aspekt der ersten Metakarpalbasis vom restlichen Knochen abgetrennt wird.

Ursächlich ist typischerweise eine axiale Krafteinwirkung auf den teilweise flektierten Metakarpalknochen. Durch den Zug der ansetzenden Muskulatur (unter anderem Musculus abductor pollicis longus und extensor pollicis longus) kommt es zu einer Subluxation des Metakarpalschafts nach dorsal, proximal und radial.

Das Verletzungsmuster tritt besonders häufig bei Kindern und älteren Menschen auf. Unbehandelt oder bei unzureichender Therapie weist die Fraktur eine hohe Morbidität auf und erfordert eine frühzeitige Anbindung an die Handchirurgie.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Bennett-Fraktur wird eine radiologische Basisdiagnostik der Hand in drei Ebenen (a.p., lateral und schräg) empfohlen.

Zusätzlich werden spezielle Zielaufnahmen des Daumens angeraten, um die Verletzung exakt zu beurteilen:

  • Robert-Aufnahme: Eine echte a.p.-Aufnahme des Daumensattelgelenks bei Hyperpronation des Unterarms.

  • Bett-Aufnahme: Eine Darstellung bei 20 Grad Überpronation der Handfläche.

  • Stressaufnahmen: Zur Provokation und Darstellung einer radialen Subluxation der Metakarpalbasis.

Klassifikation

Die Leitlinie nutzt die Gedda-Klassifikation zur radiologischen Einteilung der Bennett-Frakturen:

Typ nach GeddaRadiologisches Erscheinungsbild
Typ 1Fraktur mit einzelnem ulnaren Fragment und Subluxation der Metakarpalbasis
Typ 2Impaktionsfraktur ohne Subluxation des ersten Metakarpalknochens
Typ 3Verletzung mit kleinem ulnaren Avulsionsfragment in Verbindung mit einer Metakarpalluxation

Therapie

Bennett-Frakturen gelten grundsätzlich als instabil. Eine rein konservative Therapie im Gips zeigt laut Leitlinie häufig schlechte Langzeitergebnisse.

Für die Reposition wird ein axialer Zug mit palmarer Abduktion und Pronation unter gleichzeitigem Druck auf die Metakarpalbasis empfohlen.

Die operative Versorgung wird als Standard angesehen. Folgende Verfahren werden genannt:

  • Geschlossene Reposition mit perkutaner Spickung (Kirschner-Drähte).

  • Offene Reposition (meist über einen Wagner-Zugang) mit Stift- oder Schraubenosteosynthese.

Ziel der operativen Therapie ist eine anatomische Reposition. Klinische Daten zeigen, dass Patienten mit einer Gelenkstufe von unter 1 mm die besten Langzeitergebnisse ohne Residualsymptome aufweisen.

Rehabilitation

Der Beginn der Mobilisation richtet sich nach dem gewählten Osteosyntheseverfahren.

Nach einer Schraubenfixation wird ein Beginn der Bewegungsübungen nach 5 bis 10 Tagen empfohlen. Bei einer perkutanen Spickung sollte die Mobilisation erst nach 4 Wochen, im Anschluss an die Stiftentfernung, starten.

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💡Praxis-Tipp

Bei der klinischen Untersuchung und Reposition wird ausdrücklich davor gewarnt, den Daumen in Extension (sogenannte "Hitchhiker-Position" oder per Anhalter-Griff) zu bringen. Laut Leitlinie führt diese Position unweigerlich zu einer weiteren Dislokation der Frakturfragmente. Es wird stattdessen eine Reposition unter axialem Zug mit palmarer Abduktion und Pronation empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Neben den Standardaufnahmen der Hand empfiehlt die Leitlinie spezielle Daumenaufnahmen. Dazu gehören die Robert-Aufnahme (echte a.p.-Ansicht bei Hyperpronation) sowie die Bett-Aufnahme zur optimalen Beurteilung des Daumensattelgelenks.

Die Bennett-Fraktur ist ein intraartikulärer Ausriss des palmar-ulnaren Fragments mit Subluxation. Die Rolando-Fraktur ist hingegen eine Trümmerfraktur an der Basis des ersten Metakarpalknochens, bei der das volare Karpalligament intakt bleibt und eine Dislokation des volaren Fragments verhindert.

Der Beginn der Bewegungsübungen hängt von der Operationsmethode ab. Nach einer Schraubenfixation wird ein Start nach 5 bis 10 Tagen empfohlen, während nach einer Spickung erst nach 4 Wochen (nach Stiftentfernung) mobilisiert werden sollte.

Biomechanische Studien zeigen zwar, dass eine Stufe von bis zu 2 mm toleriert werden kann, ohne den Gelenkdruck signifikant zu verändern. Die Leitlinie betont jedoch, dass klinisch eine anatomische Reposition mit einer Stufe von unter 1 mm angestrebt werden sollte, da hierbei 86 % der Patienten asymptomatisch bleiben.

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Quelle: StatPearls: Bennett Fracture (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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