Plaque-Psoriasis: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris) ist eine chronische, immunvermittelte entzündliche Hauterkrankung. Sie betrifft etwa 80 bis 90 Prozent aller Psoriasis-Fälle und verläuft typischerweise in Schüben.
Die Pathogenese beruht auf einer Dysregulation des Immunsystems, insbesondere der Interleukin-23/Interleukin-17- und TNF-alpha-Signalwege. Dies führt zu einer Hyperproliferation von Keratinozyten und der Bildung charakteristischer schuppender Plaques.
Genetische Faktoren wie das HLA-Cw6-Allel spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung. Zudem werden Schübe häufig durch Umweltfaktoren wie Infektionen, Stress, Traumata (Koebner-Phänomen) oder bestimmte Medikamente ausgelöst.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Plaque-Psoriasis.
Diagnostik und Evaluation
Die Diagnose wird primär klinisch anhand der typischen erythematösen Plaques mit silbrig-weißer Schuppung gestellt. Eine Hautbiopsie wird laut Leitlinie nur bei atypischen Präsentationen empfohlen, um Differenzialdiagnosen auszuschließen.
Vor Beginn einer systemischen Therapie oder einer Behandlung mit Biologika wird ein umfassendes Screening empfohlen.
Dieses Screening sollte folgende Untersuchungen umfassen:
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Komplettes Blutbild, Leber- und Nierenwerte sowie ein Lipidprofil
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Screening auf Hepatitis B, Hepatitis C, HIV und Tuberkulose
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Schwangerschaftstest bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Einsatz von Acitretin
Zur Beurteilung des Schweregrads und der Therapiekontrolle wird die Nutzung validierter Scores wie PASI (Psoriasis Area and Severity Index), BSA (Body Surface Area) und DLQI empfohlen.
Topische Therapie
Bei milder Ausprägung (BSA unter 5 Prozent) wird eine topische Erstlinientherapie empfohlen.
Zu den empfohlenen Optionen gehören:
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Topische Kortikosteroide (Klasse 2-5 für Erwachsene, Klasse 1 nur kurzzeitig für dicke Plaques)
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Vitamin-D-Analoga wie Calcipotriol
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Retinoide wie Tazarotene
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Salicylsäure, häufig in Kombination mit Kortikosteroiden
Phototherapie und Systemtherapie
Bei unzureichendem Ansprechen auf topische Wirkstoffe oder ausgedehnterem Befall wird eine Phototherapie, bevorzugt mit Schmalband-UVB, empfohlen.
Für mittelschwere bis schwere Verläufe (BSA über 10 Prozent, PASI über 10) oder bei Befall spezieller Areale wird eine systemische Therapie empfohlen.
Als konventionelle Systemtherapeutika nennt die Leitlinie Methotrexat, Cyclosporin, Acitretin sowie zielgerichtete kleine Moleküle wie Apremilast.
Biologika
Biologika werden für die mittelschwere bis schwere Psoriasis empfohlen, um eine dauerhafte Erscheinungsfreiheit zu erreichen.
Die Auswahl der Wirkstoffklasse (TNF-alpha-, IL-17-, IL-12/23- oder IL-23-Inhibitoren) sollte sich nach Wirksamkeit, Begleiterkrankungen und Sicherheitsprofil richten.
Dosierung
Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsschemata für Biologika bei Plaque-Psoriasis an:
| Wirkstoffklasse | Medikament | Dosierungsschema |
|---|---|---|
| TNF-α-Inhibitor | Adalimumab | 80 mg s.c. einmalig, dann 40 mg alle 2 Wochen |
| TNF-α-Inhibitor | Etanercept | 50 mg s.c. zweimal wöchentlich für 12 Wochen, dann 50 mg wöchentlich |
| TNF-α-Inhibitor | Infliximab | 5 mg/kg i.v. an Woche 0, 2 und 6, dann alle 8 Wochen |
| TNF-α-Inhibitor | Certolizumab pegol | 400 mg s.c. an Woche 0, 2 und 4, dann 200 mg alle 2 Wochen oder 400 mg alle 4 Wochen |
| IL-12/23-Inhibitor | Ustekinumab | <100 kg: 45 mg s.c. an Woche 0 und 4, dann alle 12 Wochen (≥100 kg: 90 mg) |
| IL-17-Inhibitor | Secukinumab | 300 mg s.c. wöchentlich für 5 Wochen, dann alle 4 Wochen |
| IL-17-Inhibitor | Ixekizumab | 160 mg s.c. einmalig, dann 80 mg alle 2 Wochen bis Woche 12, dann alle 4 Wochen |
| IL-17-Inhibitor | Brodalumab | 210 mg s.c. an Woche 0, 1 und 2, dann alle 2 Wochen |
| IL-23-Inhibitor | Guselkumab | 100 mg s.c. an Woche 0 und 4, dann alle 8 Wochen |
| IL-23-Inhibitor | Risankizumab | 150 mg s.c. an Woche 0 und 4, dann alle 12 Wochen |
| IL-23-Inhibitor | Tildrakizumab | 100 mg s.c. an Woche 0 und 4, dann alle 12 Wochen |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
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Brodalumab: Trägt einen Warnhinweis (Boxed Warning) bezüglich Suizidalität.
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Acitretin: Ist teratogen. Eine Schwangerschaft muss bis zu drei Jahre nach der Behandlung strikt vermieden werden.
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Cyclosporin: Die Anwendungsdauer ist durch das Risiko von Nephrotoxizität und Hypertonie zeitlich begrenzt.
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Tazarotene: Ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.
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Steinkohlenteer: Sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie ist die Assoziation von Nagelveränderungen mit Psoriasis-Arthritis. Es wird betont, dass ein Nagelbefall ein starker Prädiktor für eine begleitende Gelenkbeteiligung ist, weshalb in solchen Fällen eine gezielte rheumatologische Evaluation empfohlen wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie können Betablocker, Lithium, Antimalariamittel und Immun-Checkpoint-Inhibitoren Schübe auslösen. Auch ein abruptes Absetzen von Kortikosteroiden wird als möglicher Trigger genannt.
Es wird ein Screening auf Tuberkulose, Hepatitis B und C sowie HIV empfohlen. Zudem sollten vor systemischen Therapien Blutbild, Leber- und Nierenwerte sowie das Lipidprofil bestimmt werden.
Eine Systemtherapie wird gemäß Leitlinie bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung (BSA über 10 Prozent, PASI über 10) empfohlen. Sie ist auch bei raschen Schüben oder dem Befall spezieller Areale wie Nägeln, Kopfhaut oder Hand- und Fußflächen indiziert.
Das Koebner-Phänomen beschreibt das Auftreten neuer Psoriasis-Plaques an Stellen von Hautverletzungen oder Traumata. Die Leitlinie rät daher zur Vermeidung von Hauttraumata, um Schübe zu verhindern.
Die Leitlinie empfiehlt, hochpotente Kortikosteroide der Klasse 1 auf eine zweimal tägliche Anwendung für maximal vier Wochen zu beschränken. Dies dient der Minimierung von Nebenwirkungen wie Hautatrophie.
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Quelle: StatPearls: Plaque Psoriasis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.