Psoriasis Diagnostik und Therapie: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt Psoriasis als eine chronisch-proliferative und entzündliche Hauterkrankung. Sie ist durch erythematöse Plaques mit silbrigen Schuppen gekennzeichnet, die typischerweise an Streckseiten, Kopfhaut und im lumbosakralen Bereich auftreten.
Die Pathophysiologie basiert laut Leitlinie auf einer T-Zell-vermittelten Autoimmunreaktion, die zu einer Hyperproliferation von Keratinozyten führt. Eine genetische Prädisposition wird durch familiäre Häufungen und HLA-Assoziationen gestützt.
Als Triggerfaktoren nennt der Text mechanische, chemische oder strahlungsbedingte Traumata, was als Koebner-Phänomen bezeichnet wird. Zudem können Infektionen, psychischer Stress, Alkohol, Rauchen, Adipositas und bestimmte Medikamente die Erkrankung auslösen oder verschlechtern.
Empfehlungen
Klinische Klassifikation
Die Leitlinie unterscheidet verschiedene morphologische Subtypen der Psoriasis, die sich in Präsentation und Prognose unterscheiden:
| Subtyp | Klinische Merkmale | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Plaque-Psoriasis | Erythematöse Plaques mit silbrigen Schuppen | Häufigste Form (85-90%), Auspitz-Zeichen positiv |
| Guttata-Psoriasis | Tropfenförmige Läsionen an Rumpf und Rücken | Häufig bei Kindern nach Streptokokken-Infekt, beste Prognose |
| Pustulöse Psoriasis | Sterile Pusteln auf erythematösem Grund | Generalisierte Form ist mit Hypokalzämie assoziiert |
| Erythrodermische Psoriasis | Erythem und Exfoliation über >90% der Körperoberfläche | Lebensbedrohlich, oft nach abruptem Steroid-Entzug |
| Inverse Psoriasis | Glatte, scharf begrenzte Erytheme in Intertrigines | Keine Schuppung, oft mazeriert |
| Psoriasis-Arthritis | Schmerzhafte Gelenkentzündungen, Daktylitis | Betrifft 30% der Erkrankten |
Diagnostik
Die Diagnose wird primär anhand der klinischen Morphologie und der Prädilektionsstellen gestellt. Eine histopathologische Untersuchung ist laut Leitlinie nur in diagnostisch unklaren Fällen erforderlich.
Zur Beurteilung des Schweregrads und der Therapieeffizienz wird der Psoriasis Area Severity Index (PASI) empfohlen. Vor Beginn einer systemischen Therapie wird folgende Basisdiagnostik empfohlen:
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Komplettes Blutbild, Nieren- und Leberfunktionstests
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Rheumafaktor und Harnsäure
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Schwangerschaftstest und Hepatitis-Serologie
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Tuberkulose-Screening (PPD) vor Biologika-Gabe
Stufentherapie
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und der Lokalisation. Eine schwere Psoriasis liegt vor, wenn mehr als 10% der Körperoberfläche betroffen sind oder schwer zu behandelnde Areale wie Gesicht, Nägel oder Genitalien involviert sind.
| Therapiestufe | Behandlungsoptionen | Indikation |
|---|---|---|
| Topische Therapie | Emollientien, Steinkohlenteer, Dithranol, Kortikosteroide, Vitamin-D-Analoga, Retinoide | Leichte bis mittelschwere Psoriasis |
| Phototherapie | PUVA, Schmalband-UVB (NBUVB, 311-313 nm) | Guttata-Psoriasis, NBUVB auch für Kinder und Schwangere |
| Systemische Therapie | Methotrexat, Retinoide, Cyclosporin, Fumarate | Ausgedehnte Fälle, Nagelbeteiligung, Psoriasis-Arthritis |
| Biologika | Ustekinumab, Secukinumab, Adalimumab, Infliximab | Therapieversagen, Unverträglichkeit von Methotrexat oder schwere aktive Psoriasis |
Biologika-Therapie
Für den Einsatz von Biologika formuliert die Leitlinie spezifische Präferenzen:
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Ustekinumab gilt als Biologikum der ersten Wahl.
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Adalimumab ist das Biologikum der ersten Wahl bei begleitender Psoriasis-Arthritis.
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Infliximab ist für Patienten mit schwerer Erkrankung reserviert, bei denen andere Biologika nicht eingesetzt werden können.
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Frauen im gebärfähigen Alter müssen unter Biologika-Therapie eine wirksame Kontrazeption anwenden.
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz bestimmter Medikamente, da diese Psoriasis-Schübe auslösen oder verschlechtern können. Dazu gehören Betablocker, Chloroquin, Lithium und NSAR.
Ein abrupter Entzug von systemischen Steroiden kann eine lebensbedrohliche erythrodermische Psoriasis auslösen. Eine längere Anwendung von Steroiden und Immunsuppressiva kann zudem die Wundheilung verzögern.
Bei der Therapie mit Biologika sind Lebendimpfstoffe kontraindiziert. TNF-Antagonisten dürfen nicht bei Patienten mit demyelinisierenden Erkrankungen oder Herzinsuffizienz eingesetzt werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont die klinische Relevanz des Koebner-Phänomens, bei dem jegliches Hauttrauma neue Läsionen induzieren kann. Es wird daher eine konsequente Vermeidung von Hautverletzungen empfohlen. Zudem warnt der Text vor dem abrupten Absetzen systemischer Steroide, da dies eine lebensbedrohliche erythrodermische Psoriasis triggern kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie können Medikamente wie Chloroquin, Lithium, Betablocker, Steroide und NSAR die Erkrankung verschlimmern. Es wird empfohlen, diese Substanzen bei Psoriasis-Patienten nach Möglichkeit zu vermeiden.
Das Auspitz-Zeichen beschreibt punktförmige Blutungen, die nach dem sukzessiven Entfernen von psoriatischen Schuppen auftreten. Die Leitlinie nennt dieses klinische Zeichen als Bestätigung für die Diagnose einer Plaque-Psoriasis.
Die Leitlinie nennt Adalimumab als das Biologikum der ersten Wahl für Patienten, die an einer Psoriasis-Arthropathie leiden. Vor Therapiebeginn muss ein Screening auf Tuberkulose und Hepatitis erfolgen.
Gemäß der Leitlinie kann die Schmalband-UVB-Therapie (NBUVB) sicher bei schwangeren und stillenden Frauen sowie bei Kindern eingesetzt werden. Sie bietet eine vergleichbare Wirksamkeit wie PUVA, jedoch ohne die Nebenwirkungen von Psoralen.
Die Erkrankung ist häufig mit metabolischem Syndrom, Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen und Depressionen assoziiert. Die Leitlinie empfiehlt daher ein regelmäßiges Screening auf Typ-2-Diabetes, Hypertonie und Dyslipidämie.
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Quelle: StatPearls: Psoriasis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.