Atemwegsinfektionen & Erkältung: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie behandelt obere Atemwegsinfektionen (URTI) mit einem besonderen Fokus auf die gewöhnliche Erkältung. Diese Infektionen stellen weltweit den häufigsten Grund für ärztliche Vorstellungen dar.
In 50 bis 80 Prozent der Fällen wird die Erkältung durch Rhinoviren ausgelöst. Die Übertragung erfolgt primär über Aerosole, Tröpfchen sowie kontaminierte Oberflächen.
Die Symptome entstehen durch die angeborene Immunantwort und nicht durch eine direkte zytotoxische Schädigung der Epithelzellen. Zu den typischen Beschwerden zählen Halsschmerzen, Rhinorrhoe, verstopfte Nase und Husten.
Empfehlungen
Diagnostik
Laut Leitlinie handelt es sich bei der gewöhnlichen Erkältung primär um eine klinische Diagnose. Eine routinemäßige Erregerdiagnostik wird bei unkomplizierten Verläufen nicht empfohlen.
Vor der Anordnung von Tests sollte evaluiert werden, ob das Ergebnis das klinische Management oder Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit beeinflusst. Eine gezielte Diagnostik wird bei Verdacht auf spezifische Erreger wie Gruppe-A-Streptokokken, Influenza oder SARS-CoV-2 befürwortet.
Therapie
Die Behandlung der Erkältung erfolgt rein symptomatisch, da keine wirksamen antiviralen Therapien gegen Rhinoviren existieren. Die Leitlinie rät ausdrücklich vom Einsatz von Antibiotika ab, da diese keinen Nutzen bieten und Resistenzen fördern.
Zur Linderung der Beschwerden werden verschiedene Optionen verglichen:
| Wirkstoffklasse | Beispiele | Indikation | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Analgetika | Paracetamol, NSAR | Halsschmerzen | Temporäre Linderung |
| Anticholinergika | Ipratropium-Nasenspray | Rhinorrhoe | Lokale Anwendung |
| Abschwellende Mittel | Oxymetazolin | Verstopfte Nase | Maximal 3 Tage anwenden |
| Spurenelemente | Zink-Lutschtabletten | Husten, Rhinitis | Start innerhalb von 24 Stunden |
Besondere Patientengruppen
Bei Kindern unter vier Jahren wird von der Anwendung rezeptfreier Erkältungsmedikamente abgeraten. Es wird auf Sicherheitsbedenken und mangelnde Wirksamkeitsnachweise verwiesen.
Honig kann zur Hustenlinderung eingesetzt werden. Wegen der Gefahr eines Säuglingsbotulismus darf dieser jedoch nicht bei Kindern unter einem Jahr angewendet werden.
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt vor folgenden Therapien und Anwendungen:
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Antibiotika: Keine Indikation bei unkomplizierten Erkältungen.
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Oxymetazolin-Nasenspray: Gefahr einer Rebound-Kongestion bei einer Anwendung von mehr als drei Tagen.
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Codein und Dextromethorphan: Sicherheits- und Wirksamkeitsbedenken, insbesondere bei Kindern.
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Benzonatate: Nicht empfohlen für Kinder unter 10 Jahren.
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Honig: Kontraindiziert bei Kindern unter einem Jahr aufgrund des Botulismus-Risikos.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist der konsequente Verzicht auf Antibiotika bei unkomplizierten oberen Atemwegsinfektionen. Es wird betont, dass die Aufklärung über den fehlenden Nutzen und die Risiken von Antibiotika essenziell ist, um dem häufigen Patientenwunsch nach einer solchen Verschreibung entgegenzuwirken. Zudem wird vor der unkritischen Gabe von rezeptfreien Husten- und Erkältungsmitteln bei Kleinkindern gewarnt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie halten die typischen Symptome einer Erkältung in der Regel 7 bis 10 Tage an. Der begleitende Husten kann jedoch über mehrere Wochen bestehen bleiben.
Die Leitlinie empfiehlt Antibiotika nur bei spezifischen bakteriellen Komplikationen oder Infektionen. Dazu zählen Pharyngitis durch Gruppe-A-Streptokokken, schwere akute Otitis media oder eine Sinusitis, die länger als 10 Tage andauert.
Es wird davon abgeraten, Kindern unter vier Jahren rezeptfreie Husten- und Erkältungsmedikamente zu verabreichen. Die Leitlinie begründet dies mit erheblichen Sicherheitsbedenken und fehlenden Wirksamkeitsnachweisen.
Die Anwendung von Zink-Lutschtabletten kann laut Leitlinie Husten und Schnupfensymptome reduzieren. Voraussetzung ist, dass die Einnahme innerhalb der ersten 24 Stunden nach Symptombeginn startet.
Es wird gewarnt, abschwellende Nasensprays wie Oxymetazolin länger als drei Tage anzuwenden. Bei längerer Nutzung besteht das Risiko einer Rebound-Kongestion.
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Quelle: StatPearls: Upper Respiratory Tract Infections With Focus on The Common Cold (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.