StatPearls2026

Pädiatrische und neonatale Reanimation: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die pädiatrische und neonatale Reanimation unterscheidet sich grundlegend von der Erwachsenenreanimation. Während bei Erwachsenen primär kardiale Ursachen im Vordergrund stehen, resultiert ein Herzstillstand bei Kindern meist aus respiratorischem Versagen oder Schock.

Bei Neugeborenen stehen Komplikationen während der Transition in das extrauterine Leben im Fokus. Hierzu zählen vor allem Apnoe, Bradykardie und zentrale Zyanose aufgrund einer unzureichenden kardiopulmonalen Umstellung.

Die anatomischen und physiologischen Besonderheiten von Kindern erfordern angepasste Strategien. Ein höherer Sauerstoffverbrauch und eine geringere funktionelle Residualkapazität führen zu einer raschen Desaturation, was ein schnelles Atemwegsmanagement unerlässlich macht.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Reanimation bei Neugeborenen und Kindern:

Indikation und Basisversorgung

Laut Leitlinie ist eine sofortige Reanimation indiziert bei Zyanose, Asystolie, Atemstillstand oder einer Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute bei einem kritisch kranken Kind.

Es wird empfohlen, bei drohendem Atemversagen eine assistierte Beatmung mit einer Frequenz von 20 bis 30 Atemzügen pro Minute einzuleiten.

Atemwegsmanagement

Die Leitlinie bevorzugt die Verwendung von gecufften Endotrachealtuben (ETT), da diese die Notwendigkeit eines Tubuswechsels reduzieren.

Die routinemäßige Anwendung des Krikoiddrucks wird nicht empfohlen, da sie Regurgitationen nicht zuverlässig verhindert und die Intubation erschweren kann.

Für die Berechnung der Tubusgröße (in mm) bei Kindern wird folgende Formel angegeben:

  • 3,5 + (Alter in Jahren / 4)

Herzdruckmassage (CPR)

Es wird eine Kompressionsfrequenz von 100 bis 120 pro Minute empfohlen. Die Leitlinie definiert folgende altersabhängige Kompressionstiefen:

  • Säuglinge: etwa 4 cm

  • Kinder: etwa 5 cm

  • Jugendliche: 5 bis 6 cm (maximal 6 cm)

Bei liegendem Atemweg wird eine Beatmungsfrequenz von 20 bis 30 Atemzügen pro Minute empfohlen.

Defibrillation und Volumentherapie

Bei pulsloser ventrikulärer Tachykardie oder Kammerflimmern wird eine Defibrillation mit 2 bis 4 J/kg empfohlen.

Für die Volumentherapie bei Schock wird ein initialer Bolus von 20 ml/kg isotoner Kristalloidlösung empfohlen, der bei ausbleibender Besserung wiederholt werden kann.

Spezifische Empfehlungen für Neugeborene

Bei reifen und späten Frühgeborenen (ab 34 Schwangerschaftswochen), die keine Reanimation benötigen, wird ein verzögertes Abnabeln (mindestens 30 Sekunden) empfohlen.

Für die positive Druckbeatmung (PPV) wird ein T-Stück-Resuscitator gegenüber einem selbstaufblasenden Beatmungsbeutel bevorzugt.

Dosierung

Intervention / MedikamentDosierungIndikation
Isotone Kristalloidlösung20 ml/kg (initialer Bolus)Schock, Hypovolämie
Defibrillation2 bis 4 J/kgKammerflimmern, pulslose ventrikuläre Tachykardie
Synchronisierte Kardioversion0,5 bis 2 J/kgInstabile Tachyarrhythmien
Epinephrin (Adrenalin)ab 0,05 µg/kg/minKaltes Schocksyndrom, Vasopressoren-Therapie
Norepinephrin (Noradrenalin)ab 0,05 µg/kg/minWarmes Schocksyndrom, Vasopressoren-Therapie
Dopaminab 10 µg/kg/minZweitlinien-Therapie bei Schock

Kontraindikationen

Laut Leitlinie gibt es keine absoluten Kontraindikationen für den Beginn einer Reanimation bei Neugeborenen oder Kindern, sofern keine normalen Atemzüge oder Lebenszeichen vorhanden sind.

Ausnahmen bilden schwere, mit dem Leben nicht vereinbare angeborene Anomalien oder gültige Patientenverfügungen, die eine Reanimation ausdrücklich ausschließen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass ein Herzstillstand bei Kindern im Gegensatz zu Erwachsenen meist auf eine Hypoxie oder Hypovolämie zurückzuführen ist. Es wird daher hervorgehoben, dass ein frühzeitiges Atemwegsmanagement und eine adäquate Oxygenierung entscheidend sind, um eine irreversible kardiale Dekompensation zu verhindern. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Medikamente wie Lidocain, Epinephrin, Atropin und Naloxon (LEAN) endotracheal verabreicht werden können, falls in einer Notfallsituation kein intravenöser oder intraossärer Zugang verfügbar ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird bei Säuglingen eine Kompressionstiefe von etwa 4 cm empfohlen. Der Brustkorb sollte dabei um mindestens ein Drittel seines anteroposterioren Durchmessers eingedrückt werden.

Es wird eine Beatmungsfrequenz von 20 bis 30 Atemzügen pro Minute empfohlen. Dies gilt sowohl für die Beutel-Masken-Beatmung als auch bei liegendem fortgeschrittenem Atemweg.

Die Leitlinie gibt zur Abschätzung der Tubusgröße (in mm) die Formel "3,5 + (Alter in Jahren / 4)" an. Es wird zudem die Verwendung von gecufften Tuben bevorzugt.

Eine Defibrillation ist bei pulsloser ventrikulärer Tachykardie und Kammerflimmern indiziert. Die empfohlene Energiedosis beträgt dabei 2 bis 4 Joule pro Kilogramm Körpergewicht.

Wenn kein vaskulärer Zugang etabliert werden kann, können Lidocain, Epinephrin, Atropin und Naloxon über den Endotrachealtubus gegeben werden. Dies wird in der Leitlinie mit dem Akronym LEAN zusammengefasst.

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Quelle: StatPearls: Pediatric and Neonatal Resuscitation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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