Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie: StatPearls
Hintergrund
Die paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie (PSVT) ist durch anfallsartig auftretende, regelmäßige Tachykardien mit plötzlichem Beginn und Ende gekennzeichnet. Sie betrifft häufig Personen ohne zugrunde liegende strukturelle Herzerkrankung. Die häufigste Form bei Erwachsenen ist die atrioventrikuläre nodale Reentrytachykardie (AVNRT), gefolgt von der atrioventrikulären Reentrytachykardie (AVRT) und der fokalen atrialen Tachykardie.
Der zugrunde liegende Mechanismus ist in den meisten Fällen ein Reentry-Kreislauf, der durch atriale oder ventrikuläre Extrasystolen ausgelöst wird. Häufige Auslöser für diese Rhythmusstörungen sind körperliche Aktivität, Stress, koffeinhaltige Getränke, Nikotin oder Ischämien.
Klinisch präsentieren sich Betroffene meist mit Palpitationen, Schwindel und einem Engegefühl im Hals. Bei älteren Patienten oder bei Vorliegen einer strukturellen Herzerkrankung können auch atypische Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen oder Synkopen auftreten.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der PSVT:
Diagnostik
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Als initiale diagnostische Maßnahme wird ein 12-Kanal-EKG empfohlen, idealerweise während der Tachykardie und zum Vergleich im Sinusrhythmus.
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Zur Beurteilung der linksventrikulären Funktion und zum Ausschluss struktureller Herzerkrankungen wird eine transthorakale Echokardiografie angeraten.
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Bei allen Patienten mit symptomatischer, dokumentierter PSVT wird eine elektrophysiologische Untersuchung empfohlen, um den Tachykardie-Mechanismus zu bestimmen und eine Ablation zu planen.
Akuttherapie
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Bei hämodynamisch instabilen Patienten (z. B. mit Hypotonie, Schock oder verändertem Bewusstseinszustand) wird eine sofortige elektrische Kardioversion empfohlen.
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Bei hämodynamisch stabilen Patienten gelten vagale Manöver (wie der Valsalva-Versuch oder eine Karotissinusmassage) als Therapie der ersten Wahl.
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Bleiben vagale Manöver erfolglos, wird Adenosin als intravenöser Bolus empfohlen.
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Als medikamentöse Alternativen werden intravenöse Betablocker oder Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker genannt, falls Adenosin unwirksam oder kontraindiziert ist.
Langzeitmanagement
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Die Katheterablation wird als Erstlinientherapie bei symptomatischer PSVT empfohlen, da sie eine hohe Erfolgsrate aufweist und die Lebensqualität verbessert.
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Bei Patienten mit Hochrisikoberufen wird eine Katheterablation stark angeraten.
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Falls eine Ablation nicht möglich ist, wird eine medikamentöse Langzeittherapie mit oralen Betablockern oder Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblockern empfohlen.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierung für die medikamentöse Akuttherapie:
| Medikament | Dosis | Indikation |
|---|---|---|
| Adenosin | 6 mg als intravenöser Bolus (ggf. Wiederholung mit höherer Dosis nach 2 Minuten) | Akuttherapie der hämodynamisch stabilen PSVT nach erfolglosen vagalen Manövern |
Kontraindikationen
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Eine Karotissinusmassage ist bei Vorliegen eines Strömungsgeräuschs über der Arteria carotis (Karotis-Bruit) kontraindiziert.
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Selektive AV-Knoten-blockierende Medikamente dürfen nicht bei Patienten mit manifester Präexzitation (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) und symptomatischer PSVT verschrieben werden, da sie das Risiko für Kammerflimmern erhöhen können.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist es entscheidend, Patienten mit symptomatischer PSVT frühzeitig in der Durchführung vagaler Manöver zu schulen. Es wird betont, dass diese Manöver zu Beginn einer Tachykardie-Episode am wirksamsten sind, da bei länger anhaltenden Episoden eine starke sympathische Reaktion die Wirksamkeit der vagalen Stimulation deutlich verringert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie hilft das RP-Intervall bei der Unterscheidung. Bei einer AVNRT ist das RP-Intervall typischerweise sehr kurz und die P-Wellen sind oft im QRS-Komplex verborgen, während bei einer orthodromen AVRT das RP-Intervall aufgrund der sequenziellen Aktivierung länger ist.
Die Leitlinie empfiehlt eine initiale Dosis von 6 mg Adenosin als schnellen intravenösen Bolus, gefolgt von einer Spülung. Bei Fortbestehen der Tachykardie kann nach zwei Minuten eine höhere Dosis verabreicht werden.
Eine Katheterablation wird gemäß Leitlinie als Erstlinientherapie für alle symptomatisischen Patienten empfohlen. Sie kann auch bei asymptomatischen Patienten mit manifester Präexzitation erwogen werden und wird für Personen in Hochrisikoberufen stark angeraten.
Es wird davor gewarnt, selektive AV-Knoten-blockierende Medikamente bei Patienten mit manifester Präexzitation und symptomatischer PSVT einzusetzen. Diese können eine schnelle Überleitung von Vorhofflimmern über die akzessorische Leitungsbahn fördern und das Risiko für Kammerflimmern erhöhen.
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Quelle: StatPearls: Paroxysmal Supraventricular Tachycardia (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.