StatPearls2026

Wolff-Parkinson-White-Syndrom: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW) ist ein angeborenes kardiales Präexzitationssyndrom. Es entsteht durch eine akzessorische Leitungsbahn, welche die normale elektrische Isolierung zwischen Vorhöfen und Kammern aufhebt und den AV-Knoten umgeht.

Die Leitlinie unterscheidet strikt zwischen dem reinen WPW-Muster im EKG und dem klinisch manifesten WPW-Syndrom. Letzteres liegt nur vor, wenn neben den EKG-Veränderungen auch symptomatische Tachyarrhythmien wie Palpitationen, Synkopen oder ein Herzstillstand auftreten.

Die typischen EKG-Merkmale umfassen ein verkürztes PR-Intervall, einen verbreiterten QRS-Komplex sowie eine initiale Delta-Welle. Die meisten Patienten mit einem reinen WPW-Muster bleiben zeitlebens asymptomatisch.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Betreuung von Patienten mit WPW:

Diagnostik und Risikostratifizierung

Bei asymptomatischen Patienten mit WPW-Muster wird eine nicht-invasive Risikostratifizierung mittels Belastungs-EKG oder Langzeit-EKG empfohlen. Ein plötzlicher Verlust der Präexzitation bei höheren Herzfrequenzen spricht dabei für ein geringes Risiko.

Eine invasive elektrophysiologische Untersuchung (EPU) wird bei asymptomatischen Patienten mit Hochrisikoprofil oder in Berufen mit hoher Verantwortung als sinnvoll erachtet. Ein SPERRI-Wert (Shortest Pre-Excited R-R Interval) von unter 250 ms gilt als Indikator für ein erhöhtes Risiko.

Akuttherapie bei Tachyarrhythmie

Die Akutbehandlung richtet sich nach der hämodynamischen Stabilität und der Art der Rhythmusstörung:

  • Bei hämodynamischer Instabilität wird eine sofortige synchronisierte Kardioversion empfohlen.

  • Bei einer stabilen orthodromen AVRT (schmaler QRS-Komplex) gelten Vagusmanöver und Adenosin als Erstlinientherapie.

  • Bei einer stabilen antidromen AVRT oder Vorhofflimmern mit Präexzitation (breiter QRS-Komplex) wird Procainamid oder Ibutilid empfohlen.

Langzeitmanagement

Für symptomatische Patienten wird die Katheterablation der akzessorischen Bahn als Therapie der ersten Wahl empfohlen. Sie weist eine hohe Erfolgsquote und ein geringes Komplikationsrisiko auf.

Wenn eine Ablation nicht möglich oder nicht gewünscht ist, kann eine medikamentöse Therapie erwogen werden. Die Wahl des Antiarrhythmikums richtet sich nach dem Vorliegen einer strukturellen Herzerkrankung:

PatientengruppeEmpfohlene Medikamente
Ohne strukturelle HerzerkrankungFlecainid, Propafenon
Mit struktureller HerzerkrankungDofetilid, Sotalol

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von AV-Knoten-blockierenden Medikamenten bei Patienten mit WPW-Syndrom und Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Diese Substanzen können die antegrade Überleitung über die akzessorische Bahn begünstigen und ein Kammerflimmern auslösen.

Folgende Medikamente sind in diesem Setting kontraindiziert:

Medikamentenklasse / WirkstoffRisiko bei WPW mit Vorhofflimmern
AdenosinErhöhtes Risiko für Kammerflimmern
Calciumkanalblocker (Diltiazem, Verapamil)Erhöhtes Risiko für Kammerflimmern
BetablockerErhöhtes Risiko für Kammerflimmern
Amiodaron (intravenös)Potenziell Auslösung von Kammerflimmern
DigoxinErhöhtes Risiko für Kammerflimmern
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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte eine akut auftretende Breitkomplextachykardie bei unklarer Ätiologie immer wie eine ventrikuläre Tachykardie behandelt werden. Es wird dringend davor gewarnt, bei Vorhofflimmern mit WPW-Muster AV-Knoten-Blocker wie Adenosin oder Verapamil einzusetzen, da dies zu einem lebensbedrohlichen Kammerflimmern führen kann.

Häufig gestellte Fragen

Ein WPW-Muster beschreibt rein die elektrokardiographischen Auffälligkeiten ohne klinische Beschwerden. Von einem WPW-Syndrom spricht man laut Leitlinie erst, wenn zusätzlich symptomatische Tachyarrhythmien auftreten.

Die Leitlinie nennt als klassische Trias ein verkürztes PR-Intervall (unter 120 ms), einen verbreiterten QRS-Komplex (über 120 ms) und eine initiale, träge ansteigende Delta-Welle.

Asymptomatische Patienten benötigen in der Regel keine akute Therapie, sondern werden klinisch überwacht. Zur Risikoeinschätzung wird eine nicht-invasive Diagnostik wie ein Belastungs-EKG empfohlen.

Die Katheterablation gilt als Erstlinientherapie für alle symptomatischen Patienten. Bei asymptomatischen Patienten kann sie erwogen werden, wenn in der elektrophysiologischen Untersuchung ein hohes Risiko festgestellt wird.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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