Fieber beim Neugeborenen: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Zusammenfassung unterteilt die neonatale Sepsis basierend auf dem Alter bei Krankheitsbeginn. Eine Frühsepsis (Early-Onset) betrifft Säuglinge in den ersten 72 Lebensstunden, wobei einige Experten die Grenze bei 7 Tagen ziehen. Spätinfektionen (Late-Onset) treten zwischen dem dritten und 28. Lebenstag auf.
Als häufigste Erreger der Frühsepsis werden Streptokokken der Gruppe B (GBS) und Escherichia coli genannt. Bei der Spätsepsis spielen laut Quelle zusätzlich Erreger wie koagulase-negative Staphylokokken, Staphylococcus aureus und Candida albicans eine Rolle.
Die klinische Präsentation eines Neugeborenen mit Sepsis ist variabel. Es wird beschrieben, dass neben Fieber auch Hypothermie, Irritabilität, Lethargie, Apnoen oder eine Trinkschwäche auftreten können.
Empfehlungen
Die Quelle formuliert folgende Kernaspekte für das Management von fiebernden Neugeborenen:
Diagnostik
Bei Verdacht auf eine neonatale Sepsis wird eine initiale Diagnostik empfohlen, die ein großes Blutbild, klinische Chemie sowie Kulturen von Blut, Urin und Liquor umfasst. Zur weiteren Risikoeinschätzung können laut Text C-reaktives Protein (CRP) und Procalcitonin herangezogen werden.
Für Säuglinge unter 28 Tagen mit Fieber empfehlen die Rochester-, Philadelphia- und Boston-Kriterien unabhängig von weiteren Risikofaktoren eine vollständige Sepsis-Diagnostik. Bei unklaren Befunden oder blutigem Liquor wird der Einsatz molekularer Liquor-Tests erwähnt, um zwischen bakteriellen und viralen Erregern zu differenzieren.
Risikostratifizierung
Für die Identifikation von Säuglingen mit hohem Risiko für schwere bakterielle Infektionen nennt die Quelle spezifische Schwellenwerte. Ein hohes Risiko wird durch folgende Parameter definiert:
| Parameter | Schwellenwert für hohes Risiko |
|---|---|
| Procalcitonin | > 0,5 ng/ml |
| C-reaktives Protein (CRP) | > 20 mg/L |
| Absolute Neutrophilenzahl (ANC) | > 10.000/mm³ |
| Urinbefund | Nachweis von Leukozyten |
Gut aussehende, fiebernde Säuglinge über 21 Tagen ohne invasive Infektionsquelle können laut Text in niedrige, mittlere und hohe Risikogruppen eingeteilt werden. Säuglinge mit niedrigem Risiko können demnach ohne empirische Therapie beobachtet werden.
Therapie und Management
Krank erscheinende Neugeborene benötigen eine sofortige empirische Breitbandantibiose. Bei Verdacht auf eine neonatale Herpesinfektion, insbesondere bei erhöhter Erythrozytenzahl im Liquor, wird eine empirische Behandlung mit intravenösem Aciclovir in Betracht gezogen.
Bei flüssigkeitsrefraktärem Schock wird eine Unterstützung mit Vasopressoren wie Dopamin und Dobutamin beschrieben. Für die Volumentherapie gelten spezifische altersabhängige Dosierungen.
Dosierung
Die StatPearls-Zusammenfassung nennt folgende spezifische Dosierungen für die Volumentherapie bei einem septischen Schock:
| Patientengruppe | Dosierung | Applikationsdauer | Maximaldosis |
|---|---|---|---|
| Reifgeborene | 20 ml/kg | So schnell wie möglich | Bis zu 60 ml/kg |
| Frühgeborene | 10 ml/kg | Über 30 bis 60 Minuten | Wiederholung nach Bedarf |
Kontraindikationen
Die Quelle warnt vor dem unkritischen Einsatz von Cefotaxim auf der neonatologischen Intensivstation. Es wird darauf hingewiesen, dass dies zu Ausbrüchen von arzneimittelresistenten nosokomialen Infektionen führen kann.
💡Praxis-Tipp
Die Quelle betont die Wichtigkeit, bei krank erscheinenden Neugeborenen oder bei Vorliegen eines blutigen Liquors eine Herpes-simplex-Infektion in Betracht zu ziehen. In diesen klinischen Situationen wird eine empirische antivirale Therapie mit intravenösem Aciclovir beschrieben, bis die endgültigen Kulturergebnisse vorliegen.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls wird die Frühsepsis am häufigsten durch Streptokokken der Gruppe B (GBS) und Escherichia coli verursacht.
Eine Spätsepsis (Late-Onset) wird in der Regel bei einem Krankheitsbeginn zwischen dem dritten und 28. Lebenstag diagnostiziert. Einige Experten setzen die Grenze für die Frühsepsis jedoch bei 7 Tagen an.
Die Leitlinie empfiehlt bei Säuglingen unter 28 Tagen unabhängig von weiteren Risikofaktoren eine vollständige Sepsis-Diagnostik. Diese umfasst Blutbild, klinische Chemie sowie Kulturen von Blut, Urin und Liquor.
Es wird ein rascher Flüssigkeitsbolus von 20 ml/kg Körpergewicht empfohlen. Dieser kann laut Quelle bei Bedarf auf bis zu 60 ml/kg gesteigert werden.
Eine empirische Therapie mit intravenösem Aciclovir wird bei krank erscheinenden Neugeborenen mit Verdacht auf Herpes in Betracht gezogen. Dies gilt insbesondere, wenn der Liquor eine erhöhte Erythrozytenzahl aufweist.
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Quelle: StatPearls: Fever in a Neonate (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.