StatPearls2026

STEMI (ST-Hebungs-Myokardinfarkt): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der akute ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) entsteht durch den vollständigen Verschluss einer oder mehrerer Koronararterien. Dies führt zu einer transmuralen myokardialen Ischämie und nachfolgender Nekrose. Die häufigste Ursache ist eine Plaquenruptur mit anschließender Thrombusbildung.

Weltweit werden jährlich über sieben Millionen Menschen mit einem akuten Koronarsyndrom (ACS) diagnostiziert. Etwa 30 Prozent dieser Fälle entfallen auf den STEMI. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Dyslipidämie, Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie und Nikotinabusus.

Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der StatPearls-Leitlinie und beschreibt die aktuellen Standards zur Diagnostik und Akutversorgung. Ein schnelles Handeln ist entscheidend, um den Myokardschaden zu begrenzen und die Mortalität zu senken.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management des STEMI:

Diagnostik

Es wird empfohlen, bei erstem medizinischem Kontakt sofort ein 12-Kanal-EKG abzuleiten und innerhalb von 10 Minuten zu befunden. Die Diagnose eines STEMI wird laut Leitlinie bei neuen ST-Strecken-Hebungen am J-Punkt in zwei benachbarten Ableitungen gestellt.

Für die Ableitungen V2 und V3 gelten dabei spezifische Schwellenwerte:

  • 0,25 mV für Männer unter 40 Jahren

  • 0,2 mV für Männer über 40 Jahren

  • 0,15 mV für Frauen

  • 0,1 mV für alle anderen Ableitungen

Bei Vorliegen eines Linksschenkelblocks (LBBB) wird die Anwendung der Sgarbossa-Kriterien zur Diagnosestellung empfohlen. Zur Bestätigung der Diagnose und Risikostratifizierung wird die serielle Messung von hochsensitivem kardialem Troponin (hs-cTn) mittels eines 0-Stunden/1-Stunde- oder 0-Stunden/2-Stunden-Algorithmus empfohlen.

Reperfusionstherapie

Die Leitlinie betont die Dringlichkeit der Reperfusion. Es wird eine primäre perkutane Koronarintervention (PCI) innerhalb von 90 Minuten an einem PCI-fähigen Zentrum empfohlen.

Muss der Patient verlegt werden, sollte die PCI innerhalb von 120 Minuten nach erstem medizinischem Kontakt erfolgen. Ist dies nicht möglich, wird die Einleitung einer Fibrinolysetherapie innerhalb von 30 Minuten nach Ankunft im Krankenhaus empfohlen.

Nach einer Fibrinolyse wird eine sofortige Verlegung in ein PCI-Zentrum empfohlen. Bei erfolgloser Fibrinolyse oder Zeichen eines Reinfarkts ist eine sofortige Rescue-PCI indiziert.

Medikamentöse Therapie

Die Leitlinie empfiehlt eine frühzeitige duale Plättchenhemmung (DAPT). Zusätzlich wird der Beginn einer Antikoagulation (z.B. unfraktioniertes Heparin, Bivalirudin) sowie die Gabe von hochdosierten Statinen und Betablockern empfohlen.

Bei der Wahl des P2Y12-Inhibitors wird folgende Strategie empfohlen:

  • Ticagrelor oder Prasugrel werden bei geplanter PCI bevorzugt

  • Clopidogrel wird bei Fibrinolysetherapie oder hohem Blutungsrisiko empfohlen

Prognose und Risikostratifizierung

Zur Abschätzung der 30-Tage-Mortalität wird die Verwendung des TIMI-Risk-Scores empfohlen. Dieser bewertet acht prognostische Faktoren.

ParameterPunkte
Alter > 75 Jahre3
Alter 64 bis 74 Jahre2
Diabetes, Hypertonie oder Angina-Historie1
Systolischer Blutdruck < 100 mmHg3
Herzfrequenz > 100 Schläge/Minute2
Killip-Klasse II bis IV2
Körpergewicht < 150 lbs (ca. 68 kg)1

Basierend auf der Gesamtpunktzahl erfolgt die Einteilung in Risikokategorien:

Risiko-KategorieTIMI-Score
Niedriges Risiko0 - 4 Punkte
Mittleres Risiko5 - 9 Punkte
Hohes Risiko> 9 Punkte

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungsrichtlinien für die Akuttherapie:

MedikamentDosierung / AnwendungIndikation / Patientengruppe
AspirinLoading-Dose, danach 75-100 mg/Tag ErhaltungsdosisAkutes Koronarsyndrom (Basistherapie)
Fibrinolytika (z.B. Alteplase)Volle DosisPatienten < 75 Jahre ohne PCI-Möglichkeit < 120 Min.
Fibrinolytika (z.B. Alteplase)Halbe DosisPatienten ≥ 75 Jahre ohne PCI-Möglichkeit < 120 Min.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Nitroglycerin: Kontraindiziert bei Patienten, die innerhalb der letzten 24 Stunden Phosphodiesterase-Inhibitoren eingenommen haben, sowie bei Vorliegen eines rechtsventrikulären Infarkts.

  • Prasugrel: Kontraindiziert bei Patienten mit einer Vorgeschichte von transitorischen ischämischen Attacken (TIA) oder Schlaganfällen.

  • Sauerstoff: Es wird vor der routinemäßigen Sauerstoffgabe bei normoxischen Patienten gewarnt, da dies potenziell schädliche Effekte haben kann.

  • Thrombusaspiration: Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen manuellen Thrombusaspiration vor der PCI ab, da ein erhöhtes Schlaganfallrisiko beobachtet wurde.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei Vorliegen eines Linksschenkelblocks (LBBB) die EKG-Diagnostik eines STEMI erschwert, weshalb die Anwendung der Sgarbossa-Kriterien empfohlen wird. Zudem wird davor gewarnt, normoxischen Patienten routinemäßig Sauerstoff zu verabreichen, da aktuelle Studien auf potenziell schädliche Effekte bei fehlender Hypoxämie hinweisen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie definiert einen STEMI als neue ST-Hebung am J-Punkt in zwei benachbarten Ableitungen. In V2 und V3 gelten alters- und geschlechtsspezifische Grenzen (z.B. >0,25 mV für Männer unter 40 Jahren), in allen anderen Ableitungen gilt ein Schwellenwert von >0,1 mV.

Bei Patienten, die eine primäre PCI erhalten, werden laut Leitlinie Ticagrelor oder Prasugrel gegenüber Clopidogrel bevorzugt. Clopidogrel wird empfohlen, wenn eine Fibrinolyse durchgeführt wird oder ein hohes Blutungsrisiko besteht.

Eine Fibrinolyse wird empfohlen, wenn eine PCI nicht innerhalb von 120 Minuten nach dem ersten medizinischen Kontakt durchgeführt werden kann. Sie sollte innerhalb von 30 Minuten nach Ankunft im Krankenhaus appliziert werden.

Der TIMI-Score nutzt acht Parameter zur Risikostratifizierung, darunter Alter, Blutdruck (<100 mmHg), Herzfrequenz (>100/min) und Killip-Klasse. Er hilft laut Leitlinie bei der Vorhersage der 30-Tage-Mortalität.

Die Leitlinie warnt vor der Gabe von Nitroglycerin bei Patienten mit einem rechtsventrikulären Infarkt. Ebenso ist es kontraindiziert, wenn in den letzten 24 Stunden Phosphodiesterase-Hemmer eingenommen wurden.

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Quelle: StatPearls: Acute ST-Segment Elevation Myocardial Infarction (STEMI) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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