StatPearls2026

Koronare Herzkrankheit (KHK): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist durch die Bildung atherosklerotischer Plaques in den Koronararterien gekennzeichnet. Dies führt zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Myokards und ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität.

Zu den Hauptrisikofaktoren zählen neben Alter und genetischer Prädisposition vor allem modifizierbare Faktoren wie Hypertonie, Rauchen, Adipositas und Hypercholesterinämie. Die Pathophysiologie basiert auf einer Endothelschädigung mit anschließender Makrophagen- und Lipidakkumulation, was zur Plaquebildung und potenziellen Gefäßokklusion führt.

Die Erkrankung wird klinisch in die stabile ischämische Herzerkrankung (SIHD) und das akute Koronarsyndrom (ACS) unterteilt. Eine frühzeitige Diagnose und zielgerichtete Therapie sind entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen wie Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen oder den plötzlichen Herztod zu vermeiden.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert detaillierte Empfehlungen zur Evaluation und Behandlung der koronaren Herzkrankheit.

Klassifikation

Die Leitlinie unterteilt die koronare Herzkrankheit in verschiedene klinische Manifestationen:

KlassifikationSubtypen / MerkmaleKlinische Präsentation
Stabile ischämische Herzerkrankung (SIHD)Stabile Angina pectorisBelastungsabhängige Beschwerden, Besserung in Ruhe
Akutes Koronarsyndrom (ACS)Instabile Angina pectorisPlötzliche Beschwerden, auch in Ruhe
Akutes Koronarsyndrom (ACS)NSTEMIIschämiesymptome ohne ST-Hebung, positive Biomarker
Akutes Koronarsyndrom (ACS)STEMIST-Hebungen im EKG, kompletter Gefäßverschluss

Diagnostik

Laut Leitlinie ist das Elektrokardiogramm (EKG) die grundlegende Untersuchung zur Beurteilung von Ischämien und Rhythmusstörungen. Bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom wird eine sofortige EKG-Ableitung empfohlen.

Für die weitere Evaluation werden folgende Modalitäten empfohlen:

  • Echokardiografie zur Beurteilung von Wandbewegungsstörungen und Klappenfunktionen

  • Belastungstests (Ergometrie, Stress-Echokardiografie) bei Verdacht auf stabile Angina pectoris

  • Bestimmung kardialer Biomarker (Troponin, CK) und BNP im akuten Setting

  • Koronarangiografie als Goldstandard zur genauen Beurteilung von Stenosen

Ein Koronarkalk-Scoring (CAC) in Kombination mit einer CT-Angiografie kann zur initialen Risikostratifizierung bei symptomatischen Personen eingesetzt werden.

Therapie der stabilen KHK (SIHD)

Die Basis der Behandlung bildet eine leitliniengerechte medikamentöse Therapie (GDMT) in Kombination mit Lebensstilanpassungen.

Es wird folgende medikamentöse Basistherapie empfohlen:

  • Niedrig dosiertes Aspirin

  • Beta-Blocker mit einem Zielpuls von 55 bis 60 Schlägen pro Minute

  • Bedarfsgerechte Nitratgabe

  • Statintherapie in moderater bis hoher Intensität

Bei unzureichender Symptomkontrolle wird die Eskalation um Kalziumkanalblocker, langwirksame Nitrate oder Ranolazin empfohlen. Bei Versagen der maximalen medikamentösen Therapie sollte eine Koronarangiografie zur Planung einer Revaskularisation (PCI oder CABG) erfolgen.

Therapie des akuten Koronarsyndroms (ACS)

Bei einem STEMI wird eine Notfall-Perkutane Koronarintervention (PCI) innerhalb von 2 Stunden in einem geeigneten Zentrum empfohlen. Ist dies nicht möglich, sollte eine intravenöse Thrombolyse erfolgen.

Die akute medikamentöse Versorgung umfasst laut Leitlinie:

  • Volle Dosis sublinguales Aspirin (324 mg)

  • Nitrate zur Schmerzlinderung (unter Beachtung von Kontraindikationen)

  • Frühzeitige Gabe von hochdosierten Statinen und Beta-Blockern

  • P2Y12-Inhibitoren (z.B. Prasugrel, Ticagrelor) je nach klinischem Bild

Für Personen mit NSTEMI und einem mittleren bis hohen TIMI-Score (>2) wird eine frühe invasive Strategie innerhalb von 24 Stunden empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungen im Rahmen der KHK-Therapie:

MedikamentDosierungIndikation / Anmerkung
Aspirin324 mg sublingualAkutgabe bei Verdacht auf akutes Koronarsyndrom (ACS)
Atorvastatin80 mg täglichSekundärprävention, besonders bei hohem Risiko, Diabetes oder niedrigem HDL
Clopidogrel75 mg täglichErhaltungstherapie nach PCI (Alternative zu Aspirin)
Aspirin100 mg täglichErhaltungstherapie nach PCI

Es wird darauf hingewiesen, dass die duale Plättchenhemmung (DAPT) in der Regel für 6 bis 12 Monate nach einer Stent-Implantation fortgeführt wird.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen und Warnhinweise für die medikamentöse Therapie.

Nitrate sind kontraindiziert bei Vorliegen einer Hypotonie, bei Rechtsherzversagen sowie bei der Einnahme von Phosphodiesterase-Inhibitoren in den letzten 24 bis 48 Stunden.

Bei der Gabe von Beta-Blockern wird vor potenziellen Nebenwirkungen wie Bradykardie und Hypotonie gewarnt. ACE-Hemmer können laut Leitlinie zu Hypotonie, Schwindel, Kreatininanstieg, Husten und allergischen Reaktionen wie Angioödemen führen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie betrifft die atypische Präsentation der koronaren Herzkrankheit. Es wird betont, dass insbesondere Frauen, ältere Menschen und Personen mit Diabetes häufig keine klassischen Angina-pectoris-Beschwerden zeigen, sondern mit atypischen Schmerzen, Dyspnoe oder unerklärlicher Erschöpfung vorstellig werden. Ein fehlendes ST-Hebungs-Muster im EKG schließt ein akutes Ereignis nicht aus und erfordert eine sorgfältige klinische Überwachung, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zeigt sich ein STEMI durch ST-Hebungen von mindestens 1 mm in benachbarten Ableitungen (außer V2 und V3). In den Ableitungen V2 und V3 sind Hebungen von 2 mm bei Männern und 1,5 mm bei Frauen erforderlich. Ein neu aufgetretener Linksschenkelblock gilt als STEMI-Äquivalent.

Die Leitlinie empfiehlt bei der stabilen koronaren Herzkrankheit eine Titration der Beta-Blocker-Therapie, um eine Ruheherzfrequenz von 55 bis 60 Schlägen pro Minute zu erreichen.

Eine intravenöse Thrombolysetherapie wird empfohlen, wenn eine perkutane Koronarintervention (PCI) nicht innerhalb von 2 Stunden durchgeführt werden kann. Vorab müssen Kontraindikationen für eine Lyse ausgeschlossen werden.

Es wird in der Regel eine DAPT für 6 bis 12 Monate nach Implantation eines medikamentenbeschichteten Stents (DES) empfohlen. Eine verlängerte Gabe reduziert laut Leitlinie das Risiko für Stentthrombosen, erhöht jedoch das Blutungsrisiko.

Ein CAC-Score von 0 bei symptomatischen Personen schließt eine obstruktive koronare Herzkrankheit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aus. Bei Personen unter 45 Jahren kann laut Leitlinie dennoch eine CT-Angiografie erforderlich sein, um eine Obstruktion sicher auszuschließen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Coronary Artery Disease (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien