StatPearls2026

Hornhautabrasio (Corneal Abrasion): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Hornhautabrasio gehört zu den häufigsten Augenverletzungen und entsteht durch ein nicht-penetrierendes Trauma des Hornhautepithels. Die StatPearls-Leitlinie fasst die aktuellen Empfehlungen zu Diagnostik und Management dieser schmerzhaften Läsionen zusammen.

Typische Ursachen umfassen mechanische Verletzungen durch Fingernägel, Fremdkörper oder Kontaktlinsen. Auch spontane und rezidivierende Erosionen können auftreten, insbesondere bei vorbestehenden Hornhautdystrophien oder dem Syndrom des trockenen Auges.

Betroffene präsentieren sich meist mit starken Schmerzen, Fremdkörpergefühl, Photophobie und vermehrtem Tränenfluss. Eine schnelle und korrekte Beurteilung ist entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen wie Hornhautulzera oder dauerhafte Vernarbungen zu vermeiden.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das klinische Management:

Klinische Untersuchung und Diagnostik

Laut Leitlinie wird eine Untersuchung mittels Spaltlampe oder Stiftlampe empfohlen. Zur Identifikation von Epitheldefekten soll eine Fluoreszein-Färbung unter kobaltblauem Licht erfolgen.

Zudem wird empfohlen, die Augenlider zu evertieren, um nach versteckten Fremdkörpern zu suchen. Die vordere Augenkammer muss zwingend auf das Vorhandensein eines Hyphämas oder Hypopyons untersucht werden.

Fremdkörperentfernung

Wird ein Fremdkörper entdeckt, empfiehlt die Leitlinie den Versuch einer Entfernung mittels Spülung oder Wattestäbchen unter direkter Sicht.

Sollte dies nicht gelingen, kann nach Gabe eines topischen Anästhetikums ein metallisches Instrument verwendet werden. Bei Erfolglosigkeit wird eine augenärztliche Überweisung innerhalb von 24 Stunden angeraten.

Medikamentöse Therapie

Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz topischer Antibiotika zur Infektionsprophylaxe. Salben werden gegenüber Tropfen häufig bevorzugt, da sie zusätzlich als Schmiermittel dienen und bei Kindern weniger brennen.

Zur Schmerztherapie bei leichten bis mittelschweren Abrasiones wird die Gabe von oralen und topischen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) empfohlen. Bei ausgeprägter Photophobie kann der Einsatz von Zykloplegika erwogen werden.

Überweisung zum Augenarzt

Die Leitlinie definiert klare Kriterien für eine sofortige oder zeitnahe augenärztliche Vorstellung:

  • Verdacht auf eine offene Augenverletzung (sofortige Überweisung)

  • Vorliegen eines Hyphämas, Hypopyons oder eines signifikanten Visusverlusts

  • Große Epitheldefekte nach 24 Stunden oder eitrige Sekretion

  • Ausbleibende Heilung nach 3 bis 4 Tagen

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Therapieansätze in Abhängigkeit von der Ursache:

Indikation / PatientengruppeEmpfohlene MedikationDosierung / AnwendungBesonderheiten
Ohne KontaktlinsenErythromycin4x täglich für 5 TageSalbe wird als Schmiermittel bevorzugt
Mit KontaktlinsenFluorchinolone oder AminoglykosideKeine genaue AngabeAbdeckung von Pseudomonas zwingend erforderlich
Leichte bis mittlere SchmerzenOrale NSAR (z. B. Ibuprofen)Nach BedarfKombination mit topischen NSAR-Tropfen möglich
PhotophobieZykloplegika (z. B. Cyclopentolat)Für 2 TageKurze Wirkdauer wird bevorzugt

Kontraindikationen

Die Leitlinie spricht sich deutlich gegen die routinemäßige Verwendung von Augenverbänden (Patching) aus. Dies gilt insbesondere, wenn die Abrasio durch Kontaktlinsen verursacht wurde.

Zudem wird streng vor dem Einsatz topischer Kortikosteroide gewarnt, da diese die Wundheilung verzögern und das Infektionsrisiko erhöhen.

Bei Patienten, die keine Kontaktlinsen tragen, wird laut Leitlinie von der Verwendung von Aminoglykosid-Antibiotika abgeraten.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie betrifft Kontaktlinsenträger mit einem Hornhautepitheldefekt. Bei dieser Patientengruppe wird dringend empfohlen, auf Hornhautinfiltrate zu achten und zwingend eine antibiotische Therapie mit Pseudomonas-Wirksamkeit (z. B. Fluorchinolone) einzuleiten, um einer visusbedrohenden bakteriellen Keratitis vorzubeugen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfolgt die Diagnose primär durch eine Fluoreszein-Färbung. Unter kobaltblauem Licht leuchtet der Epitheldefekt grün auf und lässt sich so gut abgrenzen.

Die Leitlinie rät von der routinemäßigen Anlage eines Augenverbandes ab. Dies gilt insbesondere für Verletzungen, die durch Kontaktlinsen verursacht wurden.

Es wird die Gabe von oralen NSAR wie Ibuprofen empfohlen, gegebenenfalls in Kombination mit topischen NSAR-Tropfen. Bei sehr starken Schmerzen kann laut Leitlinie kurzzeitig auf orale Opioide zurückgegriffen werden.

Eine sofortige Überweisung wird bei Verdacht auf eine offene Augenverletzung, Hyphäma oder Hypopyon empfohlen. Auch bei einem Visusverlust von mehr als zwei Zeilen oder fehlender Heilung nach drei Tagen ist eine augenärztliche Vorstellung indiziert.

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Gabe von topischen Kortikosteroiden. Diese verzögern die Wundheilung und erhöhen das Risiko für schwerwiegende Infektionen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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