StatPearls2026

Augenverätzungen und Verbrennungen: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Augenverätzungen und -verbrennungen stellen einen ophthalmologischen Notfall dar, der weltweit eine Hauptursache für vermeidbare Erblindungen ist. Die StatPearls-Leitlinie betont, dass chemische Verletzungen, insbesondere durch Laugen, aufgrund ihrer schnellen Gewebepenetration am gefährlichsten sind.

Die Pathophysiologie wird maßgeblich durch Ischämie, Entzündung und den Verlust von kornealen Stammzellen bestimmt. Eine Schädigung des Limbus beeinträchtigt die epitheliale Regeneration und führt zu Vernarbungen sowie einer Vaskularisation der Hornhaut.

Die Prognose hängt stark von der Art des auslösenden Agens, der Dauer der Exposition und dem Ausmaß der limbalen Ischämie ab. Eine schnelle und adäquate Erstversorgung ist laut Leitlinie entscheidend für den langfristigen Visuserhalt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Augenverätzungen:

Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt zunächst die Sicherung der Vitalfunktionen (ABC-Schema), bevor die spezifische Augenuntersuchung erfolgt.

Nach der initialen Spülung wird eine Überprüfung des pH-Wertes empfohlen, bis ein neutraler Wert (7,0 bis 7,4) erreicht ist.

Zur weiteren Evaluation wird geraten:

  • Bestimmung der Sehschärfe (Visus) als wichtiger prognostischer Faktor

  • Spaltlampenuntersuchung zur Beurteilung von Hornhaut, Limbus und Vorderkammer

  • Fluoreszein-Färbung zur Darstellung von Epitheldefekten

  • Messung des Augeninnendrucks (IOP) nach Stabilisierung des Bulbus

  • B-Bild-Sonografie bei fehlendem Einblick in die hinteren Augenabschnitte

Akuttherapie (Tag 0-7)

Laut Leitlinie hat die sofortige und ausgiebige Spülung des Auges höchste Priorität und darf nicht für diagnostische Maßnahmen verzögert werden. Es wird empfohlen, Leitungswasser oder isotonische Lösungen für mindestens 30 Minuten bis zu mehreren Stunden zu verwenden.

Zusätzlich wird eine medikamentöse Therapie empfohlen:

  • Topische Kortikosteroide zur Entzündungshemmung (mit Ausschleichen nach 7 bis 14 Tagen)

  • Topische Zykloplegika zur Schmerzkontrolle

  • Konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel und topische Antibiotika (z. B. Erythromycin)

  • Medikamentöse Senkung des Augeninnendrucks bei Bedarf

Chirurgische Intervention und Rekonstruktion

Bei mittelschweren bis schweren Verätzungen wird eine frühe Amnionmembrantransplantation (AMT) innerhalb der ersten Woche empfohlen.

In der chronischen Phase (ab Tag 21) rät die Leitlinie bei Vorliegen einer Stammzellinsuffizienz zu regenerativen Verfahren. Hierzu zählen die einfache limbale Epitheltransplantation (SLET) oder die kultivierte limbale Epitheltransplantation (CLET).

Eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) sollte erst nach Etablierung einer stabilen, entzündungsfreien Augenoberfläche erfolgen.

Dosierung

Die Leitlinie erwähnt folgende systemische Begleittherapien zur Unterstützung der Wundheilung:

WirkstoffDosierungIndikation / Ziel
Doxycyclin20-50 mg p.o., 2x täglichSystemische Begleittherapie zur Wundheilung
Vitamin C1000 mg p.o., 1x täglichSystemische Begleittherapie zur Wundheilung

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor der Anwendung von topischen Aminoglykosiden (wie Gentamicin und Tobramycin). Es wird darauf hingewiesen, dass diese Substanzen eine toxische Wirkung auf das Hornhautepithel haben und daher vermieden werden sollten.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass die sofortige und ausgiebige Augenspülung absolute Priorität vor allen diagnostischen Untersuchungen hat. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Schmerzintensität kein verlässlicher Indikator für die Schwere der Verletzung ist, da bei schweren Laugenverätzungen die Hornhautnerven geschädigt sein können und der Schmerz paradoxerweise gering ausfällt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte die Spülung mindestens 30 Minuten andauern. Bei schweren Verletzungen wird eine kontinuierliche Spülung von 2 bis 4 Stunden empfohlen, bis ein neutraler pH-Wert (7,0 bis 7,4) erreicht ist.

Die Leitlinie gibt an, dass die Schnelligkeit der Spülung wichtiger ist als die Art der Lösung. Es wird empfohlen, sofort Leitungswasser zu verwenden, falls keine sterilen isotonischen Lösungen (wie Ringer-Laktat oder NaCl 0,9 %) verfügbar sind.

Es wird beschrieben, dass Laugen lipophil sind und durch Verseifung der Zellmembranen sehr schnell und tief in das Gewebe eindringen. Säuren hingegen führen zu einer Koagulationsnekrose, die eine Barriere bildet und das tiefere Eindringen oft begrenzt.

Die Leitlinie empfiehlt eine frühe AMT bei mittelschweren bis schweren Augenverätzungen. Dieser Eingriff sollte idealerweise innerhalb der ersten 7 bis 10 Tage erfolgen, um Entzündungen zu reduzieren und die Heilung zu fördern.

Es wird die Anwendung von gut verträglichen, konservierungsmittelfreien Augensalben wie Erythromycin empfohlen. Vor Aminoglykosiden wird aufgrund ihrer epitheltoxischen Eigenschaften ausdrücklich gewarnt.

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Quelle: StatPearls: Ocular Burns (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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