Radiokarpalgelenk: Anatomie, Frakturen und Diagnostik
Hintergrund
Das Radiokarpalgelenk bildet zusammen mit dem Ulnokarpalgelenk und dem distalen Radioulnargelenk den Handgelenkskomplex. Laut der StatPearls-Publikation handelt es sich um ein Synovialgelenk, das die Artikulation zwischen dem distalen Radius und den proximalen Handwurzelknochen (Skaphoid, Lunatum, Triquetrum) ermöglicht.
Die knöchernen Strukturen sind auf umgebende mechanische Kräfte angewiesen, da Skaphoid, Lunatum und Triquetrum ein interkaliertes Segment bilden und keine direkten Sehnenansätze besitzen. Die Stabilität wird maßgeblich durch den triangulären fibrokarilaginären Komplex (TFCC) sowie intrinsische und extrinsische Bänder gewährleistet.
Das Gelenk nimmt in Neutralstellung etwa 80 Prozent der über das Handgelenk übertragenen Kräfte auf. Es ermöglicht Flexion, Extension sowie Radial- und Ulnardeviation, während die Rotation der Hand durch das Zusammenspiel mit der Pro- und Supination des Unterarms erfolgt.
Empfehlungen
Die Publikation beschreibt folgende klinische und chirurgische Kernaspekte des Radiokarpalgelenks:
Frakturen des distalen Radius
Distale Radiusfrakturen gehören zu den häufigsten Frakturen, insbesondere bei älteren Menschen mit osteoporotischen Veränderungen. Die Einteilung erfolgt anhand des Frakturmusters und der Dislokation des distalen Fragments.
| Frakturtyp | Beschreibung |
|---|---|
| Colles-Fraktur | Fraktur des distalen Radius mit dorsaler Angulation |
| Chauffeur-Fraktur | Avulsionsfraktur des Processus styloideus radii |
| Smith-Fraktur | Fraktur des distalen Radius mit volarer Angulation oder Dislokation |
| Barton-Fraktur | Fraktur mit Dislokation des distalen Fragments und Carpus (Fraktur-Subluxation) |
Zur chirurgischen Versorgung wird häufig ein volarer Zugang beschrieben. Dabei wird der Musculus pronator quadratus angehoben, um eine volare Platte zur strukturellen Fixierung der reponierten Fraktur anzubringen.
Skaphoidfrakturen und Bandverletzungen
Das Skaphoid ist der am häufigsten frakturierte Handwurzelknochen. Aufgrund der sensiblen Gefäßversorgung besteht ein hohes Risiko für eine Pseudarthrose (Non-Union).
Zu den genannten Indikationen für eine chirurgische Behandlung zählen:
-
Dislozierte Frakturen
-
Frakturen des proximalen Pols
-
Pseudarthrosen (Non-Union)
Bei Verletzungen des skapholunären interossären Bandes wird vor der möglichen Entwicklung eines "Scapholunate Advanced Collapse" (SLAC) gewarnt. Diese Instabilität führt zu einer inkorrekten Kraftverteilung und kann eine beschleunigte Handgelenksarthrose zur Folge haben.
Morbus Kienböck (Lunatummalazie)
Eine Unterbrechung der Gefäßversorgung des Os lunatum kann zu einer avaskulären Nekrose führen. In frühen Stadien wird eine konservative Behandlung mit NSAR und Ruhigstellung beschrieben.
Bei fortgeschrittener Erkrankung mit radiologischem Nachweis eines Lunatumkollapses werden chirurgische Maßnahmen aufgeführt. Diese reichen von Knochentransplantationen bis hin zu Gelenkfusionen.
💡Praxis-Tipp
Die StatPearls-Publikation weist darauf hin, dass das Ligamentum radioscapholunatum (Testut-Band) keine strukturelle Stabilität bietet, sondern als Leitstruktur für die Gefäßversorgung des Os lunatum dient. Eine Verletzung in diesem Bereich kann die Durchblutung kompromittieren und zur Entwicklung eines Morbus Kienböck beitragen. Zudem wird betont, dass Skaphoidfrakturen aufgrund ihrer retrograden Blutversorgung ein besonders hohes Risiko für Pseudarthrosen aufweisen.
Häufig gestellte Fragen
Laut der Publikation setzen nur der Musculus pronator quadratus und der Musculus brachioradialis direkt am distalen Radius an. Das Skaphoid dient zudem als Ursprung für den Musculus abductor pollicis brevis.
Der Poirier-Raum ist ein schwacher Bereich zwischen dem Ligamentum radioscaphocapitatum und dem langen radiolunären Band. Der Text beschreibt, dass diese anatomische Schwachstelle für karpale Instabilitäten prädisponiert.
Da diese Frakturen meist nicht disloziert sind, wird in der Regel ein nicht-operatives Vorgehen beschrieben. Die Behandlung erfolgt typischerweise durch Ruhigstellung in einem Unterarmgips oder einer abnehmbaren Schiene.
Das Tuberculum Listeri fungiert als knöcherne Umlenkrolle (Hypomochlion) für die Sehne des Musculus extensor pollicis longus. Morphologische Varianten dieses Tuberculums können klinische Relevanz für die chirurgische Planung und die Prädisposition für Handgelenkspathologien haben.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Hand Radiocarpal Joint (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
StatPearls: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Forearm Radius
StatPearls: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Distal Radio-Ulnar Joint
StatPearls: Wrist Sprain
StatPearls: Wrist Dislocation
StatPearls: Wrist Arthrodesis
StatPearls: Wrist Imaging
StatPearls: Lunotriquetral Instability
StatPearls: Perilunate Dislocation
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen