Distales Radioulnargelenk (DRUJ): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Das distale Radioulnargelenk (DRUJ) ist ein essenzielles Drehgelenk für die Supination und Pronation des Unterarms. Laut der StatPearls-Leitlinie wird die Stabilität dieses Gelenks maßgeblich durch den triangulären fibrokartilaginären Komplex (TFCC), die Membrana interossea und die Gelenkkapsel aufrechterhalten.
Verletzungen oder degenerative Veränderungen des DRUJ können zu erheblichen Schmerzen, Funktionseinschränkungen und Instabilitäten im Handgelenk führen. Die Leitlinie betont, dass etwa 20 % der Gelenkstabilität durch die knöcherne Architektur bedingt sind, während die restlichen 80 % durch Weichteilstrukturen gesichert werden.
Eine genaue Kenntnis der anatomischen Variabilität, wie beispielsweise der Ulnavarianz, ist für die klinische Beurteilung von Unterarmfrakturen unerlässlich. Es wird darauf hingewiesen, dass die Länge der Ulna im Vergleich zum Radius stark variieren kann, was die Form der Gelenkflächen beeinflusst.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Klinik:
Diagnostik und Bildgebung
Die Diagnose einer DRUJ-Instabilität oder einer TFCC-Läsion wird häufig klinisch gestellt. Zur weiteren Abklärung wird der Einsatz von Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) in Supination und Pronation beschrieben.
Ein Abstand von mehr als 6 mm zwischen Radius und Ulna im CT gilt laut Leitlinie als starker Hinweis auf eine DRUJ-Instabilität. Konventionelle Röntgenbilder werden zur Identifikation von Begleitläsionen wie Arthrose, distaler Radiusfehlstellung oder Ulnarimpaktionssyndrom eingesetzt.
Klinische Untersuchungstests
Zur Identifikation von DRUJ-Instabilitäten und TFCC-Rissen beschreibt der Text spezifische klinische Manöver, die stets im Seitenvergleich durchgeführt werden sollten:
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Klaviertasten-Phänomen (Piano key sign): Eine dorsale Positionierung des Ulnakopfes bei proniertem Unterarm mit anschließender volarer Druckausübung zeigt bei erhöhter Translation ein positives Ergebnis.
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Press-Test: Das Auftreten von ulnaren Schmerzen beim Abstützen aus einer sitzenden Position auf Armlehnen deutet auf eine TFCC-Läsion hin.
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Grind-Test: Eine Supination unter Ulnardeviation komprimiert den Karpus gegen den TFCC und provoziert bei Läsionen Schmerzen.
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Fovea-Zeichen: Ein Druckschmerz zwischen dem Processus styloideus und der Sehne des Musculus extensor carpi ulnaris (ECU) weist auf eine DRUJ-Läsion hin.
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DRUJ-Ballottement-Test: Schmerzen oder eine vermehrte anteroposteriore Verschieblichkeit der Ulna bei stabilisiertem Radiokarpalgelenk deuten auf eine Instabilität hin.
Chirurgische Aspekte
Eine operative Intervention ist bei isolierten oder kombinierten Verletzungen indiziert, die zu einer signifikanten DRUJ-Instabilität führen. Die Leitlinie erwähnt arthroskopische und offene Verfahren zur TFCC-Rekonstruktion.
Es wird betont, dass Patienten im Vorfeld sorgfältig aufgeklärt werden müssen. Rekonstruktive Eingriffe dienen häufig primär der Schmerzkontrolle und können die Gelenkstabilität nicht in jedem Fall vollständig wiederherstellen.
Kontraindikationen
Laut Leitlinie ist eine DRUJ-Operation bei Vorliegen bestimmter Begleitpathologien kontraindiziert. Dazu gehören:
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Längendiskrepanzen zwischen Radius und Ulna
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DRUJ-Arthrose
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Insuffizienz der Incisura ulnaris (Sigmoid notch)
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Subluxation der ECU-Sehne
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Andere Ursachen für Handgelenksschmerzen, wie das Ulnarimpaktionssyndrom
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, isolierte Risse des distalen Radioulnargelenks, die durch Stürze auf die ausgestreckte Hand entstehen, fälschlicherweise als einfache Handgelenksverstauchungen zu diagnostizieren. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine chronische DRUJ-Instabilität zu einem Ulnarisrinnen-Syndrom (Guyon-Loge) führen kann, weshalb bei ulnaren Neuropathien das Gelenk stets auf Stabilität geprüft werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie beschreibt, dass eine Computertomografie (CT) in Supination und Pronation hilfreich ist. Ein Abstand von mehr als 6 mm zwischen Radius und Ulna im CT weist auf eine Instabilität hin.
Der trianguläre fibrokartilaginäre Komplex (TFCC) ist der wichtigste passive Stabilisator des distalen Radioulnargelenks. Er überträgt axiale Kräfte über das Ulnokarpalgelenk und ermöglicht eine flexible Verbindung zwischen Radius und Ulna.
Bei diesem klinischen Test wird der Ulnakopf bei proniertem Unterarm nach volar gedrückt. Laut Leitlinie spricht eine erhöhte Translation im Seitenvergleich für eine Instabilität des distalen Radioulnargelenks.
Chirurgische Eingriffe sind laut Leitlinie unter anderem bei DRUJ-Arthrose, Längendiskrepanzen zwischen Radius und Ulna sowie bei einer Subluxation der ECU-Sehne kontraindiziert. In diesen Fällen müssen alternative Therapieansätze evaluiert werden.
Das Gelenk wird durch den Nervus interosseus anterior (ein Ast des Nervus medianus) und den Nervus interosseus posterior (ein Ast des Nervus radialis) innerviert. Diese bilden artikuläre Äste im distalen Unterarmbereich.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Distal Radio-Ulnar Joint (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.