Skabies (Krätze): Diagnostik, Therapie und Hygiene

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der RKI-Ratgeber beschreibt die Skabies (Krätze) als eine durch die Krätzemilbe Sarcoptes scabiei var. hominis verursachte Ektoparasitose. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch direkten, längeren Haut-zu-Haut-Kontakt von mindestens fünf bis zehn Minuten.

Kurze Kontakte wie Händeschütteln oder Umarmungen gelten bei der gewöhnlichen Skabies als risikoarm. Eine Ausnahme bildet die hochkontagiöse Scabies crustosa, bei der bereits kurze Berührungen oder der Kontakt mit Hautschuppen zu einer Infestation führen können.

Außerhalb des menschlichen Wirtes überleben die Milben bei üblicher Raumtemperatur (21 °C) und normaler Luftfeuchtigkeit laut Leitlinie maximal 48 Stunden. Bei Temperaturen ab 50 °C sterben sie innerhalb von zehn Minuten ab.

Klinischer Kontext

Skabies ist eine weltweit verbreitete parasitäre Hauterkrankung, die durch die Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei var. hominis) verursacht wird. Die Prävalenz ist in Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflegeheimen oder Kindergärten aufgrund des engen Körperkontakts besonders hoch.

Die weiblichen Milben graben Gänge in das Stratum corneum der Epidermis und legen dort ihre Eier sowie Kotballen (Szybala) ab. Dies löst nach einer Latenzzeit eine zellvermittelte Immunantwort vom Typ IV aus, welche für den charakteristischen, stark ausgeprägten und nächtlich exazerbierenden Pruritus verantwortlich ist.

Klinisch zeigt sich die Erkrankung durch gerötete Papeln, Kratzexkoriationen und feine Milbengänge an Prädilektionsstellen wie Interdigitalräumen, Handgelenken und Genitalien. Die frühzeitige Diagnostik mittels Dermatoskopie oder mikroskopischem Nachweis ist essenziell, um Ausbrüche zu verhindern und bakterielle Superinfektionen durch ständiges Kratzen zu vermeiden.

Wissenswertes

Bei einer Erstinfektion beträgt die Inkubationszeit in der Regel zwei bis sechs Wochen, da sich die spezifische Immunantwort erst aufbauen muss. Bei einer Reinfektion treten die Symptome durch die bereits bestehende Sensibilisierung meist schon nach ein bis vier Tagen auf.

Typische Prädilektionsstellen bei Erwachsenen sind die Interdigitalräume der Hände, Beugeseiten der Handgelenke, Ellenbogen, vordere Axillarfalten sowie die Genital- und Perianalregion. Kopf, Nacken und Fußsohlen bleiben bei immunkompetenten Erwachsenen meist ausgespart.

In der Dermatoskopie zeigt sich das charakteristische Drachenflieger-Zeichen (Delta-Wing-Sign), welches dem vorderen Körperteil der Milbe am Ende eines Milbengangs entspricht. Die Milbengänge selbst stellen sich als feine, gewundene, weißliche Linien dar.

Die Skabies crustosa tritt vor allem bei immunsupprimierten Patienten, älteren Menschen oder Personen mit neurologischen Erkrankungen auf. Sie zeichnet sich durch eine extrem hohe Milbenlast und massive Hyperkeratosen aus, was sie hochkontagiös macht.

Die häufigste Komplikation ist die bakterielle Superinfektion der aufgekratzten Hautläsionen, meist durch Staphylococcus aureus oder Streptococcus pyogenes. Dies kann in der Folge zu Impetigo contagiosa, Lymphangitis oder schwerwiegenden systemischen Infektionen führen.

Kleidung, Bettwäsche und Handtücher sollten bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden, um Milben zuverlässig abzutöten. Nicht waschbare Gegenstände können in Plastiksäcken luftdicht verpackt für mindestens 72 Stunden bei Raumtemperatur gelagert werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im Management der Skabies ist die zeitlich versetzte Behandlung von Kontaktpersonen. Der RKI-Ratgeber betont, dass alle engen Kontaktpersonen zwingend zeitgleich mit dem Indexpatienten behandelt werden sollen, auch wenn sie völlig symptomfrei sind. Zudem wird darauf hingewiesen, dass sich eine erstmalige Infestation erst nach einer Inkubationszeit von zwei bis fünf Wochen durch Juckreiz manifestiert, was bei der Aufklärung von Kontaktpersonen unbedingt kommuniziert werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut RKI-Ratgeber können Kinder Gemeinschaftseinrichtungen direkt nach Abschluss der ersten ordnungsgemäßen Behandlung mit einem topischen Antiskabiosum wieder besuchen. Bei einer oralen Therapie mit Ivermectin ist der Besuch 24 Stunden nach der Einnahme wieder gestattet. Dies gilt jedoch nicht bei Vorliegen einer Scabies crustosa.

Bei üblichen Raumtemperaturen von 21 °C und normaler Luftfeuchtigkeit sind Krätzemilben laut Ratgeber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht länger als 48 Stunden infektiös. Bei 50 °C, beispielsweise in der Waschmaschine, überleben sie nicht länger als 10 Minuten.

Als enge Kontaktpersonen definiert die Leitlinie alle Personen, die über einen längeren Zeitraum (mehr als 5 bis 10 Minuten) großflächigen Haut-zu-Haut-Kontakt zum Erkrankten hatten. Dazu zählen beispielsweise Personen, die im selben Bett schlafen, sowie Pflegepersonal mit engem Körperkontakt zum Patienten.

Bei der gewöhnlichen Skabies setzen Übertragungen einen längeren Hautkontakt voraus, weshalb Händeschütteln oder kurze Umarmungen in der Regel ohne Risiko sind. Eine Ausnahme bildet die Scabies crustosa, bei der bereits kurze Kontakte zu einer Ansteckung führen können.

Der Ratgeber empfiehlt bei der Scabies crustosa eine umgehende Isolierung und nach Möglichkeit eine stationäre Behandlung. Es müssen erweiterte Hygienemaßnahmen ergriffen werden, und alle Kontaktpersonen sind unabhängig von Symptomen zeitgleich zu behandeln.

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Quelle: RKI-Ratgeber: Skabies (Krätze) (RKI/STIKO). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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