Simulierte Präsenztherapie: Wirksamkeit bei Demenz
Hintergrund
Demenz ist ein fortschreitendes neuropsychiatrisches Syndrom, das häufig mit verhaltensbezogenen und psychologischen Symptomen (BPSD) einhergeht. Zu diesen Symptomen zählen unter anderem Agitation, Aggression und zurückgezogenes Verhalten.
Da medikamentöse Therapien oft mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sind, gewinnen nicht-medikamentöse Ansätze an Bedeutung. Ein solcher Ansatz ist die Simulierte Präsenztherapie (SPT).
Bei der SPT werden Menschen mit Demenz personalisierte Video- oder Tonaufzeichnungen von Familienmitgliedern vorgespielt. Ziel ist es, durch vertraute Stimmen und Erinnerungen Ängste und Verhaltensauffälligkeiten zu reduzieren.
Empfehlungen
Der Cochrane Review (2020) fasst die aktuelle Evidenz zur Simulierten Präsenztherapie (SPT) bei Demenz zusammen. Aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität können keine abschließenden Empfehlungen zur Wirksamkeit ausgesprochen werden.
Studienlage und Interventionen
Die Autoren identifizierten drei Studien mit insgesamt 144 Teilnehmern in Pflegeeinrichtungen. Aufgrund erheblicher methodischer Unterschiede konnte keine Metaanalyse durchgeführt werden.
Die eingeschlossenen Studien verglichen die SPT mit verschiedenen Kontrollinterventionen:
| Intervention | Beschreibung | Beobachteter Effekt bei Agitation |
|---|---|---|
| Simulierte Präsenztherapie (SPT) | Personalisierte Audio-/Videoaufnahmen von Angehörigen | Gemischt, stark abhängig von der Messmethode |
| Personalisierte Musik | Musik nach den Vorlieben der betroffenen Person | Kein signifikanter Unterschied zur SPT |
| Placebo-Tonband | Neutrale Stimme liest emotionslose Texte | Geringere Wirksamkeit als SPT in Einzeltests |
| Soziale Interaktion | 1:1 Betreuung durch geschultes Personal | Reduktion von verbalem Störverhalten beobachtet |
Wirkung auf Verhaltenssymptome
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit der SPT auf Agitation und verbales Störverhalten fielen in den Einzelstudien gemischt aus. Die Effekte waren stark abhängig von den verwendeten Messmethoden.
Zwei Studien zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen der SPT und personalisierter Musik. Die Gesamtqualität der Evidenz wird nach GRADE als sehr niedrig eingestuft.
Lebensqualität und Endpunkte
Keine der eingeschlossenen Studien untersuchte die Auswirkungen der SPT auf die Lebensqualität oder die Aktivitäten des täglichen Lebens. Auch die Belastung der Pflegenden wurde in den Studien nicht erfasst.
Kontraindikationen
Der Review weist darauf hin, dass unerwünschte Ereignisse bei der Simulierten Präsenztherapie nicht ausgeschlossen werden können.
In einer der eingeschlossenen Studien wurde berichtet, dass einige Teilnehmer durch die Tonbänder agitiert wurden und die Kopfhörer abwarfen. Es wird betont, dass das verwendete Material in Einzelfällen belastend für die betroffene Person wirken kann.
💡Praxis-Tipp
Da die Evidenzlage zur Simulierten Präsenztherapie stark limitiert ist, wird in der Praxis eine sorgfältige Beobachtung der individuellen Reaktion empfohlen. Es sollte darauf geachtet werden, ob die Ton- oder Videoaufnahmen beruhigend wirken oder paradoxerweise zu einer Zunahme der Agitation führen.
Häufig gestellte Fragen
Bei dieser Therapieform werden Menschen mit Demenz personalisierte Video- oder Audioaufnahmen von Angehörigen vorgespielt. Laut Cochrane Review soll dies helfen, verhaltensbezogene und psychologische Symptome zu lindern.
Der Review kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Evidenzlage unzureichend ist, um die Wirksamkeit abschließend zu beurteilen. Die Ergebnisse der wenigen verfügbaren Studien sind gemischt und von sehr niedriger Qualität.
Ja, der Review berichtet von Einzelfällen, in denen die Intervention zu einer Zunahme der Agitation führte. Es wird beschrieben, dass manche Inhalte für die betroffenen Personen belastend sein können.
In zwei der untersuchten Studien zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen personalisierter Musik und der Simulierten Präsenztherapie. Aufgrund der geringen Datenlage lassen sich jedoch keine sicheren Schlüsse ziehen.
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Quelle: Cochrane Review: Simulated presence therapy for dementia (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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