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Asthma-Management: SIGN-Leitlinie 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN) / British Thoracic Society Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Bei akutem schwerem Asthma sind hochdosierte inhalative Beta-2-Agonisten und systemische Steroide die Therapie der ersten Wahl.
  • Die Sauerstoffgabe bei Exazerbationen zielt auf eine Sättigung (SpO2) von 94-98% ab.
  • Atemübungen und Gewichtsreduktion werden als wirksame nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Symptomkontrolle empfohlen.
  • Psychosoziale Faktoren in Kombination mit schwerem Asthma erhöhen das Risiko für fatale Verläufe signifikant.
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Hintergrund

Die britische SIGN-Leitlinie (Update 2024) liefert evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnose, Überwachung und Therapie von Asthma. Ein besonderer Fokus liegt auf der Erkennung von Risikopatienten, der Behandlung akuter Exazerbationen sowie nicht-medikamentösen und interventionellen Ansätzen.

Differenzialdiagnosen

Bei der initialen klinischen Beurteilung müssen alternative Diagnosen ausgeschlossen werden. Folgende klinische Hinweise deuten bei Erwachsenen auf andere Erkrankungen hin:

Klinischer HinweisMögliche Diagnose
Prominenter Schwindel, periphere ParästhesienDysfunktionale Atmung, Panikattacken
Wiederkehrende schwere Asthmaanfälle ohne objektive BestätigungStimmbanddysfunktion (Vocal cord dysfunction)
Posturale und nahrungsabhängige Symptome, dominanter HustenGastroösophagealer Reflux
Orthopnoe, periphere Ödeme, bekannte HerzerkrankungHerzinsuffizienz
Signifikante Raucheranamnese (>20 Packungsjahre), Beginn >35 JahreCOPD

Akutes Asthma

Die Behandlung des akuten Asthmas erfordert ein schnelles und zielgerichtetes Vorgehen. Patienten mit Merkmalen eines akuten schweren oder lebensbedrohlichen Asthmas müssen umgehend in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

  • Sauerstoffgabe: Bei allen hypoxämischen Patienten mit akutem schwerem Asthma (SpO2 <94%) muss kontrolliert Sauerstoff verabreicht werden. Der Ziel-SpO2-Wert liegt bei 94-98%.
  • Bronchodilatatoren: Hochdosierte inhalative Beta-2-Agonisten sind die Therapie der ersten Wahl und müssen so früh wie möglich verabreicht werden. Intravenöse Beta-2-Agonisten sind Patienten vorbehalten, bei denen eine inhalative Therapie nicht zuverlässig angewendet werden kann.
  • Steroide: Alle Patienten mit einem akuten Asthmaanfall müssen frühzeitig systemische Steroide in adäquater Dosierung erhalten.

Risikofaktoren für fatale Verläufe

Die Leitlinie betont, dass Todesfälle oft bei Patienten mit chronisch schwerem Asthma und unzureichender Therapie auftreten. Ein hohes Risiko besteht bei einer Kombination aus schwerem Asthma und psychosozialen Faktoren:

KategorieRisikofaktoren (Beispiele)
Schweregrad der ErkrankungVorheriges beinahe fatales Asthma, Krankenhauseinweisung im letzten Jahr, hoher SABA-Gebrauch
Psychosoziale FaktorenNon-Adhärenz, verpasste Termine, Psychosen, Depressionen, Alkohol-/Drogenmissbrauch, soziale Isolation, Adipositas

Nicht-medikamentöse Therapie

Die Leitlinie bewertet verschiedene nicht-medikamentöse Ansätze zur Prävention und Symptomkontrolle:

  • Atemübungen: Programme für Atemübungen können Erwachsenen als adjuvante Therapie angeboten werden, um die Lebensqualität zu verbessern und Symptome zu reduzieren.
  • Gewichtsreduktion: Übergewichtigen und adipösen Patienten (Erwachsene und Kinder) wird eine Gewichtsreduktion empfohlen, um die Asthmakontrolle zu verbessern.
  • Rauchen: Patienten und Eltern/Betreuer müssen über die Gefahren von Tabakrauch aufgeklärt und bei der Raucherentwöhnung unterstützt werden.
  • Allergenkarenz: Physikalische oder chemische Methoden zur Reduktion von Hausstaubmilben werden nicht routinemäßig empfohlen. Auch Ratschläge zur Haustierhaltung als primäre Präventionsstrategie werden nicht empfohlen.

Spezifische und interventionelle Therapien

Für Patienten, die trotz optimaler medikamentöser Therapie nicht kontrolliert sind, stehen spezialisierte Verfahren zur Verfügung:

  • Bronchiale Thermoplastie: Kann bei Erwachsenen (ab 18 Jahren) mit schwerem, unkontrolliertem Asthma erwogen werden. Die Behandlung muss in spezialisierten Zentren erfolgen.
  • Immuntherapie: Die subkutane oder sublinguale Immuntherapie wird für die Behandlung von Asthma bei Kindern und Erwachsenen nicht empfohlen.
  • Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA): Bei erwachsenen Patienten mit ABPA sollte ein viermonatiger Behandlungsversuch mit Itraconazol erwogen werden.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei Patienten mit schwerem Asthma und häufigem SABA-Gebrauch gezielt auf psychosoziale Risikofaktoren (z.B. Non-Adhärenz, Depression), da diese das Mortalitätsrisiko massiv erhöhen.

Häufig gestellte Fragen

Der Zielwert für die Sauerstoffsättigung (SpO2) liegt bei 94-98%.
Nein, physikalische und chemische Methoden zur Reduktion von Hausstaubmilben werden nicht routinemäßig empfohlen.
Sie kann bei Erwachsenen (ab 18 Jahren) mit schwerem, unkontrolliertem Asthma trotz optimaler medikamentöser Therapie erwogen werden.
Nein, die subkutane oder sublinguale Immuntherapie wird für die Behandlung von Asthma aktuell nicht empfohlen.

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