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Global Initiative for Asthma (GINA)2023PneumologieAllergy & Immunology

Asthma-Diagnostik & Therapie: GINA-Leitlinie 2023

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Global Initiative for Asthma (GINA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Asthma ist eine heterogene Erkrankung, definiert durch variable respiratorische Symptome und eine variable exspiratorische Atemwegsobstruktion.
  • Die Diagnose erfordert den objektiven Nachweis einer reversiblen Atemflusslimitierung, idealerweise vor Beginn einer ICS-Therapie.
  • Ein positiver Bronchodilatator-Reversibilitätstest bei Erwachsenen erfordert einen FEV1-Anstieg von >12 % und >200 ml.
  • Die GINA-Strategie 2023 empfiehlt als bevorzugten Ansatz (Track 1) eine bedarfsgesteuerte antiinflammatorische Reliever-Therapie (AIR) mit ICS-Formoterol.
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Hintergrund

Asthma ist eine häufige, chronische Atemwegserkrankung, die durch variable respiratorische Symptome (Giemen, Atemnot, Engegefühl in der Brust und/oder Husten) sowie eine variable exspiratorische Atemflusslimitierung gekennzeichnet ist. Die GINA-Leitlinie 2023 betont, dass Asthma eine heterogene Erkrankung mit verschiedenen zugrundeliegenden Krankheitsprozessen ist.

Häufige klinische Phänotypen umfassen:

  • Allergisches Asthma: Beginnt oft in der Kindheit, assoziiert mit allergischen Erkrankungen (Ekzem, allergische Rhinitis). Zeigt meist ein gutes Ansprechen auf inhalative Kortikosteroide (ICS).
  • Nicht-allergisches Asthma: Das Sputum kann neutrophil, eosinophil oder paucigranulozytär sein. Oft zeigt sich ein geringeres Kurzzeit-Ansprechen auf ICS.
  • Late-onset Asthma (Erwachsenenalter): Tritt häufiger bei Frauen auf, ist oft nicht-allergisch und benötigt teils höhere ICS-Dosen.
  • Asthma mit persistierender Atemflusslimitierung: Entsteht durch Atemwegswand-Remodeling bei langjährigem Asthma.
  • Asthma mit Adipositas: Ausgeprägte Symptome bei oft nur geringer eosinophiler Entzündung.

Diagnostik

Die Diagnose sollte zwingend vor Beginn einer ICS-Therapie gesichert werden, da die Variabilität der Lungenfunktion unter Behandlung abnimmt. Die Diagnose basiert auf zwei Säulen: der Anamnese typischer Symptome und dem objektiven Nachweis der variablen Atemflusslimitierung.

DiagnosekriteriumErwachseneKinder (6-11 Jahre)
Bronchodilatator-ReversibilitätFEV1-Anstieg >12 % UND >200 mlFEV1-Anstieg >12 % des Sollwerts
PEF-Variabilität (2 Wochen)Durchschnittlich >10 %Durchschnittlich >13 %
Therapieversuch (4 Wochen ICS)FEV1-Anstieg >12 % UND >200 mlNicht explizit spezifiziert
BelastungstestFEV1-Abfall >10 % UND >200 mlFEV1-Abfall >12 % des Sollwerts

Hinweis: Der Bronchodilatator-Test erfolgt 10-15 Minuten nach Inhalation von 200-400 mcg Salbutamol oder Äquivalent.

Differentialdiagnosen

Abhängig vom Alter müssen verschiedene alternative Ursachen für die respiratorischen Symptome ausgeschlossen werden:

AltersgruppeMögliche DifferentialdiagnosenTypische Symptome/Hinweise
6-11 JahreEingeatmeter FremdkörperPlötzlicher Beginn, einseitiges Giemen
Bronchiektasen / MukoviszidoseRezidivierende Infekte, produktiver Husten
Angeborene HerzfehlerHerzgeräusche
12-39 JahreInduzierbare LarynxobstruktionInspiratorischer Stridor, Dyspnoe
HyperventilationSchwindel, Parästhesien, Seufzen
Chronisches HustensyndromNiesen, Juckreiz, verstopfte Nase

Therapie-Updates (GINA 2023)

Die GINA-Strategie 2023 führt den Begriff Anti-inflammatory reliever (AIR) ein. Dies beschreibt die bedarfsweise Nutzung von ICS-Formoterol oder ICS-SABA zur gleichzeitigen Symptomlinderung und Entzündungshemmung.

  • Track 1 (Bevorzugt): Nutzt bedarfsweises ICS-Formoterol als Reliever. Dies reduziert das Risiko schwerer Exazerbationen signifikant im Vergleich zu reinen SABA-Relievern.
  • Track 2 (Alternativ): Nutzt SABA oder (neu in 2023) ICS-SABA als Reliever, kombiniert mit einer festen ICS-Erhaltungstherapie.

Wichtig: Bei Patienten, die bereits ICS erhalten und deren Diagnose nie objektiviert wurde, muss die Diagnose überprüft werden. Dies kann ein stufenweises Reduzieren (Step-down) der ICS-Dosis unter engmaschiger Kontrolle erfordern, um die zugrundeliegende Variabilität der Lungenfunktion zu demaskieren.

💡Praxis-Tipp

Sichern Sie die Asthma-Diagnose durch Lungenfunktionstests (Spirometrie) idealerweise ab, bevor Sie eine ICS-Therapie einleiten, da die diagnostisch wegweisende Variabilität unter Therapie abnimmt.

Häufig gestellte Fragen

Als heterogene Erkrankung mit chronischer Atemwegsentzündung, variablen Symptomen (Giemen, Atemnot, Engegefühl, Husten) und variabler exspiratorischer Atemflusslimitierung.
Bei Erwachsenen bei einem FEV1-Anstieg von >12 % und >200 ml nach Inhalation eines kurzwirksamen Bronchodilatators (z.B. 200-400 mcg Salbutamol).
AIR steht für 'Anti-inflammatory reliever' und beschreibt die bedarfsweise Nutzung von ICS-Formoterol oder ICS-SABA zur gleichzeitigen Symptomkontrolle und Entzündungshemmung.
Die durchschnittliche tägliche PEF-Variabilität sollte bei Erwachsenen unter 10 % und bei Kindern unter 13 % liegen. Werte darüber sprechen für Asthma.

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