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Global Initiative for Asthma (GINA)2022PneumologieAllergy & Immunology

Asthma-Diagnostik: Leitlinie (GINA 2022)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Global Initiative for Asthma (GINA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Asthma ist eine heterogene Erkrankung, definiert durch variable respiratorische Symptome und eine variable exspiratorische Atemwegsobstruktion.
  • Die Diagnose sollte vor Beginn einer Erhaltungstherapie durch Lungenfunktionstests (z. B. Bronchodilatator-Reversibilität) gesichert werden.
  • Bei Patienten unter laufender Therapie kann eine stufenweise Dosisreduktion zur Bestätigung der Diagnose erforderlich sein.
  • Patienten mit gut kontrolliertem Asthma haben kein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe und sollten ihre ICS-Therapie fortsetzen.
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Hintergrund

Asthma ist eine heterogene Erkrankung, die meist durch eine chronische Atemwegsentzündung gekennzeichnet ist. Sie wird definiert durch eine Anamnese von respiratorischen Symptomen wie Giemen, Atemnot, Engegefühl in der Brust und Husten. Diese Symptome variieren im Laufe der Zeit und in ihrer Intensität und treten zusammen mit einer variablen exspiratorischen Atemwegsobstruktion auf.

Es werden verschiedene klinische Asthma-Phänotypen unterschieden, die jedoch nicht zwingend mit spezifischen pathologischen Prozessen oder Therapieantworten korrelieren:

  • Allergisches Asthma: Beginnt oft in der Kindheit, assoziiert mit allergischen Erkrankungen (Ekzem, allergische Rhinitis). Gutes Ansprechen auf inhalative Kortikosteroide (ICS).
  • Nicht-allergisches Asthma: Keine Assoziation mit Allergien, oft geringeres Kurzzeit-Ansprechen auf ICS.
  • Adult-onset (late-onset) Asthma: Erstmanifestation im Erwachsenenalter, häufiger bei Frauen. Benötigt oft höhere ICS-Dosen.
  • Asthma mit persistierender Atemwegsobstruktion: Entsteht durch Atemwegsumbau (Remodeling) bei langjährigem Asthma.
  • Asthma bei Adipositas: Ausgeprägte Symptome bei geringer eosinophiler Atemwegsentzündung.

Diagnostische Kriterien

Die Erstdiagnose sollte idealerweise vor Beginn einer Erhaltungstherapie gestellt werden, da sich die Lungenfunktion unter Therapie oft normalisiert. Die Diagnose basiert auf zwei Säulen:

  1. Typische Symptommuster: Mehr als ein Symptom (Giemen, Atemnot, Husten, Engegefühl), oft nachts oder frühmorgens schlimmer. Auslöser sind häufig virale Infekte, körperliche Belastung, Allergene oder Kaltluft.
  2. Variable exspiratorische Atemwegsobstruktion: Nachweis einer reduzierten FEV1/FVC-Ratio kombiniert mit einer übermäßigen Variabilität der Lungenfunktion.

Lungenfunktion und Reversibilität

Zum Nachweis der exzessiven Variabilität der Lungenfunktion gelten folgende Kriterien:

TestKriterien für ErwachseneKriterien für Kinder (6-11 Jahre)
Bronchodilatator-ReversibilitätAnstieg der FEV1 um >12 % und >200 ml (10-15 Min. nach 200-400 µg Salbutamol)Anstieg der FEV1 um >12 % des Sollwerts
Tagesvariabilität des Peak Flow (PEF)Durchschnittliche tägliche Variabilität >10 % (über 2 Wochen)Durchschnittliche tägliche Variabilität >13 %
Ansprechen auf antiinflammatorische TherapieAnstieg der FEV1 um >12 % und >200 ml nach 4 Wochen TherapieKeine spezifischen Werte genannt
Belastungstest (Exercise Challenge)Abfall der FEV1 um >10 % und >200 ml vom AusgangswertAbfall der FEV1 um >12 % des Sollwerts oder PEF >15 %
Bronchialer ProvokationstestAbfall der FEV1 um ≥20 % (Methacholin) oder ≥15 % (Hyperventilation/Mannitol)Meist nur für Erwachsene empfohlen

Diagnose unter laufender Therapie

Bei Patienten, die bereits eine Erhaltungstherapie erhalten und bei denen die Diagnose zuvor nicht objektiviert wurde, hängt das Vorgehen von der aktuellen Lungenfunktion ab:

AusgangssituationEmpfohlenes Vorgehen zur Diagnosesicherung
FEV1 >70 % des SollwertsStufenweise Reduktion der Erhaltungstherapie (z. B. ICS-Dosis um 25-50 % senken). Reevaluation nach 2-4 Wochen.
FEV1 <70 % des SollwertsIntensivierung der Erhaltungstherapie für 3 Monate. Bei fehlender Besserung Überweisung zur weiteren Abklärung.

Differenzialdiagnosen

Die Differenzialdiagnosen variieren stark nach Altersgruppe. Eine Tuberkulose sollte in allen Altersgruppen bei chronischem Husten, Hämoptysen, Fieber oder Gewichtsverlust bedacht werden.

AltersgruppeHäufige Differenzialdiagnosen
6-11 JahreChronisches Hustensyndrom der oberen Atemwege, Fremdkörperaspiration, Bronchiektasen, primäre ziliäre Dyskinesie, angeborene Herzfehler, Mukoviszidose
12-39 JahreInduzierbare Larynxobstruktion, Hyperventilation, Bronchiektasen, Mukoviszidose, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel
Ab 40 JahrenCOPD, Herzinsuffizienz, medikamenteninduzierter Husten (ACE-Hemmer), Lungenparenchymerkrankungen, Lungenembolie

Asthma und COVID-19

Patienten mit gut kontrolliertem, leichtem bis mittelschwerem Asthma haben kein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe. Ein erhöhtes Risiko besteht jedoch bei Patienten, die kürzlich orale Kortikosteroide (OCS) benötigten.

  • Wichtig: Alle verschriebenen Asthmamedikamente (insbesondere ICS) müssen unverändert weiter eingenommen werden.
  • Infektionsschutz: Der Einsatz von Verneblern sollte aufgrund des Risikos der Aerosolbildung und Virusübertragung vermieden werden. Stattdessen sind Dosieraerosole mit Spacer zu bevorzugen.

💡Praxis-Tipp

Sichern Sie die Asthma-Diagnose immer objektiv durch Lungenfunktionstests (z. B. Reversibilitätstestung), bevor Sie eine Erhaltungstherapie beginnen, da die Variabilität der Lungenfunktion unter Therapie abnimmt.

Häufig gestellte Fragen

Typisch sind Giemen, Atemnot, Engegefühl in der Brust und Husten, die in ihrer Intensität über die Zeit variieren und oft nachts oder am frühen Morgen schlimmer sind.
Durch den Nachweis einer variablen exspiratorischen Atemwegsobstruktion, z. B. durch einen positiven Bronchodilatator-Reversibilitätstest (Anstieg der FEV1 um >12 % und >200 ml bei Erwachsenen).
Nein, die Erhaltungstherapie, insbesondere inhalative Kortikosteroide (ICS), muss unbedingt fortgeführt werden, um gefährliche Exazerbationen zu vermeiden.
Bei normaler Lungenfunktion (FEV1 >70 %) kann die Erhaltungstherapie unter engmaschiger Kontrolle stufenweise reduziert werden, um die Diagnose nach 2-4 Wochen durch erneute Lungenfunktionstests zu überprüfen.

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