Schizophrenie: Pharmakotherapie und Frühintervention
Hintergrund
Schizophrenie ist eine relativ häufige psychische Erkrankung mit einem Lebenszeitrisiko von etwa einem Prozent. Sie manifestiert sich typischerweise bei jungen Erwachsenen in den Zwanzigern und ist durch positive Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen sowie negative Symptome wie sozialen Rückzug und Antriebslosigkeit gekennzeichnet.
Etwa drei Viertel der Personen, die die diagnostischen Kriterien für Schizophrenie erfüllen, erleiden einen Rückfall. Ein ungeplanter Abbruch der Behandlung stellt dabei ein erhebliches Risiko für eine erneute Exazerbation dar.
Betroffene haben eine kürzere Lebenserwartung als die Allgemeinbevölkerung, was primär auf kardiovaskuläre Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Krebs zurückzuführen ist. Zudem treten häufig Komorbiditäten wie Substanzmissbrauch und Depressionen auf, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist nachdrücklich darauf hin, dass bei Frauen mit Schizophrenie ein stark erhöhtes Rückfallrisiko in der Postpartum-Phase besteht. Zudem wird betont, dass Schwangere unter Antipsychotika-Therapie als Hochrisikogruppe für Gestationsdiabetes gelten und entsprechend überwacht werden sollten. Ein vorzeitiger Wechsel des Antipsychotikums in der Akutphase sollte vermieden werden, da eine Beurteilung der Wirksamkeit oft erst nach vier Wochen möglich ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine medikamentöse Erhaltungstherapie für mindestens zwei Jahre nach einer akuten Episode. Nach der allerersten psychotischen Episode wird eine Dauer von mindestens 18 Monaten angeraten.
Es wird empfohlen, Amisulprid, Olanzapin oder Risperidon als bevorzugte Medikamente in Betracht zu ziehen. Alternativ können laut Leitlinie auch Chlorpromazin oder andere niedrigpotente Antipsychotika der ersten Generation eingesetzt werden.
Eine Behandlungsresistenz liegt laut Leitlinie meist dann vor, wenn die Symptome auf zwei verschiedene Antipsychotika nicht ausreichend ansprechen. In diesem Fall wird der Einsatz von Clozapin empfohlen.
Die Leitlinie definiert 16 geplante Sitzungen als minimale effektive Dosis für eine kognitive Verhaltenstherapie bei Psychosen (CBTp). Diese sollte bei unzureichendem Ansprechen auf Medikamente oder anhaltenden Symptomen angeboten werden.
Es wird ein regelmäßiges Monitoring von Gewicht, Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten empfohlen. Die Leitlinie rät dazu, lokale Überwachungsstrukturen direkt bei Beginn der Verschreibung zu etablieren.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: SIGN 131: Management of schizophrenia (SIGN, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Mental Health Gap Action Programme (mhGAP) guideline for mental, neurological and substance use disorders
Cochrane Review: Cognitive behavioural therapy without medication for schizophrenia
Cochrane Review: Specialised early intervention teams (extended time) for recent-onset psychosis
Cochrane Review: Psychosocial interventions for people with both severe mental illness and substance misuse
Cochrane Review: Antipsychotics for schizophrenia spectrum disorders with catatonic symptoms
Cochrane Review: Cognitive behavioural therapy added to standard care for first-episode and recent-onset psychosis
Cochrane Review: Family-based interventions versus standard care for people with schizophrenia
S3-Leitlinie Schizophrenie
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen