Saxagliptin/Metformin: Zusatznutzen bei Typ-2-Diabetes
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A16-43 bewertet den Zusatznutzen der Fixkombination aus Saxagliptin und Metformin bei erwachsenen Personen mit Diabetes mellitus Typ 2. Die Bewertung erfolgt im Rahmen einer Befristung des ursprünglichen Beschlusses zur frühen Nutzenbewertung.
Die Untersuchung gliedert sich in zwei Fragestellungen. Fragestellung A betrachtet die Kombination als Ergänzung zu Diät und Bewegung bei unzureichender Blutzuckerkontrolle unter der maximal verträglichen Metformin-Dosis.
Fragestellung B untersucht die Dreifachkombination aus Saxagliptin, Metformin und Insulin. Hierbei wird die Therapie bei unzureichender Kontrolle durch Insulin und Metformin allein bewertet.
Empfehlungen
Fragestellung A: Saxagliptin/Metformin
Laut Bericht wird die Kombination mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie aus Metformin und einem Sulfonylharnstoff verglichen. Die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Auswertungen der Studie SAVOR-TIMI 53 wurden als ungeeignet eingestuft.
Es fehlt die Strukturgleichheit der Vergleichsgruppen. Daher ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Saxagliptin/Metformin im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie, womit ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
Fragestellung B: Saxagliptin/Metformin plus Insulin
Die Bewertung vergleicht die Dreifachkombination mit einer Therapie aus Metformin und Humaninsulin. Auch hier wurden die vorgelegten Daten der SAVOR-TIMI 53-Studie als nicht geeignet bewertet.
Das Studiendesign gewährleistet keine adäquate Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie, da keine Optimierung der bestehenden Insulintherapie im Vergleichsarm stattfand. Somit ist auch für diese Indikation ein Zusatznutzen nicht belegt.
Zusammenfassung der Evidenz
Die Bewertung fasst die Ergebnisse für beide Indikationen wie folgt zusammen:
-
Für Fragestellung A ist der Zusatznutzen nicht belegt.
-
Für Fragestellung B ist der Zusatznutzen nicht belegt.
-
Die vorgelegten Studiendaten entsprechen nicht den Zielpopulationen oder setzen die Vergleichstherapie nicht adäquat um.
Dosierung
Die Dokumentation nennt folgende Dosierungsrichtlinien für die Fixkombination:
| Wirkstoffkombination | Empfohlene Tagesdosis | Indikation |
|---|---|---|
| Saxagliptin / Metformin | 5 mg / 1700 mg (aufgeteilt auf 2 Dosen) | Typ-2-Diabetes bei unzureichender Kontrolle unter Metformin |
| Saxagliptin / Metformin + Insulin | 5 mg / 1700 mg + individuelle Insulindosis | Typ-2-Diabetes bei unzureichender Kontrolle unter Metformin + Insulin |
Bei älteren Personen wird eine Anwendung mit Vorsicht unter Überwachung der Nierenfunktion beschrieben. Bei leicht eingeschränkter Nierenfunktion wird keine Dosisanpassung empfohlen.
Kontraindikationen
Laut Bewertung ist die Anwendung unter folgenden Bedingungen kontraindiziert:
-
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder Vorgeschichte einer schwerwiegenden Reaktion gegen DPP-4-Inhibitoren
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Diabetische Ketoazidose oder diabetisches Präkoma
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Mäßige und schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min)
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Akute Erkrankungen, die die Nierenfunktion beeinflussen können
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Erkrankungen, die zu einer Gewebehypoxie führen können (z. B. Herzinsuffizienz)
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Leberfunktionsstörung, akute Alkoholvergiftung oder Alkoholismus
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Während der Stillzeit
Zudem wird vor dem Risiko einer Laktatazidose durch Metformin und einer akuten Pankreatitis durch DPP-4-Inhibitoren gewarnt. Die Therapie sollte 48 Stunden vor Operationen oder der Gabe jodhaltiger Kontrastmittel unterbrochen werden.
💡Praxis-Tipp
Laut Bericht ist bei der Verordnung der Fixkombination aus Saxagliptin und Metformin besonders auf die Nierenfunktion zu achten. Es wird beschrieben, dass die Therapie bei einer Kreatinin-Clearance unter 60 ml/min kontraindiziert ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei Verdacht auf eine akute Pankreatitis, gekennzeichnet durch persistierende, starke Abdominalschmerzen, das Präparat sofort abzusetzen ist.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen für die Fixkombination im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt ist. Die vorgelegten Studiendaten wurden als ungeeignet eingestuft.
Laut Bewertung besteht die Vergleichstherapie aus Metformin in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid). Für die Dreifachkombination mit Insulin wird Metformin plus Humaninsulin als Vergleich herangezogen.
Die Dokumentation nennt unter anderem eine mäßige bis schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min) als Kontraindikation. Ebenso ist die Gabe bei Leberfunktionsstörungen, diabetischer Ketoazidose und während der Stillzeit kontraindiziert.
Es wird beschrieben, dass die Behandlung 48 Stunden vor einer geplanten Operation unter Allgemein-, Spinal- oder Epiduralanästhesie unterbrochen werden sollte. Gleiches gilt für die intravaskuläre Anwendung jodierter Kontrastmittel.
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Quelle: IQWiG A16-43: Saxagliptin/Metformin - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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