CochraneIa2020

Renin-Inhibitoren vs. ACE-Hemmer: Therapievergleich

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Bluthochdruck ist eine weltweit häufige Erkrankung, die mit einem hohen Risiko für kardiovaskuläre und renale Komplikationen einhergeht. Zur medikamentösen Therapie werden unter anderem Hemmer des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) eingesetzt.

ACE-Hemmer gelten als etablierte Erstlinientherapie. Renin-Inhibitoren (wie Aliskiren) greifen ebenfalls in das RAS ein, blockieren jedoch direkt das Enzym Renin und damit den ersten Schritt der Kaskade.

Bisher war unklar, wie sich Renin-Inhibitoren im direkten Vergleich zu ACE-Hemmern hinsichtlich der Reduktion von Mortalität und Morbidität verhalten. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht diese Fragestellung anhand von randomisierten kontrollierten Studien.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2020) fasst die Evidenz zum Vergleich von Renin-Inhibitoren und ACE-Hemmern bei primärer Hypertonie zusammen. Es ergeben sich folgende Kernaussagen:

Mortalität und kardiovaskuläre Ereignisse

Laut dem Review gibt es keinen nachweisbaren Unterschied zwischen den beiden Substanzklassen hinsichtlich der Gesamtmortalität (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit). Auch für das Auftreten von Herzinfarkten zeigt sich kein signifikanter Unterschied.

Die Autoren betonen, dass für andere wichtige Endpunkte wie Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder terminale Niereninsuffizienz keine ausreichenden Daten vorliegen.

Blutdrucksenkung

Die analysierten Daten deuten darauf hin, dass Renin-Inhibitoren den systolischen und diastolischen Blutdruck geringfügig stärker senken als ACE-Hemmer.

Diese Ergebnisse werden jedoch als Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit eingestuft. Der Review weist darauf hin, dass dieser Effekt wahrscheinlich auf Publikations- und Finanzierungsverzerrungen (Sponsoring durch Hersteller) zurückzuführen ist.

Sicherheit und Verträglichkeit

Bezüglich der Nebenwirkungen zeigt die Meta-Analyse eine vergleichbare Sicherheit beider Medikamentengruppen. Es ergeben sich keine signifikanten Unterschiede bei:

  • Unerwünschten Ereignissen insgesamt (moderate Evidenz)

  • Schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (niedrige Evidenz)

  • Studienabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen (niedrige Evidenz)

Übersicht der Endpunkte

EndpunktVergleich (Renin-Inhibitor vs. ACE-Hemmer)Evidenzgrad (GRADE)
GesamtmortalitätKein signifikanter UnterschiedNiedrig
MyokardinfarktKein signifikanter UnterschiedSehr niedrig
Unerwünschte EreignisseKein signifikanter UnterschiedModerat
BlutdrucksenkungGeringfügig stärkere Senkung durch Renin-Inhibitoren (potenziell verzerrt)Niedrig

Klinische Einordnung

Aufgrund der begrenzten Datenlage zu harten klinischen Endpunkten kann eine therapeutische Äquivalenz nicht abschließend bestätigt werden.

Der Review verweist darauf, dass aktuelle Leitlinien weiterhin ACE-Hemmer als Erstlinientherapie empfehlen. Renin-Inhibitoren werden als Reserve- oder Zweitlinienpräparate eingestuft.

Kontraindikationen

Der Cochrane Review verweist auf Warnungen von Zulassungsbehörden bezüglich der Kombinationstherapie.

Es wird davon abgeraten, Renin-Inhibitoren (wie Aliskiren) gleichzeitig mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern einzusetzen. Dies gilt laut den zitierten Behörden insbesondere für Personen mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Obwohl Renin-Inhibitoren in Studien eine geringfügig stärkere Blutdrucksenkung als ACE-Hemmer zeigten, weist der Review auf ein hohes Risiko für Publikationsverzerrungen hin. Da belastbare Daten zu harten Endpunkten wie Schlaganfall oder Herzinsuffizienz fehlen, wird die Bevorzugung von ACE-Hemmern in der Erstlinientherapie durch diese Meta-Analyse gestützt.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es Hinweise auf eine geringfügig stärkere Blutdrucksenkung durch Renin-Inhibitoren. Die Autoren stufen diese Evidenz jedoch als niedrig ein, da ein hohes Risiko für Publikations- und Finanzierungsverzerrungen besteht.

Die Meta-Analyse zeigt keinen signifikanten Unterschied in der Gesamtrate an unerwünschten Ereignissen oder Studienabbrüchen. Beide Medikamentenklassen weisen in den untersuchten Studien eine vergleichbare Verträglichkeit auf.

Bisher konnte kein Unterschied in der Gesamtmortalität zwischen Renin-Inhibitoren und ACE-Hemmern nachgewiesen werden. Der Review betont, dass für eine abschließende Beurteilung große Langzeitstudien fehlen.

Der Review zitiert Warnungen von Zulassungsbehörden, die von einer Kombination dieser Substanzklassen abraten. Dies betrifft insbesondere Menschen mit Diabetes oder Nierenfunktionseinschränkungen.

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Quelle: Cochrane Review: Renin inhibitors versus angiotensin converting enzyme (ACE) inhibitors for primary hypertension (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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