Quetiapin: Toxische Kardiomyopathie und Schockrisiko
Hintergrund
Quetiapin ist ein häufig verordnetes Antipsychotikum der zweiten Generation. Es ist chemisch mit Clozapin verwandt und wird zur Behandlung von Schizophrenie sowie bipolaren Störungen eingesetzt.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über Fälle von medikamentös-toxischer Kardiomyopathie unter Quetiapin. Obwohl kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie QT-Verlängerung oder orthostatische Hypotonie bekannt sind, stellt die Kardiomyopathie eine sehr seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation dar.
In der Fachinformation wird auf Berichte über Kardiomyopathien hingewiesen, ein kausaler Zusammenhang galt jedoch bisher als nicht eindeutig belegt. Die aktuelle Publikation stützt sich auf gut dokumentierte Einzelfälle und Literaturberichte, die auf eine dilatative Kardiomyopathie mit eingeschränkter Pumpfunktion hindeuten.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiges klinisches Signal ist das Auftreten von unspezifischen Herzinsuffizienz-Symptomen wie Dyspnoe oder Ödemen bei ansonsten herzgesunden Personen unter Quetiapin. Die AkdÄ betont, dass eine medikamentös-toxische Kardiomyopathie auch nach einer Latenzzeit von mehreren Jahren auftreten kann und als Differenzialdiagnose frühzeitig evaluiert werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Aufgrund der breiten Anwendung von Quetiapin geht die AkdÄ davon aus, dass es sich um eine sehr seltene Nebenwirkung handelt. Genaue Inzidenzzahlen liegen jedoch nicht vor.
Die Latenzzeit bis zum Auftreten der Kardiomyopathie ist laut den publizierten Fallberichten sehr variabel. Sie reicht von vier Monaten bis zu vier Jahren nach Beginn der Einnahme.
In den dokumentierten Fällen nahmen die Betroffenen Tagesdosen zwischen 600 und 1000 mg ein. Dies liegt teilweise über der in der Fachinformation empfohlenen Höchstdosis von 750 bis 800 mg.
In dem von der AkdÄ detailliert beschriebenen Fallbericht kam es nach Absetzen von Quetiapin und Einleitung einer Herzinsuffizienztherapie zu einer vollständigen Erholung der linksventrikulären Funktion. Es sind in der Literatur jedoch auch Fälle mit tödlichem Ausgang beschrieben.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Medikamentös-toxische Kardiomyopathie mit kardiogenem Schock unter Quetiapin (AkdÄ, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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