Querschnittlähmung: Beatmung, Weaning, Sekretmanagement

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie behandelt die spezifischen Herausforderungen der Atmung und Beatmung bei Menschen mit akuter und chronischer Querschnittlähmung. Eine Querschnittlähmung führt häufig zu einer verminderten Atemfunktion und einem erhöhten Pneumonierisiko.

Ursächlich hierfür sind unter anderem die lähmungsbedingt verminderte Kraft der Atemmuskulatur sowie eine veränderte Compliance von Lungen- und Thoraxwand. Zudem spielen eine gestörte zentrale Atemkontrolle und eine autonome Dysregulation mit bronchialer Hyperreagibilität eine wesentliche Rolle.

Zur neurologischen Klassifikation der Querschnittlähmung nutzt die Leitlinie die American Spinal Injury Association Impairment Scale (AIS):

GradKlassifikationBeschreibung
AKomplettKeine sensible oder motorische Funktion in den sakralen Segmenten S4-S5.
BInkomplettSensible, aber keine motorische Funktion unterhalb des neurologischen Niveaus erhalten.
CInkomplettMotorische Funktion erhalten, Mehrzahl der Kennmuskeln hat Kraftgrad < 3.
DInkomplettMotorische Funktion erhalten, Mehrheit der Kennmuskeln hat Kraftgrad ≥ 3.
ENormalSensible und motorische Funktion ist normal.

Die Leitlinie betont, dass das praktische Wissen um diese querschnittlähmungsspezifischen Probleme entscheidend für den Erfolg der Atemunterstützung ist. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Husten- und Sekretmanagement.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass tiefes endotracheales Absaugen bei hoher frischer Querschnittlähmung durch autonome Dysregulation schwere Komplikationen wie Blutdruckabfälle, Bradykardien oder sogar Asystolien auslösen kann. Es wird daher empfohlen, minimal invasives Absaugen vorzuziehen und atraumatisch vorzugehen. Zudem wird betont, dass das Behandlungsteam zwingend in der Erkennung und dem Management der autonomen Dysreflexie geschult sein muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte eine Unterstützung des Hustens erwogen werden, wenn der maximale Hustenstoß (Peak Cough Flow) unter 270 l/min liegt. Bei Werten unter 160 l/min ist ein effizientes Abhusten kaum mehr möglich.

Die Leitlinie empfiehlt für invasiv langzeitbeatmete, lungengesunde Menschen mit Tetraplegie relativ hohe Tidalvolumina. Es wird empfohlen, mit 8 bis 10 ml/kg Idealkörpergewicht zu beginnen.

Ein Zweitgerät (Back-up) muss gemäß Leitlinie zwingend vorhanden sein, wenn die tägliche Beatmungsbedürftigkeit mehr als 16 Stunden beträgt. Auch bei unvorhersehbarer vollständiger Abhängigkeit oder zur Ermöglichung der Rollstuhlmobilisation wird ein zweites Gerät empfohlen.

Es wird beschrieben, dass sich beatmete Menschen mit Tetraplegie oft an eine Hypokapnie gewöhnen und bei Normokapnie subjektive Luftnot empfinden. Die Leitlinie empfiehlt daher, eine Hypokapnie zu tolerieren, wenn dies das subjektive Wohlbefinden verbessert und Luftnot verhindert.

Eine Tracheotomie wird laut Leitlinie bei motorisch kompletter Tetraplegie mit bestehender Ateminsuffizienz, einer Vitalkapazität von unter 500 ml oder einem hohen Injury Severity Score empfohlen. Eine frühe Tracheotomie innerhalb von 10 Tagen kann die Aufenthaltszeit auf der Intensivstation verkürzen.

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Quelle: Atmung, Atemunterstützung und Beatmung bei akuter und chronischer Querschnittlähmung (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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