Prävention von Hautkrebs: Screening und UV-Schutz
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie befasst sich mit der primären und sekundären Prävention von Hautkrebs. Zu den häufigsten Entitäten zählen das maligne Melanom (MM), das Basalzellkarzinom (BZK) und das Plattenepithelkarzinom (PEK).
Als bedeutsamster Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs gilt die ultraviolette (UV) Strahlung. Die Leitlinie zielt darauf ab, durch geeignete Präventionsmaßnahmen die Inzidenz, Morbidität und Mortalität dieser Erkrankungen zu senken.
Dabei wird zwischen der primären Prävention, wie dem Schutz vor solarer und künstlicher UV-Strahlung, und der sekundären Prävention unterschieden. Letztere umfasst insbesondere das bevölkerungsbezogene Hautkrebs-Screening zur Früherkennung.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die Anwendung von Sonnenschutzmitteln erst an dritter Stelle der Präventionsmaßnahmen steht, nach der Expositionsvermeidung und dem Tragen von Textilien. Es wird davor gewarnt, dass die Nutzung von Sonnencreme fälschlicherweise zu einer Verlängerung der Aufenthaltsdauer in der Sonne verleiten kann. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die empfohlene Auftragsmenge von 2 mg/cm2 in der Praxis häufig deutlich unterschritten wird, was den tatsächlichen Lichtschutzfaktor drastisch reduziert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollen Säuglinge der direkten Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden. Für Kinder wird empfohlen, Sonnenbrände strikt zu vermeiden, hautbedeckende Kleidung zu tragen und die Augen mit geeigneten Sonnenbrillen zu schützen.
Die Leitlinie verweist auf widersprüchliche Daten bezüglich der Senkung des Melanomrisikos durch reine Sonnencremenutzung. Es wird empfohlen, Sonnenschutzmittel nur ergänzend für Hautstellen zu nutzen, die nicht durch Kleidung oder Schatten geschützt werden können.
Die Leitlinie rät von der Nutzung von Solarien strikt ab, da diese das Risiko für die Entstehung von Hautkrebs, insbesondere des malignen Melanoms, signifikant erhöhen. Dies gilt laut Leitlinie besonders, wenn die Erstnutzung in jungen Jahren erfolgt.
Bei klinischem Verdacht auf ein malignes Melanom empfiehlt die Leitlinie eine primäre komplette Exzision der Läsion. Diese Exzisionsbiopsie sollte mit einem kleinen Sicherheitsabstand von 2 mm inklusive der Entfernung von Fettgewebe erfolgen.
Es wird empfohlen, dass Dermatologen zur Verdachtsdiagnostik von Hautveränderungen die Dermatoskopie anbieten. Die Leitlinie belegt, dass die diagnostische Genauigkeit durch den Einsatz der Dermatoskopie bei entsprechend geschulten Ärzten signifikant verbessert wird.
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Quelle: Prävention von Hautkrebs (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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