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AWMFS3Onkologie

Prävention von Hautkrebs: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • UV-Strahlung (UVA und UVB) ist ein Karzinogen der Klasse 1 und der bedeutsamste Risikofaktor für Hautkrebs.
  • Prävention wird in primordiale, primäre, sekundäre, tertiäre und quartäre Prävention unterteilt.
  • Beim Basalzellkarzinom (BZK) spielen neben UV-Exposition genetische Faktoren (SHH-PTCH-SMO-Signalweg) eine zentrale Rolle.
  • UV-induzierte DNA-Schäden führen zu spezifischen 'UV-signature mutations' (z.B. C→T Mutationen).
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Hintergrund

Die S3-Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs definiert Prävention als Maßnahmen zur Verminderung von Morbidität und Mortalität. Gesundheit wird dabei als dynamischer Prozess verstanden. Präventive Maßnahmen lassen sich nach ihrem Kontext in Verhaltensprävention (Beeinflussung individueller Verhaltensmuster) und Verhältnisprävention (Einflussnahme auf Lebens- und Umweltbedingungen) unterteilen.

Präventionsarten im Krankheitsverlauf

Die Leitlinie unterscheidet verschiedene Stufen der Prävention:

PräventionsartZielgruppeZielsetzung
Primordiale PräventionGesunde BevölkerungVerhinderung der Entstehung von gesellschaftlichen Risikofaktoren
Primäre PräventionGesunde Menschen ohne SymptomeVerhinderung des Neuauftretens einer Erkrankung (Inzidenzsenkung)
Sekundäre PräventionPersonen vor Auftreten von SymptomenEntdeckung von Anfangsstadien (z.B. durch Screening) zur Progressionsvermeidung
Tertiäre PräventionErkrankte PersonenVermeidung von Funktionseinbußen, Komplikationen und Rückfällen
Quartäre PräventionPersonen mit subjektivem KrankheitsgefühlVermeidung unnötiger medizinischer Interventionen (Übermedikalisierung)

Ätiologie und UV-Strahlung

UV-Strahlung gilt als der bedeutsamste Risikofaktor in der Ätiologie von Hautkrebs (Konsensstärke: 100%). Die IARC stuft solare und künstliche UV-Strahlung (z.B. aus Solarien) als Karzinogen der Klasse 1 ein.

  • UVB-Strahlung: Wird direkt von der DNA absorbiert und führt zu Dimerisierungsreaktionen (z.B. Cyclobutan-Pyrimidindimere, CPD).
  • UVA-Strahlung: Führt über indirekte Reaktionswege zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und oxidativen Basenschäden, kann aber auch CPDs erzeugen.
  • Mutationen: Defekte in zellulären Reparatursystemen führen zu "UV-signature mutations" (hauptsächlich C→T bzw. CC→TT Mutationen).

Genetik des Basalzellkarzinoms (BZK)

Das BZK ist der weltweit häufigste Hautkrebs. Neben der kumulativen UV-Dosis (an "Sonnenterrassen") sind auch intermittierende UV-Expositionen (z.B. Sonnenbrände in der Kindheit) mitverantwortlich.

Auf molekularer Ebene zeigt das BZK spezifische genetische Veränderungen:

Genetischer Faktor / SignalwegPathomechanismus beim BZK
SHH-PTCH-SMO-ReaktionswegIn bis zu 100 % der sporadischen BZK gestört. Funktionsverlust von PTCH oder erhöhte Expression von SMO führen zu unkontrollierter Zellproliferation.
p53-GenUV-spezifische Mutationen ("hot spots") akkumulieren in Hautzellen und sind spezifisch für das BZK.
StammzellenStörungen der Signalwege (WNT, SHH, NOTCH, EGFR) in den Stammzellen des Haarfollikels sind für die BZK-Entstehung verantwortlich.

Zudem zeichnen sich BZK durch eine ausgeprägte intra-tumorale Heterogenität aus, was auf einen multiklonalen Ursprung vieler Tumore hindeutet.

💡Praxis-Tipp

Kombinieren Sie in der Patientenberatung stets Verhaltensprävention (z.B. Aufklärung über UV-Schutz) mit Hinweisen zur Verhältnisprävention (z.B. Nutzung von Schattenplätzen), da isolierte Verhaltensprävention oft weniger effektiv ist.

Häufig gestellte Fragen

Ja, die IARC stuft sowohl solare als auch künstliche UV-Strahlung aus Solarien als Karzinogen der Klasse 1 ein.
Die quartäre Prävention zielt auf die Vermeidung unnötiger medizinischer Interventionen und Übermedikalisierung ab (z.B. im Rahmen der 'Choosing Wisely'-Kampagne).
Eine sehr große Rolle. In bis zu 100 % der sporadisch auftretenden Basalzellkarzinome ist der Sonic-Hedgehog-Patched-Smoothened (SHH-PTCH-SMO) Signalweg gestört.
Nein, auch intermittierende UV-Expositionen wie Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend sind für die Entstehung von Basalzellkarzinomen mitverantwortlich.

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