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Teledermatologie: S2k-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Teledermatologie eignet sich hervorragend zur Verlaufskontrolle von Psoriasis und atopischer Dermatitis, jedoch nicht zur alleinigen Erstdiagnostik.
  • Klinische Scores wie PASI, SCORAD und EASI können teledermatologisch nicht vollständig erhoben werden, da Parameter wie Induration oder Ödem fehlen.
  • Bei Hauttumoren kann eine Primärdiagnostik erwogen werden, wenn der Befund eindeutig ist; Künstliche Intelligenz (KI) allein darf nicht zur Diagnose genutzt werden.
  • Die teledermatologische Wundversorgung ist gut belegt und wird zur Diagnostik und Verlaufskontrolle empfohlen.
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Hintergrund

Die Teledermatologie gewinnt in der Versorgung zunehmend an Bedeutung. Die AWMF-Leitlinie bewertet den Einsatz telemedizinischer Verfahren, wie Store-and-Forward (SAF) und Realtime-Video, bei häufigen dermatologischen Erkrankungen. Die Empfehlungen gelten für die ambulante, stationäre und sektorenübergreifende Versorgung.

Psoriasis

Die teledermatologische Betreuung von Psoriasis-Patienten ist besonders in der Verlaufskontrolle und Patientenberatung von Nutzen.

MaßnahmeEmpfehlungBemerkung
Erstdiagnostiksoll nicht erfolgenNur auf Basis teledermatologischer Befunde unzureichend
B2B-Beratungkann erfolgenZur Unterstützung der Diagnosestellung
Verlaufskontrollekann empfohlen werdenMittels SAF oder Realtime-Technologie
PASI-Erhebungkann nicht erfolgenBeurteilung der Induration digital nicht möglich
BSA, Erythem, Schuppungkann erfolgenTelemedizinische Ermittlung ist valide
SAPASIkann herangezogen werdenZur telemedizinischen Verlaufskontrolle

Atopische Dermatitis und Ekzeme

Ähnlich wie bei der Psoriasis liegt der Schwerpunkt hier auf der Verlaufskontrolle.

MaßnahmeEmpfehlungBemerkung
Erstdiagnostiksoll nicht erfolgenAlleinige digitale Diagnostik unzureichend
Atopische Stigmatakönnen erhoben werdenAusnahme: Dermographismus
Verlaufskontrollekann empfohlen werdenInklusive Erhebung von DLQI und Pruritus
SCORAD und EASIkann nicht erfolgenParameter Ödem teledermatologisch nicht hinreichend beurteilbar
BSA, Erythem, Lichenifikationkann erfolgenTelemedizinische Ermittlung ist valide

Hautkrebs

Die Teledermatologie bei melanozytären und nicht-melanozytären Läsionen (BCC, SCC) erfordert eine strenge Indikationsstellung.

  • Primärdiagnostik: Kann erwogen werden, wenn morphologische Befunde klinisch eindeutig sind und anamnestische Angaben vorliegen.
  • Unklarer Befund: Es soll eine dermatoskopische Untersuchung erfolgen (teledermatologisch oder in Präsenz).
  • Künstliche Intelligenz (KI): Die Primärdiagnostik allein aufgrund von KI-Lösungen soll nicht erfolgen.

Chronische und akute Wunden

Die Wundversorgung weist neben Hauttumoren die beste Datenlage auf. Die Konkordanz zwischen digitalen und Präsenzbefunden ist hoch.

EinsatzbereichEmpfehlungVoraussetzung
Primärdiagnostikkann empfohlen werdenVorliegen klinischer und anamnestischer Angaben
Verlaufskontrolle (SAF/Realtime)kann empfohlen werdenGesicherte Bildqualität
Qualitätsprüfung Verbändekann empfohlen werdenEdukation und Prüfung durch Pflegepersonal

Weitere dermatologische Anwendungsbereiche

Für seltene oder andere häufige Dermatosen gelten folgende Grundsätze:

  • SAF-Versorgung: Kann empfohlen werden bei primär morphologischer Diagnostik (z.B. infektiöse Hauterkrankungen, akute/chronische Ekzeme, eindeutige benigne Tumoren).
  • Realtime-Versorgung: Weist diagnostisch meist keine Vorteile gegenüber SAF auf. Sollte nur eingesetzt werden, wenn die Kommunikation im Vordergrund steht.
  • Nachsorge: SAF und Realtime können zur Nachversorgung operativer Befunde und Narbenbeurteilung empfohlen werden.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie die Teledermatologie primär für Verlaufskontrollen (z.B. mit SAPASI) und zur Triage. Verlassen Sie sich bei der Erstdiagnostik von entzündlichen Dermatosen oder unklaren Hauttumoren nicht ausschließlich auf digitale Bilder, sondern führen Sie eine Präsenzuntersuchung durch.

Häufig gestellte Fragen

Nein, eine Erstdiagnostik allein auf Basis eines teledermatologischen Befundes soll laut Leitlinie nicht erfolgen.
Nein. Beim PASI fehlt die Beurteilung der Induration, beim SCORAD und EASI ist die Beurteilung des Ödems digital nicht hinreichend möglich.
Nein, die Primärdiagnostik von melanozytären und nicht-melanozytären Läsionen allein durch KI-Lösungen soll nicht erfolgen.
Ja, die Primärdiagnostik und Verlaufskontrolle akuter und chronischer Wunden wird bei Vorliegen aller notwendigen klinischen Angaben ausdrücklich empfohlen.

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