Postpartale Hämorrhagie (PPH): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie der postpartalen Hämorrhagie (PPH). Eine PPH ist definiert als ein Blutverlust von mindestens 500 ml nach vaginaler Geburt oder mindestens 1000 ml nach Sectio caesarea. Unabhängig vom sichtbaren Blutverlust wird bei einem Schock-Index über 0,9 von einer PPH ausgegangen.
Die Ursachen der peripartalen Blutung werden nach den sogenannten 4 T's eingeteilt. Diese umfassen Tonus (Uterusatonie), Trauma (Verletzungen), Tissue (Plazentareste) und Thrombin (Koagulopathie). Die Uterusatonie stellt dabei die häufigste Ursache dar.
Eine rein visuelle Schätzung des Blutverlustes führt häufig zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Menge. Daher betont die Leitlinie die Wichtigkeit einer quantitativen Messung durch das konsequente Wiegen von blutgetränkten Materialien.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die rein visuelle Schätzung des postpartalen Blutverlustes, welche die tatsächliche Blutungsmenge oft um 30 bis 50 Prozent unterschätzt. Die Leitlinie empfiehlt daher nachdrücklich das konsequente Wiegen aller blutgetränkten Materialien. Zudem wird betont, dass Tranexamsäure bei einer diagnostizierten PPH sofort und noch vor dem Vorliegen von Gerinnungslaborwerten verabreicht werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine PPH definiert als ein Blutverlust von mindestens 500 ml nach einer vaginalen Geburt oder mindestens 1000 ml nach einem Kaiserschnitt. Unabhängig von der Menge wird auch bei klinischen Schockzeichen wie einem Schock-Index über 0,9 von einer PPH ausgegangen.
Zur medikamentösen Prophylaxe empfiehlt die Leitlinie die Gabe von 3-5 IE Oxytocin oder 100 µg Carbetocin. Beide Medikamente können als Kurzinfusion oder intramuskulär verabreicht werden.
Die Leitlinie empfiehlt eine intravenöse Gabe über einen Infusomat mit einer initialen Dosis von 500 µg in 500 ml Trägerlösung. Die Laufgeschwindigkeit sollte deeskalierend angepasst werden, wobei eine maximale Tagesdosis von 1500 µg nicht überschritten werden darf.
Von der Verwendung von Misoprostol in der Akuttherapie wird abgeraten. Die Leitlinie begründet dies mit dem verzögerten Wirkeintritt und der Verfügbarkeit besserer, zugelassener Alternativen wie Oxytocin oder Sulproston.
Es wird empfohlen, Tranexamsäure in einer Dosierung von 1 g intravenös unmittelbar nach der Diagnosestellung einer PPH zu verabreichen. Die Gabe sollte zeitgleich mit Oxytocinrezeptoragonisten und ohne vorheriges Abwarten einer Gerinnungsanalyse erfolgen.
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Quelle: Peripartale Blutungen, Diagnostik und Therapie (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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