PCOS bei Kinderwunsch: Chinesische Kräutertherapie
Hintergrund
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine komplexe endokrine Störung, von der 5 bis 15 % der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter betroffen sind. Es ist häufig mit Subfertilität, unregelmäßigen Menstruationszyklen und Insulinresistenz assoziiert.
Zur Behandlung der PCOS-bedingten Subfertilität werden etablierte westliche Therapien wie Clomifen, Insulinsensitizer oder die laparoskopische Ovarialbohrung (LOD) eingesetzt. Chinesische pflanzliche Arzneimittel (CHM) werden seit Jahrzehnten als alternative Behandlungsoption diskutiert.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von CHM bei subfertilen Frauen mit PCOS. Es wurden acht randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 609 Teilnehmerinnen ausgewertet.
Empfehlungen
Der Cochrane Review formuliert folgende Kernaussagen zur Studienlage:
Allgemeine Evidenzlage
Laut Review gibt es unzureichende Evidenz, um den generellen Einsatz von chinesischen pflanzlichen Arzneimitteln bei subfertilen Frauen mit PCOS zu befürworten. In keiner der eingeschlossenen Studien wurden Daten zur Lebendgeburtenrate, dem primären Endpunkt, berichtet.
CHM als Monotherapie
Beim Vergleich von CHM mit Clomifen ist der Effekt auf die Schwangerschaftsrate laut Review ungewiss (sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Es gibt keine konsistente Evidenz dafür, dass CHM allein die Fruchtbarkeitsergebnisse verbessert.
Kombinationstherapien
Der Review zeigt folgende Ergebnisse für Kombinationstherapien:
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Die Zugabe von CHM zu Clomifen kann die Schwangerschaftsrate im Vergleich zu Clomifen allein möglicherweise verbessern (niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz)
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Bei der Kombination von CHM mit Follikelpunktion und Ovulationsinduktion bleibt der Effekt auf die Schwangerschaftsrate ungewiss
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Auch bei der Kombination von CHM mit laparoskopischer Ovarialbohrung (LOD) im Vergleich zur alleinigen LOD ist ein Nutzen laut Review nicht gesichert
Sicherheit und Nebenwirkungen
Es wird betont, dass die vorhandene Evidenz zu unerwünschten Ereignissen unzureichend ist. Daher kann keine verlässliche Aussage zur Sicherheit einer Therapie mit CHM getroffen werden.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass die Kombination von chinesischen pflanzlichen Arzneimitteln mit Clomifen die Schwangerschaftsraten bei PCOS-Patientinnen möglicherweise erhöhen kann. Es wird jedoch betont, dass die Evidenzqualität hierfür sehr niedrig ist und Daten zur Sicherheit sowie zu Lebendgeburten vollständig fehlen. Ein routinemäßiger Einsatz von CHM kann daher aktuell nicht befürwortet werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es aktuell keine Daten zur Lebendgeburtenrate unter der Therapie mit chinesischen pflanzlichen Arzneimitteln. Keine der eingeschlossenen Studien hat diesen primären Endpunkt untersucht.
Der Review zeigt eine Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit, dass die Zugabe von chinesischen Kräutern zu Clomifen die Schwangerschaftsrate erhöhen könnte. Aufgrund der methodischen Schwächen der Studien wird jedoch keine generelle Empfehlung ausgesprochen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Evidenz zu unerwünschten Ereignissen unzureichend ist. Daher kann laut Review derzeit keine verlässliche Aussage zur Sicherheit dieser Präparate bei subfertilen Frauen mit PCOS getroffen werden.
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Quelle: Cochrane Review: Chinese herbal medicine for subfertile women with polycystic ovarian syndrome (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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