IQWiG2017

Pankreaskarzinom: USgHIFU-Therapie und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stellt ein Addendum zur Bewertung der sonografiegesteuerten hochfokussierten Ultraschalltherapie (USgHIFU) dar.

Es handelt sich um eine Potenzialbewertung gemäß § 137h SGB V bei bösartigen Neubildungen des Pankreas.

Ziel der Untersuchung war es, auf Basis neu übermittelter Dokumente erneut zu prüfen, ob die Methode einen Nutzen oder ein Potenzial als Behandlungsalternative aufweist.

Die Bewertung unterscheidet dabei zwischen exokrinen und endokrinen Tumoren sowie verschiedenen Therapiestadien. Das Pankreaskarzinom wird häufig erst im fortgeschrittenen, symptomatischen Stadium diagnostiziert, wobei Schmerz eines der führenden Leitsymptome darstellt.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert auf Basis der bewerteten Studien folgende Kernaussagen zum Potenzial der USgHIFU-Therapie:

IndikationVergleichstherapiePotenzial abgeleitet?Begründung
Inoperables exokrines PankreaskarzinomChemo- / RadiochemotherapieJaVorteile bei Gesamtüberleben (6 Monate) und Schmerzlinderung
Inoperables exokrines PankreaskarzinomReine PalliativversorgungJaÜbertragbarkeit der Schmerzlinderung
Inoperable endokrine PankreastumoreReine PalliativversorgungNeinUnzureichende Datenlage, keine Übertragbarkeit
Grenzwertig resektables PankreaskarzinomNeoadjuvante TherapieNeinKeine Studien, keine Übertragbarkeit

USgHIFU als Zusatztherapie

Laut Bericht zeigt sich für inoperable exokrine Pankreaskarzinome ein Potenzial, wenn USgHIFU zusätzlich zu einer Chemotherapie (z. B. Gemcitabin) eingesetzt wird.

Es wurden Vorteile hinsichtlich des Gesamtüberlebens nach 6 Monaten sowie bei der Schmerzlinderung beobachtet.

Nachteile bezüglich des körperlichen Funktionsstatus oder behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse waren im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie nicht erkennbar.

USgHIFU in der Palliativsituation

Für Patienten mit inoperablen exokrinen Tumoren, bei denen eine Chemotherapie nicht mehr infrage kommt, wird ebenfalls ein Potenzial abgeleitet.

Dieses beruht laut IQWiG ausschließlich auf der Übertragbarkeit der schmerzlindernden Effekte.

Ein Überlebensvorteil wird in dieser Situation ohne begleitende Chemotherapie nicht als übertragbar angesehen.

Endokrine und grenzwertig resektable Tumore

Für inoperable endokrine Pankreastumore ergibt sich aus medizinischer Sicht keine Übertragbarkeit der Daten von exokrinen Tumoren.

Aufgrund unzureichender Datenlage wird hier kein Potenzial abgeleitet.

Ebenso wird für den neoadjuvanten Einsatz bei grenzwertig resektablen Pankreaskarzinomen mangels Studien und fehlender Übertragbarkeit kein Potenzial gesehen.

Eckpunkte einer Erprobungsstudie

Um den Nutzen der Methode abschließend zu belegen, skizziert das IQWiG eine randomisierte kontrollierte Studie.

Folgende Parameter werden für die Erprobung vorgeschlagen:

  • Einschluss von Patienten mit inoperablem exokrinem Pankreaskarzinom (Stadium III-IV) und tumorbedingten Schmerzen

  • Primärer Endpunkt ist das Erreichen einer relevanten Schmerzlinderung

  • Sekundäre Endpunkte umfassen Gesamtüberleben, Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die schmerzlindernde Wirkung der USgHIFU-Therapie plausibel auf die Inaktivierung lokaler nozizeptiver Nervenfasern des Plexus solaris zurückzuführen ist. Es wird betont, dass ein möglicher Überlebensvorteil jedoch wahrscheinlich auf Synergieeffekten mit einer begleitenden Chemotherapie beruht und nicht auf eine rein palliative Monotherapie übertragen werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG leitet für inoperable exokrine Pankreaskarzinome ein Potenzial als Behandlungsalternative ab. Dies gilt sowohl für den Einsatz als Zusatz zur Chemotherapie als auch in der reinen Palliativversorgung zur Schmerzlinderung.

Laut Bericht reicht die aktuelle Datenlage für endokrine Pankreastumore nicht aus, um ein Potenzial zu begründen. Eine Übertragung der positiven Ergebnisse von exokrinen auf endokrine Tumore ist aus medizinischer Sicht nicht zulässig.

In Kombination mit einer Chemotherapie zeigten sich in Studien Vorteile beim Gesamtüberleben nach 6 Monaten sowie eine signifikante Schmerzlinderung. In der reinen Palliativsituation wird primär von einem schmerzlindernden Effekt ausgegangen.

In den ausgewerteten Studien wurden unter anderem lokale Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Hautverbrennungen und in Einzelfällen eine Pankreatitis berichtet. Bei Behandlungen ohne Anästhesie traten teils unerträgliche Schmerzen auf, die zum Abbruch der Therapie führten.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG H17-03: Sonografiegesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie bei bösartigen Neubildungen des Pankreas - Addendum zum Auftrag H16-02C (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.