Leitlinienprogramm Onkologie2024OnkologieGynäkologieChirurgie

Ovarialkarzinom: Diagnostik, Therapie und Nachsorge

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Leitlinienprogramm Onkologie (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Ovarialkarzinom ist die zweithäufigste tödliche gynäkologische Krebserkrankung. Etwa 75 % der Fälle werden in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, da frühe Symptome oft unspezifisch sind.

Die S3-Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren" bietet evidenzbasierte Behandlungspfade. Ein generelles Screening der Normalbevölkerung mittels Ultraschall oder CA-125-Bestimmung wird aufgrund fehlender Mortalitätssenkung nicht empfohlen.

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist die interdisziplinäre Betreuung durch Gynäkoonkologen. Die Prognose der betroffenen Frauen hängt maßgeblich von der operativen Tumorfreiheit und der stadiengerechten Systemtherapie ab.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Paradigmenwechsel der Leitlinie betrifft die operative Radikalität beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom. Es wird stark davon abgeraten, eine systematische Lymphonodektomie durchzuführen, wenn intraoperativ eine makroskopische Tumorfreiheit erreicht wurde und die Lymphknoten klinisch unauffällig sind. Diese Maßnahme verbessert das Überleben nicht, erhöht aber die postoperative Morbidität signifikant.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie kann bei einem unilateralen Tumor im Stadium FIGO IA (Grad 1) ein fertilitätserhaltendes Vorgehen gewählt werden. Voraussetzung ist ein adäquates operatives Staging und eine umfassende Aufklärung über das erhöhte Rezidivrisiko.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Bestimmung des CA 125 bei symptomfreien Frauen ab. Ein alleiniger Markeranstieg ohne klinische Symptome rechtfertigt keine frühzeitige Rezidivtherapie, da dies keinen Überlebensvorteil bietet.

Es wird empfohlen, allen Frauen mit der Diagnose eines Ovarialkarzinoms eine genetische Testung anzubieten. Das Vorliegen einer Mutation hat direkte therapeutische Konsequenzen, beispielsweise für den Einsatz von PARP-Inhibitoren.

Bei einem Rezidiv innerhalb von 6 Monaten nach der platinhaltigen Primärtherapie wird eine nicht-platinhaltige Monotherapie empfohlen. Zum Einsatz kommen laut Leitlinie beispielsweise pegyliertes liposomales Doxorubicin, Topotecan oder wöchentliches Paclitaxel.

Frauen mit einer nachgewiesenen deletären Keimbahnmutation in einem Hochrisikogen sollten über eine prophylaktische bilaterale Salpingo-Oophorektomie beraten werden. Diese Maßnahme senkt das Erkrankungsrisiko signifikant.

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Quelle: S3-Leitlinie Ovarialkarzinom v5.1 (2024) (Leitlinienprogramm Onkologie, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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