Ovarialkarzinom: Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie behandelt die Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. Das Ovarialkarzinom ist die häufigste tödliche gynäkologische Krebserkrankung, wobei die meisten Fälle erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden.
Ein generelles Screening der Normalbevölkerung mittels transvaginalem Ultraschall oder CA-125-Bestimmung wird nicht empfohlen, da bisher keine Reduktion der Mortalität nachgewiesen werden konnte. Auch bei Risikopopulationen zeigt ein solches Screening keine ausreichende Effektivität.
Bei familiärer Belastung oder dem Nachweis von Mutationen in Hochrisiko-Genen (wie BRCA1/2) wird eine genetische Beratung empfohlen. Für diese Patientinnen stellt die prophylaktische bilaterale Salpingo-Oophorektomie die effektivste Methode zur Senkung des Erkrankungsrisikos dar.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Praxisaspekt der Leitlinie betrifft die Lymphonodektomie beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom. Es wird stark empfohlen, bei makroskopischer intraabdominaler Tumorfreiheit und klinisch unauffälligen Lymphknoten auf eine systematische pelvine und paraaortale Lymphonodektomie zu verzichten. Studiendaten zeigen, dass dieser Eingriff in dieser Situation keinen Überlebensvorteil bietet, aber mit einer höheren postoperativen Komplikationsrate und Mortalität einhergeht.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie kann bei einem unilateralen Tumor im Stadium FIGO IA/C ein fertilitätserhaltendes operatives Vorgehen gewählt werden. Voraussetzung ist ein adäquates Staging, zudem muss die Patientin über ein potenziell erhöhtes Rezidivrisiko aufgeklärt werden.
Die Leitlinie empfiehlt nach erfolgreicher platinbasierter Erstlinientherapie den Einsatz einer Erhaltungstherapie. Hierfür können Bevacizumab oder PARP-Inhibitoren wie Niraparib, Olaparib oder Rucaparib eingesetzt werden, wobei der BRCA- und HRD-Status berücksichtigt werden sollte.
Bei einem platinresistenten Rezidiv wird gemäß Leitlinie eine nicht-platinhaltige Monotherapie empfohlen. Zum Einsatz kommen Substanzen wie pegyliertes liposomales Doxorubicin, wöchentliches Paclitaxel oder Topotecan, gegebenenfalls in Kombination mit Bevacizumab.
Es wird darauf hingewiesen, dass eine routinemäßige Bestimmung von CA-125 bei symptomfreien Patientinnen in der Nachsorge nicht erfolgen soll. Ein alleiniger Markeranstieg ohne klinische Symptome rechtfertigt laut Leitlinie keinen früheren Beginn einer Rezidivtherapie, da dies keinen Überlebensvorteil bringt.
Frauen mit einer nachgewiesenen deletären Keimbahnmutation in einem Hochrisiko-Gen (wie BRCA1/2) sollten über eine prophylaktische bilaterale Salpingo-Oophorektomie beraten werden. Der Eingriff wird bei BRCA1-Mutationsträgerinnen ab 35 bis 40 Jahren und bei BRCA2-Mutationsträgerinnen ab 40 bis 45 Jahren empfohlen.
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Quelle: AWMF 032-035: Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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