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Onychomykose: PCR-Diagnostik und Therapie-Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Onychomykose ist eine chronische Pilzinfektion der Finger- und/oder Zehennägel, die ohne Behandlung keine Selbstheilungstendenz aufweist. In Mitteleuropa werden die Infektionen überwiegend durch anthropophile Dermatophyten, allen voran Trichophyton rubrum und Trichophyton interdigitale, verursacht.

Neben Dermatophyten können auch Hefe- und Schimmelpilze (Nondermatophyte Moulds, NDM) als Erreger auftreten. Häufige prädisponierende Faktoren sind Durchblutungsstörungen wie die chronisch-venöse Insuffizienz, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus sowie Fußfehlstellungen und Traumata.

Die häufigste klinische Manifestation ist die distolaterale subunguale Onychomykose (DSO). Hierbei breitet sich der Pilz vom Hyponychium an der Unterseite der Nagelplatte in Richtung der Matrix aus.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Grund für falsch-negative Pilzkulturen ist eine unzureichende Therapiepause vor der Materialentnahme. Es wird empfohlen, topische oder systemische antimykotische Behandlungen mindestens vier bis acht Wochen vor der Probengewinnung abzusetzen. Zudem erhöht die Materialgewinnung mittels Fräse an der proximalen Grenze zum gesunden Nagel die diagnostische Ausbeute signifikant im Vergleich zur oberflächlichen Entnahme mit einem Skalpell.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine systemische Therapie bei mittelschweren und schweren Onychomykosen empfohlen. Dies ist in der Regel der Fall, wenn mehr als 40 Prozent der Nageloberfläche, mehr als drei Zehennägel oder die Nagelmatrix betroffen sind.

Die kontinuierliche Standardtherapie mit Terbinafin erfolgt bei einem Befall der Zehennägel über 12 Wochen. Bei einem alleinigen Befall der Fingernägel ist meist eine Therapiedauer von 6 Wochen ausreichend.

Die Leitlinie stuft die traumatische, operative Nagelextraktion als obsolet ein und rät davon ab. Stattdessen wird eine atraumatische Nagelabtragung mittels 40-prozentiger Harnstoff-Zubereitung oder das mechanische Fräsen empfohlen.

Bei Personen mit vorbekannten Lebererkrankungen oder hepatotoxischer Komedikation wird eine Kontrolle von ASAT, ALAT und Gamma-GT vor Therapiebeginn sowie nach 2 bis 4 Wochen empfohlen. Bei gesunden Personen ohne Risikofaktoren gibt es keinen Konsens zur zwingenden Notwendigkeit von Routinekontrollen.

Bei initialen Befunden im Kindesalter wird primär eine topische Therapie empfohlen. Bei fortgeschrittener Onychomykose kann laut Leitlinie ein systemischer Off-Label-Einsatz von Terbinafin, Fluconazol oder Itraconazol erwogen werden, während Griseofulvin nicht mehr empfohlen wird.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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