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Hämatologische Diagnostik: Leitlinie (Onkopedia)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die hämatologische Diagnostik basiert auf einer Stufendiagnostik aus Zytomorphologie, Durchflusszytometrie, Zytogenetik und Molekulargenetik.
  • Die Zytomorphologie dient als rasche Basisuntersuchung, weist jedoch eine geringe Sensitivität (ca. 1:100) auf.
  • Für die Zytogenetik (Chromosomenanalyse) ist zwingend Heparin-Blut erforderlich, das innerhalb von 24 Stunden im Labor eintreffen sollte.
  • Durchflusszytometrie und Molekulargenetik sind essenziell für die Bestimmung der messbaren Resterkrankung (MRD).
  • Die Knochenmarkhistologie bleibt der Goldstandard zur Beurteilung der Markarchitektur und bei fokalen Infiltraten.
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Hintergrund

Eine akkurate Diagnose ist die unabdingbare Voraussetzung für Therapieentscheidungen in der Hämatologie. Die Diagnostik dient der Feststellung der Entität (nach WHO- und ICC-Klassifikation), der Subtypisierung, dem Nachweis biologischer Zielstrukturen für zielgerichtete Therapien (z. B. CD20, CD30, BCR::ABL1) sowie der Erhebung von Prognoseparametern. Zudem ist sie essenziell für die Überwachung des Therapieansprechens und der messbaren Resterkrankung (MRD).

Zytomorphologie

Die Zytomorphologie von Blut und Knochenmark ist eine schnelle und preiswerte Basisuntersuchung im Rahmen der Stufendiagnostik. Die Sensitivität ist mit ca. 1:100 relativ gering.

  • Präanalytik: Nativ, EDTA oder Citrat. Heparin ist wegen Artefaktbildungen ungeeignet! Antikoaguliertes Material sollte innerhalb von 24 Stunden ausgestrichen werden. Knochenmarkausstriche müssen vor dem Färben oder Versand mindestens 30 Minuten lufttrocknen.
  • Analytik: Im peripheren Blutausstrich werden mindestens 100-200 kernhaltige Zellen differenziert, im Knochenmark (Myelogramm) mindestens 200-500 Zellen.
FärbungIndikation
PappenheimÜbersichtsfärbung
Berliner-BlauNachweis von intra-/extrazellulärem Eisen, Ringsideroblasten
PASNachweis glykogenhaltiger Zellen (z. B. Erythroleukämie)
Peroxidase (POX)Nachweis granulozytär differenzierter Zellen
Alpha-NaphtylacetatesteraseNachweis monozytär differenzierter Zellen

Durchflusszytometrie

Die Durchflusszytometrie bietet eine hohe Sensitivität (bis zu 1:10^5) und ist essenziell für die MRD-Diagnostik, Immunphänotypisierung und den Nachweis klonaler Erkrankungen (z. B. PNH).

  • Präanalytik: Antikoagulierte Materialien in der Regel max. 48 Stunden lagern. Nativflüssigkeiten (z. B. Liquor) sollten innerhalb von 6 Stunden nach Entnahme untersucht werden. Transport bei Raumtemperatur.

Zytogenetik

Zytogenetische Untersuchungen umfassen die klassische Chromosomenanalyse (Metaphasen) und die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH, Interphasen). Sie liefern entitätsdefinierende Leitbefunde und Prognoseparameter.

  • Präanalytik: Zwingend Heparin-antikoaguliertes Material für die Chromosomenanalyse, da lebende Zellen benötigt werden. Transport bei Raumtemperatur innerhalb von 24 (-48) Stunden.
LäsionKlinische Bedeutung
t(9;22)Nachweis/Ausschluss CML, Ph+ ALL oder Ph+ AML
t(15;17)Nachweis/Ausschluss Promyelozytenleukämie (PML::RARA)
t(8;14)Leitbefund bei Burkitt-Lymphom/Leukämie
t(11;14)Leitbefund bei Mantelzell-Lymphom
t(14;18)Leitbefund bei Follikulärem Lymphom

Molekulargenetik

Umfasst PCR-basierte Verfahren und Next Generation Sequencing (NGS). Bietet unübertroffene Spezifität und Sensitivität (NGS: 2-5 %, Sanger: 10-20 %).

  • Präanalytik: EDTA bevorzugt. Für RNA-basierte Analysen ist ein rascher Transport (<24h) wegen der kurzen Halbwertszeit von RNA erforderlich.
LäsionKlinische Bedeutung
BCR::ABL1CML, Ph+ ALL, Ph+ AML, MRD-Nachweis
JAK2 V617FNachweis/Ausschluss myeloproliferativer Neoplasien
NPM1AML-Entitätsdefinition, Prognosefaktor, MRD-Nachweis
TP53Hochrisiko-Konstellation (z. B. bei CLL, AML, MDS)

Histopathologie (Knochenmark)

Der Goldstandard zur Beurteilung der Zellularität, Topographie, Fibrosierung und bei fokalen Prozessen (z. B. Metastasen, Granulome).

  • Präanalytik: Stanzzylinder (Spina iliaca posterior superior) von idealerweise 2,0 cm Länge (mindestens 1,0 cm). Fixierung in neutral-gepuffertem Formalin.

💡Praxis-Tipp

Verwenden Sie für die Zytogenetik (Chromosomenanalyse) ausschließlich Heparin-Röhrchen, da lebende Zellen benötigt werden. Für die Zytomorphologie ist Heparin hingegen absolut ungeeignet (Artefakte) – nutzen Sie hier EDTA oder Citrat.

Häufig gestellte Fragen

Zwingend Heparin-Blut oder -Knochenmark, da für die Zellkulturen der klassischen Chromosomenanalyse lebende Zellen benötigt werden.
Nativflüssigkeiten wie Liquor sollten innerhalb von 6 Stunden nach Entnahme im Labor untersucht werden.
Die Länge des Stanzzylinders sollte mindestens 1,0 cm betragen, idealerweise jedoch 2,0 cm.
Eine Dysplasie liegt vor, wenn mindestens 10 % der jeweiligen kernhaltigen Zellen einer Reihe (Granulopoese, Erythropoese, Megakaryopoese) dysplastische Veränderungen aufweisen.
EDTA oder Citrat. Heparin ist wegen Artefaktbildungen nicht geeignet.

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