NSAR: Kardiovaskuläres Risiko und Kontraindikationen
Hintergrund
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das BfArM haben 2006 eine Sicherheitsbewertung zu den kardiovaskulären Risiken nicht-selektiver nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) durchgeführt. Anlass waren neue klinische und epidemiologische Daten, die auf ein potenziell erhöhtes Risiko für arterielle Thrombosen hinwiesen.
Im Fokus der Untersuchung standen insbesondere Myokardinfarkte und Schlaganfälle bei hochdosierter und langfristiger Anwendung. Die Bewertung schließt Daten aus dem MEDAL-Studienprogramm sowie Metaanalysen zu NSAR und COX-2-Inhibitoren ein.
Grundsätzlich wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis der nicht-selektiven NSAR weiterhin als positiv bewertet. Die Leitlinie betont jedoch die Notwendigkeit, individuelle Risikofaktoren bei der Verordnung zu berücksichtigen.
💡Praxis-Tipp
Es wird empfohlen, bei der Verordnung von Ibuprofen strikt zwischen der analgetischen Niedrigdosis (bis 1200 mg/Tag) und der antiinflammatorischen Hochdosis (2400 mg/Tag) zu differenzieren. Während die niedrige Dosierung laut Leitlinie nicht mit einem erhöhten Myokardinfarktrisiko assoziiert ist, steigt das Risiko bei der Hochdosis an. Zudem wird davor gewarnt, Naproxen eine kardioprotektive Wirkung zuzuschreiben.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist Diclofenac, insbesondere in einer hohen Dosierung von 150 mg pro Tag, mit einem erhöhten Risiko für arterielle thrombotische Ereignisse wie Myokardinfarkt oder Schlaganfall assoziiert. Das Risiko wird als vergleichbar mit dem von Etoricoxib eingestuft.
Epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass niedrig dosiertes Ibuprofen (bis 1200 mg täglich) nicht mit einem erhöhten Myokardinfarktrisiko einhergeht. Bei hohen Dosen (2400 mg täglich) wird jedoch ein potenziell erhöhtes Risiko für thrombotische Ereignisse beschrieben.
Die Leitlinie stellt klar, dass die aktuellen Daten keinen kardioprotektiven Effekt von Naproxen belegen. Es weist bei einer Dosis von 1000 mg pro Tag möglicherweise ein geringeres Risiko als COX-2-Hemmer auf, ein Restrisiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Die Dokumentation gibt an, dass COX-2-Hemmer im Vergleich zu Placebo oder Nicht-Anwendung zu etwa 3 zusätzlichen thrombotischen Ereignissen pro 1000 Patientenjahren führen. Dies betrifft vor allem Myokardinfarkte.
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Quelle: NSAID (nicht-selektive): Erneute Bewertung von kardiovaskulären Risiken sowie gesonderte Risikobewertung von Piroxicam (BfArM, 2006). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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