WHO2019

Nosokomiale Infektionen: Prävention und Surveillance

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Nosokomiale Infektionen (Healthcare-associated infections, HAIs) betreffen weltweit jährlich hunderte Millionen Menschen. Im Durchschnitt erwirbt laut WHO einer von zehn Patienten während der medizinischen Versorgung eine solche Infektion.

Häufige Manifestationen umfassen Harnwegs-, Atemwegs-, Blutstrom- und Wundinfektionen. Diese werden oft durch Erreger verursacht, die gegen gängige Antibiotika resistent sind, was die globale Belastung durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) weiter verschärft.

Zu den Hauptrisikofaktoren zählen der unsachgemäße Einsatz von invasiven Devices und Antibiotika sowie diagnostische oder therapeutische Hochrisikoeingriffe. In ressourcenschwachen Umgebungen kommen mangelhafte Wasserversorgung, unzureichende Ausstattung und Personalmangel als erschwerende Faktoren hinzu.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert folgende zentrale Strategien zur Infektionsprävention und -kontrolle (IPC):

Händehygiene und Basismaßnahmen

Die Leitlinie betont die Händehygiene als eine der effektivsten Maßnahmen der Infektionsprävention. Es wird darauf hingewiesen, dass eine verbesserte Compliance die Erregertransmission in Gesundheitseinrichtungen um bis zu 50 Prozent reduzieren kann.

Zudem wird die strikte Einhaltung von IPC-Basismaßnahmen gefordert, um Risiken zu minimieren:

  • Vermeidung des unsachgemäßen Einsatzes von invasiven Devices und Antibiotika

  • Sicherstellung einer sicheren Injektions- und Transfusionspraxis

  • Optimierung der Umgebungsreinigung und des Abfallmanagements

Surveillance und Monitoring

Laut Leitlinie ist eine regelmäßige HAI-Surveillance unerlässlich, um die lokale und nationale Krankheitslast zu erfassen und Prioritäten setzen zu können. Es wird hervorgehoben, dass strukturierte Surveillance-Programme zu einer Reduktion nosokomialer Infektionen um 25 bis 57 Prozent beitragen.

Strukturelle Voraussetzungen

Für eine erfolgreiche Umsetzung wird die Etablierung lokaler und nationaler IPC-Richtlinien empfohlen. Die Leitlinie unterstreicht, dass beste Ergebnisse erzielt werden, wenn IPC-Maßnahmen durch das Management unterstützt und in eine gelebte Patientensicherheitskultur integriert werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass durchschnittlich 61 Prozent des medizinischen Personals die empfohlenen Händehygiene-Praktiken nicht einhalten. Es wird betont, dass bereits die konsequente Umsetzung der Händehygiene die Erregerübertragung im klinischen Alltag halbieren und somit signifikant zur Patientensicherheit beitragen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut WHO-Leitlinie sind in einkommensstarken Ländern bis zu 30 Prozent der Intensivpatienten von mindestens einer nosokomialen Infektion betroffen. In Entwicklungsländern ist diese Rate nochmals zwei- bis dreimal höher.

Die Leitlinie nennt unter anderem den unsachgemäßen Einsatz von Kathetern und Antibiotika sowie Hochrisikoeingriffe als Hauptursachen. Auch Immunsuppression und eine mangelhafte Umsetzung von Hygienestandards spielen eine zentrale Rolle.

Es wird berichtet, dass effektive Programme zur Infektionsprävention die Rate nosokomialer Infektionen um mehr als 30 Prozent senken können. Allein durch systematische Surveillance lässt sich laut Leitlinie eine Reduktion von 25 bis 57 Prozent erreichen.

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Quelle: Healthcare without avoidable infections (WHO, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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