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Schwangerenvorsorge: Antenatal Care Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der erste Vorsorgetermin (Booking) sollte idealerweise bis zur Schwangerschaftswoche (SSW) 10+0 stattfinden.
  • Nullipare Frauen erhalten 10, multipare Frauen 7 geplante Routineuntersuchungen.
  • Blutdruckmessung und Urin-Stix auf Proteinurie sind bei jedem persönlichen Termin durchzuführen.
  • Ab SSW 28 wird Schwangeren empfohlen, nicht mehr auf dem Rücken zu schlafen, um das Risiko einer Totgeburt zu minimieren.
  • Bei Verdacht auf Beckenendlage ab SSW 36+0 erfolgt ein Ultraschall zur Bestätigung und ggf. das Angebot einer äußeren Wendung.
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Hintergrund

Die NICE-Leitlinie zur Schwangerenvorsorge (Antenatal Care) definiert die Standards für die routinemäßige Betreuung von Schwangeren. Ziel ist es, durch regelmäßige Untersuchungen, Aufklärung und Risikobewertungen die Gesundheit von Mutter und Kind zu sichern.

Terminplanung und Basisdiagnostik

Die Frequenz der Vorsorgeuntersuchungen richtet sich nach der Parität der Schwangeren:

  • Nullipare Frauen: 10 geplante Routineuntersuchungen
  • Multipare Frauen: 7 geplante Routineuntersuchungen

Der erste Termin (Booking-Termin) sollte bis zur 10+0 SSW stattfinden. Meldet sich eine Frau erst nach 9+0 SSW an, sollte der Termin nach Möglichkeit innerhalb von 2 Wochen erfolgen.

Beim ersten Termin werden BMI, Blutbild, Blutgruppe und Rhesus-D-Status bestimmt. Zudem werden Screenings auf HIV, Syphilis, Hepatitis B, Sichelzellanämie und Thalassämie angeboten.

Ultraschall-Screening

Allen Schwangeren werden routinemäßig zwei Ultraschalluntersuchungen angeboten:

ZeitraumZiel der Untersuchung
11+2 bis 14+1 SSWBestimmung des Gestationsalters, Erkennung von Mehrlingen, Screening auf Trisomien (Down, Edwards, Patau)
18+0 bis 20+6 SSWScreening auf fetale Anomalien, Bestimmung der Plazentalokalisation

Nach der 28. SSW werden bei unkomplizierten Einlingsschwangerschaften keine routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen empfohlen.

Risikobewertung und Überwachung

Bei jedem persönlichen Vorsorgetermin müssen der Blutdruck gemessen und ein Urin-Dipstick auf Proteinurie durchgeführt werden. Weitere spezifische Risikobewertungen umfassen:

ParameterZeitpunkt der BewertungMaßnahme bei Risiko
Venöse Thromboembolie (VTE)Ersttermin & nach KlinikaufnahmeÜberweisung an Geburtshelfer zur weiteren Planung
GestationsdiabetesErstterminOraler Glukosetoleranztest (oGTT) zwischen 24+0 und 28+0 SSW
PräeklampsieErsttermin & 2. TrimenonGabe von Aspirin
Fetale WachstumsrestriktionErsttermin & 2. TrimenonMessung des Symphysen-Fundus-Abstands bei jedem Termin ab 24+0 SSW

Spezifische klinische Situationen

  • Schlafposition: Ab der 28. SSW sollten Schwangere nicht mehr auf dem Rücken schlafen, da dies mit einem erhöhten Risiko für Totgeburten assoziiert ist. Kissen können helfen, die Seitenlage zu halten.
  • Kindsbewegungen: Ab der 24+0 SSW sollten Kindsbewegungen bei jedem Termin thematisiert werden. Bei verminderten Kindsbewegungen muss eine sofortige Abklärung erfolgen.
  • Beckenendlage: Ab 36+0 SSW wird eine Tastuntersuchung des Abdomens empfohlen. Bei Verdacht erfolgt ein Ultraschall. Bestätigt sich die Beckenendlage, werden die äußere Wendung (External Cephalic Version), eine vaginale Geburt oder ein Kaiserschnitt besprochen.
  • Vaginale Blutungen (nach 13. SSW): Patientinnen müssen in die Sekundärversorgung überwiesen werden. Rhesus-negative Frauen erhalten eine Anti-D-Prophylaxe. Bei drohender Frühgeburt (<48 Stunden) ist die Gabe von Kortikosteroiden zur Lungenreife zu erwägen.

Management von Schwangerschaftsbeschwerden

SymptomTherapieempfehlungBemerkung
Übelkeit & ErbrechenIngwer (nicht-medikamentös), AntiemetikaKlingt meist bis zur 16.-20. SSW ab. Bei schwerem Verlauf i.v.-Flüssigkeit erwägen.
SodbrennenAntazida oder AlginateZunächst Lebensstil- und Ernährungsanpassungen empfehlen.
Vaginale CandidiasisVaginales Imidazol (z.B. Clotrimazol)Bei unklarem Ausfluss (Juckreiz, Geruch) Abstrich durchführen.
Bakterielle VaginoseOrale oder vaginale AntibiotikaGemäß Antibiotic Stewardship behandeln.
BeckengürtelschmerzPhysiotherapie, unelastischer BeckengurtÜberweisung an Physiotherapie erwägen.

💡Praxis-Tipp

Messen Sie bei jedem persönlichen Vorsorgetermin den Blutdruck und führen Sie einen Urin-Stix auf Proteinurie durch. Raten Sie Schwangeren ab der 28. SSW aktiv davon ab, auf dem Rücken zu schlafen.

Häufig gestellte Fragen

Der erste Termin (Booking-Termin) sollte idealerweise bis zur Schwangerschaftswoche 10+0 stattfinden.
Die Leitlinie empfiehlt 10 Termine für Erstgebärende (Nulliparae) und 7 Termine für Mehrgebärende (Multiparae).
Bei Vorliegen von Risikofaktoren wird ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) zwischen der 24+0 und 28+0 SSW empfohlen.
Die Patientin muss zur Abklärung in die Sekundärversorgung überwiesen werden. Rhesus-negative Frauen benötigen eine Anti-D-Prophylaxe.
Ab 36+0 SSW wird eine Tastuntersuchung empfohlen. Bei Bestätigung im Ultraschall sollten die äußere Wendung, eine vaginale Geburt oder ein Kaiserschnitt besprochen werden.

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