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Pankreaskarzinom: Diagnostik & Therapie (NICE-Leitlinie)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Pankreasprotokoll-CT ist der Goldstandard in der Primärdiagnostik und sollte vor einer Gallengangsdrainage erfolgen.
  • Bei inoperablem Pankreaskarzinom wird der frühzeitige Einsatz von magensaftresistentem Pankreatin empfohlen.
  • Die adjuvante Standardtherapie nach Resektion besteht aus Gemcitabin plus Capecitabin für 6 Zyklen.
  • FOLFIRINOX ist die Erstlinientherapie bei metastasiertem Pankreaskarzinom für Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1).
  • Zur Schmerztherapie bei unzureichender Opioidwirkung sollte eine Zöliakusblockade erwogen werden.
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Hintergrund

Das Pankreaskarzinom ist eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Aufgrund unspezifischer Symptome erfolgt die Diagnose oft spät, sodass nur etwa 8 % der Patienten für eine potenziell kurative Operation infrage kommen. Die vorliegende NICE-Leitlinie fasst die evidenzbasierten Empfehlungen zu Diagnostik, Staging und Therapie zusammen.

Diagnostik und Staging

Die primäre Bildgebung stützt sich auf das Pankreasprotokoll-CT.

Klinische SituationPrimäre BildgebungWeitere Diagnostik (bei Unklarheit)
Verdacht + obstruktiver IkterusPankreasprotokoll-CT (vor Drainage!)FDG-PET/CT, EUS mit Biopsie
Verdacht ohne IkterusPankreasprotokoll-CTFDG-PET/CT, EUS mit Biopsie

Für das Staging bei neu diagnostiziertem Pankreaskarzinom wird ein Pankreasprotokoll-CT von Thorax, Abdomen und Becken empfohlen. Bei lokal begrenzter Erkrankung und geplanter Therapie sollte ein FDG-PET/CT angeboten werden. Für die Detektion von Lebermetastasen kann ein MRT, für das Tumor- und Nodalstaging ein EUS (endoskopischer Ultraschall) erwogen werden.

Zystische Pankreasläsionen

Patienten mit Pankreaszysten sollten mittels CT oder MRT/MRCP untersucht werden. Eine Resektion wird bei folgenden Hochrisikokriterien empfohlen:

KriteriumBeschreibung
IkterusObstruktiver Ikterus bei zystischer Läsion im Pankreaskopf
Solide AnteileKontrastmittelaufnehmende solide Komponente in der Zyste
Ductus pancreaticusDurchmesser des Hauptganges ≥ 10 mm

Schmerz- und Ernährungstherapie

  • Schmerztherapie: Erwägen Sie eine EUS-gesteuerte oder perkutane Zöliakusblockade bei unkontrollierten Schmerzen, inakzeptablen Opioid-Nebenwirkungen oder eskalierendem Analgetikabedarf. Eine thorakale Splanchnikektomie wird nicht empfohlen.
  • Ernährung: Bieten Sie Patienten mit inoperablem Karzinom magensaftresistentes Pankreatin an. Fischöl zur Behandlung von Gewichtsverlust wird nicht empfohlen. Nach einer Pankreatoduodenektomie ist eine frühe enterale Ernährung der parenteralen vorzuziehen.

Management von Obstruktionen

ObstruktionsartTherapieempfehlungBemerkung
Biliär (resektabel)Primäre ResektionKeine präoperative Drainage, sofern Patient fit ist
Biliär (inoperabel)Selbstexpandierende MetallstentsEndoskopische Anlage bevorzugt vor chirurgischem Bypass
DuodenalGastrojejunostomie oder StentGastrojejunostomie bei günstigerer Prognose bevorzugen

Operative und adjuvante Therapie

Eine neoadjuvante Therapie sollte nur im Rahmen klinischer Studien erfolgen. Bei Resektionen im Pankreaskopf ist eine pyloruserhaltende Resektion zu erwägen, sofern der Tumor adäquat entfernt werden kann. Es wird eine Standard-Lymphadenektomie anstelle einer erweiterten Lymphadenektomie empfohlen.

Die adjuvante Therapie sollte nach ausreichender Erholung begonnen werden:

  • Standard: Gemcitabin plus Capecitabin (für 6 Zyklen)
  • Alternative: Gemcitabin-Monotherapie (wenn Kombinationstherapie nicht toleriert wird)

Palliative Systemtherapie

Bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreaskarzinom richtet sich die Therapie nach dem Allgemeinzustand (ECOG-Status).

TherapielinieTherapieIndikation / Bemerkung
1. LinieFOLFIRINOXMetastasiert, guter Allgemeinzustand (ECOG 0-1)
1. LinieGemcitabin + Nab-PaclitaxelWenn FOLFIRINOX nicht toleriert wird
1. LinieGemcitabin MonotherapieBei schlechtem Allgemeinzustand
2. LinieOxaliplatin-basiertWenn in 1. Linie nicht eingesetzt
2. LinieGemcitabin-basiertNach Progress unter FOLFIRINOX

Bei Vorliegen von NTRK-Genfusionen kann Larotrectinib als zielgerichtete Option eingesetzt werden.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom mit obstruktivem Ikterus immer erst ein Pankreasprotokoll-CT durch, bevor Sie den Gallengang drainieren. Setzen Sie bei inoperablen Tumoren frühzeitig magensaftresistentes Pankreatin ein.

Häufig gestellte Fragen

Bei unkontrollierbaren Schmerzen, inakzeptablen Opioid-Nebenwirkungen oder eskalierendem Analgetikabedarf.
Als Standard wird eine Kombination aus Gemcitabin und Capecitabin für 6 Zyklen empfohlen. Bei Unverträglichkeit kann Gemcitabin als Monotherapie eingesetzt werden.
Nein, die Leitlinie rät explizit von Fischöl-Supplementen zur Behandlung von Gewichtsverlust bei inoperablem Pankreaskarzinom ab.
Für Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) wird FOLFIRINOX empfohlen. Alternativ kommen Gemcitabin-Kombinationen oder eine Gemcitabin-Monotherapie infrage.
Ein obstruktiver Ikterus bei Zysten im Pankreaskopf, kontrastmittelaufnehmende solide Komponenten oder ein Durchmesser des Ductus pancreaticus von mindestens 10 mm.

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