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NICE

Grippeimpfung: Leitlinie zur Steigerung der Impfquote (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein Multikomponenten-Ansatz ist am effektivsten, um die Impfquote bei der Grippeimpfung zu steigern.
  • Jede Interaktion mit dem Gesundheitssystem sollte genutzt werden, um berechtigten Personen die Impfung anzubieten.
  • Elektronische Patientenakten sollten Erinnerungsfunktionen (Prompts) enthalten, um auf ungeimpfte Risikopatienten hinzuweisen.
  • Gesundheits- und Sozialpersonal mit direktem Patientenkontakt sollte vom Arbeitgeber geimpft werden.
  • Kinder ab 2 Jahren erhalten standardmäßig den Lebendimpfstoff als Nasenspray, Erwachsene den Totimpfstoff als Injektion.
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Hintergrund

Die jährliche Grippewelle führt zu erheblicher Morbidität und Mortalität. Die NICE-Leitlinie empfiehlt evidenzbasierte Strategien, um die Impfquote in definierten Zielgruppen zu erhöhen. Zu den primären Zielgruppen gehören Kinder, Personen mit klinischen Risikofaktoren, Schwangere, pflegende Angehörige (Carer) sowie medizinisches Personal.

Klinische Risikogruppen

Personen mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen. Sie müssen systematisch identifiziert und geimpft werden:

RisikogruppeBeispiele / Definition
Chronische AtemwegserkrankungenAsthma (mit Steroidbedarf oder Exazerbationen), COPD, Bronchiektasen
Chronische HerzerkrankungenChronische Herzkrankheiten
Chronische NierenerkrankungenStadium 3 oder höher
Chronische LebererkrankungenChronische Lebererkrankungen (höchstes relatives Mortalitätsrisiko)
Chronische neurologische ErkrankungenParkinson, Motoneuron-Erkrankungen, Lernbehinderungen
StoffwechselerkrankungenDiabetes mellitus
ImmunsuppressionDurch Erkrankung (z. B. HIV/AIDS) oder Therapie (Chemotherapie, hochdosierte Kortikosteroide)
MilzfunktionsstörungenAsplenie, Sichelzellanämie, Zöliakie
Morbide AdipositasErwachsene mit einem BMI ≥ 40

Multikomponenten-Ansatz

Um die Impfquote signifikant zu steigern, wird ein Multikomponenten-Ansatz empfohlen. Dieser kombiniert Maßnahmen zur Steigerung der Nachfrage (Aufklärung) und des Angebots (Zugänglichkeit).

StufeMaßnahmeBemerkung
1. SensibilisierungAufklärung von Personal und PatientenMythen ausräumen (z. B. "Impfung löst Grippe aus")
2. IdentifikationNutzung von Patientenakten und RegisternErinnerungsfunktionen (Prompts) in der Software nutzen
3. AngebotOpportunistische und systematische AnspracheJede Konsultation (z. B. Rezeptabholung, Vorsorge) nutzen
4. ZugangFlexible Impfzeiten und -orteAbend-/Wochenendtermine, Apotheken, aufsuchende Angebote

Impfstoff-Applikation

Die Wahl des Impfstoffs richtet sich nach dem Alter und den Vorerkrankungen des Patienten:

ZielgruppeImpfstoff / ApplikationAusnahmen / Bemerkung
Kinder (ab 2 Jahren)Lebendimpfstoff (LAIV) als NasensprayInjektion bei Kontraindikationen (z. B. schwere Immunsuppression im Umfeld)
ErwachseneTotimpfstoff als InjektionStandardverfahren für alle erwachsenen Risikogruppen

Personal im Gesundheits- und Sozialwesen

Arbeitgeber sind dafür verantwortlich, allen Mitarbeitern mit direktem Patientenkontakt die Grippeimpfung anzubieten. Dies dient dem Eigenschutz, dem Schutz der Patienten und der Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung. Es wird empfohlen, Impfangebote direkt am Arbeitsplatz (z. B. durch mobile Teams, in Kantinen oder bei Schichtwechseln) zu etablieren und eine "Full Participation Strategy" (Opt-out-Modell) zu erwägen.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie Routine- und Facharzttermine (z. B. in der Schwangerenvorsorge, bei chronischen Erkrankungen oder der Rezeptabholung) konsequent als Gelegenheit, um die Grippeimpfung aktiv anzubieten und idealerweise direkt durchzuführen.

Häufig gestellte Fragen

Personen mit chronischen Atemwegs-, Herz-, Nieren-, Leber- oder neurologischen Erkrankungen, Diabetes, Immunsuppression, Asplenie sowie morbider Adipositas (BMI ≥ 40).
Für berechtigte Kinder ab 2 Jahren wird standardmäßig der Lebendimpfstoff als Nasenspray empfohlen, sofern keine medizinischen Kontraindikationen vorliegen.
Durch einen Multikomponenten-Ansatz, der persönliche Einladungen, elektronische Erinnerungssysteme (Prompts) in der Patientenakte und flexible Impfzeiten (z. B. abends oder am Wochenende) kombiniert.
Ja, die Impfung wird empfohlen, wenn das Wohlergehen der gepflegten Person gefährdet wäre, falls der Pflegende an Grippe erkrankt.

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