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Perioperative Versorgung: NICE-Leitlinie (NG180)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Klare Flüssigkeiten sind bis 2 Stunden vor der Operation erlaubt.
  • Für die postoperative Schmerztherapie wird ein multimodaler Ansatz mit primär oralen Analgetika empfohlen.
  • Eine strikte Blutzuckereinstellung (4-6 mmol/l) bei Typ-2-Diabetikern oder Nicht-Diabetikern wird nicht empfohlen.
  • Patienten mit hohem Komplikationsrisiko sollten in spezialisierten Aufwachbereichen (z.B. IMC, ITS) überwacht werden.
  • Ein Enhanced Recovery Programme (ERP) sollte bei elektiven großen oder komplexen Eingriffen Standard sein.
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Hintergrund

Die perioperative Versorgung umfasst die Betreuung von Patienten vor, während und nach chirurgischen Eingriffen. Die NICE-Leitlinie fokussiert sich auf die Standardisierung der Versorgung, um postoperative Komplikationen zu reduzieren.

EingriffskategorieDefinition / Beispiele
High-risk surgeryEingriffe mit einer Mortalitätsrate von >5%
Major / complex surgeryz.B. Hysterektomie, Gelenkersatz, Kolonresektion, Lungen-OPs
Intermediate surgeryz.B. Inguinalhernie, Tonsillektomie, Kniearthroskopie

Präoperative Versorgung

  • Risikostratifizierung: Nutzen Sie validierte Tools zur Risikobewertung als Ergänzung zur klinischen Einschätzung.
  • Ernährung: Bieten Sie Patienten vor mittelschweren, großen oder komplexen Eingriffen ein präoperatives Ernährungsscreening an.
  • Anämie-Management: Bei Nebenwirkungen durch tägliche orale Eisengabe sollte ein alternierendes Dosierungsschema (jeden zweiten Tag) erwogen werden.
  • Enhanced Recovery: Bieten Sie Patienten bei elektiven großen/komplexen Eingriffen ein Enhanced Recovery Programme (ERP) an, das prä-, intra- und postoperative Komponenten umfasst.

Intraoperatives Management

Nüchternheit und Flüssigkeiten

MaßnahmeEmpfehlungBemerkung
Klare FlüssigkeitenBis 2 Stunden vor OP erlaubtWasser, Saft ohne Fruchtfleisch, Kaffee/Tee ohne Milch. Reduziert Übelkeit und Kopfschmerzen.
Kohlenhydrat-DrinksErwägenBei großen/komplexen abdominellen Eingriffen.
IV-FlüssigkeitKristalloide erwägenZur intraoperativen Erhaltungstherapie.

Monitoring und Blutzucker

  • Herzzeitvolumen-Monitoring: Erwägen bei großen, komplexen oder Hochrisiko-Eingriffen.
  • Blutzuckerkontrolle: Setzen Sie keine blutzuckersenkenden Medikamente ein, um eine strikte Einstellung (4 bis 6 mmol/l) bei Typ-2-Diabetikern oder Nicht-Diabetikern zu erzwingen.
  • Sicherheit: Die WHO Surgical Safety Checklist muss bei jedem Eingriff (inkl. zahnmedizinischer) vollständig durchgeführt werden.

Postoperative Schmerztherapie

Die Leitlinie empfiehlt einen multimodalen Ansatz, bei dem Analgetika verschiedener Klassen kombiniert werden.

WirkstoffklasseEmpfehlungWichtige Hinweise
ParacetamolOral vor und nach der OPIV-Gabe nur, wenn orale Einnahme unmöglich ist.
NSAIDsOral (z.B. Ibuprofen) bei akutem SchmerzKeine IV-Gabe, außer oral ist unmöglich. Bei IV-Gabe traditionelle NSAIDs bevorzugen (keine COX-2-Hemmer). Ausnahme: Keine NSAIDs nach Hüftfraktur.
OpioideOral (immediate-release) bei mittel/starkem SchmerzGabe sobald Essen/Trinken möglich ist. Dosis an funktionelle Erholung anpassen.
PCA / EpiduralBei Unmöglichkeit oraler OpioideEpidural erwägen bei großen offenen Torso-OPs, starken Schmerzen oder kognitiver Einschränkung.
Ketamin (IV)Einzeldosis (0,25 bis 1 mg/kg) erwägenWährend/direkt nach OP, wenn IV-Opioide nicht ausreichen oder eine Opioid-Sensitivität vorliegt.

Postoperative Überwachung

Patienten mit einem hohen Risiko für Komplikationen oder Mortalität müssen in einem spezialisierten Aufwachbereich (High-Dependency Unit, Post-Anaesthesia Care Unit oder Intensivstation) überwacht werden.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie auf die routinemäßige intravenöse Gabe von Paracetamol und NSAIDs, wenn der Patient orale Medikamente einnehmen kann. Erlauben Sie klare Flüssigkeiten bis 2 Stunden vor Schnitt.

Häufig gestellte Fragen

Klare Flüssigkeiten (Wasser, Kaffee/Tee ohne Milch, Saft ohne Fruchtfleisch) sind bis 2 Stunden vor dem Eingriff erlaubt.
Intravenöses Paracetamol soll nur verabreicht werden, wenn der Patient keine oralen Medikamente einnehmen kann.
Nein, bei Typ-2-Diabetikern und Nicht-Diabetikern wird eine solch strikte Blutzuckereinstellung nicht empfohlen.
Ein multimodaler Ansatz mit oralem Paracetamol und oralen NSAIDs (z.B. Ibuprofen). Orale, schnell freisetzende Opioide sollten nur bei zu erwartenden mittleren bis starken Schmerzen gegeben werden.
Eine Einzeldosis (0,25 bis 1 mg/kg) kann erwogen werden, wenn mittlere bis starke Schmerzen erwartet werden und ein IV-Opioid allein nicht ausreicht oder eine Opioid-Sensitivität besteht.

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