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NICE

Nierenersatztherapie & konservatives Management (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der Start einer Dialyse erfolgt bei urämischen Symptomen oder asymptomatisch bei einer eGFR von 5-7 ml/min/1.73 m².
  • Die Vorbereitung auf eine Nierenersatztherapie sollte mindestens 1 Jahr vor dem voraussichtlichen Bedarf beginnen.
  • Präemptive Lebendspenden-Transplantationen sind bei geeigneten Spendern zu bevorzugen.
  • Ein AV-Fistel-Zugang sollte ca. 6 Monate, ein Peritonealdialyse-Katheter ca. 2 Wochen vor Dialysebeginn angelegt werden.
  • Patienten dürfen nicht allein aufgrund ihres BMIs von einer Nierentransplantation ausgeschlossen werden.
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Hintergrund

Die chronische Niereninsuffizienz (CKD) kann im Endstadium eine Nierenersatztherapie (RRT) oder ein konservatives Management erforderlich machen. Die RRT umfasst die Nierentransplantation sowie verschiedene Dialyseverfahren (Hämodialyse und Peritonealdialyse). Die Entscheidung für eine Therapieform muss individuell und unter Einbezug der Patientenpräferenzen getroffen werden.

Indikation zum Dialysebeginn

Die Entscheidung zum Start einer Dialyse muss gemeinsam mit dem Patienten (und ggf. Angehörigen) getroffen werden.

KriteriumAuslöser für Dialysebeginn
SymptomatischUrämie-Symptome mit Einfluss auf den Alltag, unkontrollierbare Überwässerung oder biochemische Parameter
AsymptomatischeGFR von ca. 5 bis 7 ml/min/1.73 m²

Hinweis: Vor dem Start aufgrund von Symptomen muss ausgeschlossen werden, dass diese durch nicht-renale Begleiterkrankungen verursacht werden.

Vorbereitung und Assessment

Die Beurteilung für eine RRT oder ein konservatives Management sollte mindestens 1 Jahr vor dem voraussichtlichen Bedarf beginnen.

  • Psychologische Beurteilung: Eine Vorstellung beim klinischen Psychologen oder Psychiater sollte erwogen werden bei:
    • Allen Kindern und Jugendlichen vor einer Transplantation.
    • Erwachsenen vor Transplantation mit Risikofaktoren (z.B. mangelnde soziale Unterstützung, Non-Adhärenz, psychische Erkrankungen, kognitive Einschränkungen, Substanzmissbrauch).

Wahl der Therapie-Modalität

Patienten muss eine Wahl zwischen RRT und konservativem Management angeboten werden. Die Entscheidung basiert auf Lebensqualität, Lebenserwartung und Begleiterkrankungen.

ModalitätEmpfehlung / Zielgruppe
TransplantationPräemptive Lebendspende bevorzugen. Ausschluss nicht allein aufgrund des BMI.
Peritonealdialyse (PD)Erste Wahl für Kinder ≤ 2 Jahre. Wahl zwischen CAPD und APD anbieten.
Hämodialyse (HD/HDF)Im Zentrum: HDF gegenüber HD erwägen. Zu Hause: HDF oder HD erwägen.

Planung des Gefäßzugangs

Die Anlage des Dialysezugangs erfordert eine vorausschauende Planung, um Komplikationen zu vermeiden:

ZugangsartEmpfohlener Zeitpunkt der AnlageDiagnostik
AV-Fistel (HDF/HD)Ca. 6 Monate vor Dialysebeginn (zur Ausreifung)Ultraschall zur Bestimmung der Gefäßzugangsstellen anbieten
PD-Katheter (offen-chirurgisch)Ca. 2 Wochen vor Dialysebeginn-

Wechsel oder Beendigung der Therapie

  • Ein Wechsel oder Abbruch der RRT sollte im Voraus geplant werden.
  • Bei Schwangerschaft(swunsch) ist spezialistischer Rat einzuholen.
  • Ein routinemäßiger Wechsel von PD auf eine andere Modalität zur Vorbeugung zukünftiger Komplikationen (z.B. sklerosierende Peritonitis) wird nicht empfohlen. Risikofaktoren (z.B. Ultrafiltrationsverlust) müssen jedoch überwacht werden.

Symptommanagement

Patienten unter RRT oder konservativem Management leiden häufig unter vielfältigen Symptomen, die aktiv erfragt werden müssen:

KategorieTypische Symptome
AllgemeinAtemnot, Fatigue, Juckreiz, Schmerzen, Gewichtsveränderungen, Schlaflosigkeit
Gastrointestinal/UrologischÜbelkeit, Bauchkrämpfe, veränderte Stuhl-/Uringewohnheiten
Neurologisch/PsychologischKognitive Einschränkungen, Depression, Angst, sexuelle Dysfunktion
MuskuloskelettalMuskelkrämpfe, Restless-Legs-Syndrom

Ernährung und Flüssigkeit

Zu Beginn der Dialyse oder des konservativen Managements muss ein vollständiges Ernährungsassessment durch eine spezialisierte Ernährungsfachkraft erfolgen. Dies umfasst Gewichtshistorie, Flüssigkeitsaufnahme, Elektrolyte (Natrium, Kalium, Phosphat), Proteine und Mikronährstoffe. Nach einer Transplantation sollte ebenfalls eine Ernährungsberatung angeboten werden. Eine Re-Evaluation ist bei Wechsel der Modalität oder veränderten biochemischen Parametern indiziert.

💡Praxis-Tipp

Planen Sie die Anlage einer AV-Fistel frühzeitig (ca. 6 Monate vor Dialysebeginn) und nutzen Sie routinemäßig Ultraschall zur Gefäßdarstellung. Fragen Sie aktiv nach Symptomen wie Fatigue, Juckreiz oder sexueller Dysfunktion, da Patienten diese oft nicht von sich aus berichten.

Häufig gestellte Fragen

Bei asymptomatischen Patienten sollte der Dialysebeginn bei einer eGFR von ca. 5 bis 7 ml/min/1.73 m² erwogen werden.
Die Beurteilung und Vorbereitung sollte mindestens 1 Jahr bevor die Therapie voraussichtlich benötigt wird beginnen.
Etwa 6 Monate vor dem geplanten Dialysebeginn, um ausreichend Zeit für die Ausreifung der Fistel zu gewährleisten.
Nein, laut Leitlinie darf ein Patient nicht allein auf Basis seines BMI von einer Nierentransplantation ausgeschlossen werden.
Für Kinder unter 2 Jahren sollte die Peritonealdialyse als erste Wahl in Betracht gezogen werden.

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