Morbus Crohn: Diagnostik, Therapie und Remissionserhalt
Hintergrund
Die aktualisierte S3-Leitlinie der AWMF und DGVS (2024) definiert den aktuellen Standard für die Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn.
Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung ist durch einen diskontinuierlichen, transmuralen Befall gekennzeichnet, der den gesamten Gastrointestinaltrakt betreffen kann. Die klinische Präsentation variiert stark und reicht von milden Verläufen bis hin zu schweren Komplikationen wie Fisteln und Stenosen.
Ziel der Leitlinie ist es, durch einen strukturierten Einsatz von medikamentösen und chirurgischen Maßnahmen eine steroidfreie Remission sowie eine Normalisierung der Lebensqualität zu erreichen. Dabei wird zunehmend auch die mukosale Heilung als wichtiges Therapieziel diskutiert.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fallstrick ist die Einleitung einer immunsuppressiven Therapie bei perianalen Fisteln ohne vorherige ausreichende Bildgebung. Die Leitlinie warnt davor, Biologika oder Immunsuppressiva einzusetzen, bevor ein begleitender Abszess mittels MRT oder Endosonografie sicher ausgeschlossen oder chirurgisch drainiert wurde. Zudem wird betont, dass bei einem isolierten, kurzstreckigen Ileozökalbefall eine frühzeitige chirurgische Resektion eine gleichwertige Alternative zur medikamentösen Therapie mit Infliximab darstellt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollte das Ansprechen innerhalb der ersten drei Monate nach Therapiebeginn evaluiert werden. Hierfür wird eine Kombination aus klinischen Parametern, CRP, fäkalem Calprotectin und der Darmsonografie empfohlen.
Eine intravenöse Eisensubstitution wird bei aktiver Entzündung, bei moderater bis schwerer Anämie oder bei Unverträglichkeit oraler Präparate empfohlen. Bei inaktiver Erkrankung und milder Anämie kann eine orale Substitution erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt, eine Therapie mit TNF-alpha-Inhibitoren bei stabilem Krankheitsverlauf während der Schwangerschaft fortzuführen. Auch Vedolizumab und Ustekinumab können nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung weitergegeben werden.
Aufgrund heterogener Studiendaten und einer geringen klinischen Wirksamkeit kann der Einsatz von Mesalazin zur Remissionsinduktion laut Leitlinie nicht mit ausreichender Evidenz empfohlen werden.
Es gibt keine generelle Empfehlung zur Dauer der Erhaltungstherapie. Bei einer langjährigen, stabilen und steroidfreien Remission mit mukosaler Heilung kann ein Absetzen der Immunsuppression erwogen werden.
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Quelle: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn (AWMF 021-004, 2024) (AWMF / DGVS, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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