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Zöliakie: Diagnostik & Klinik – S2k-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF / DGVS Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Zöliakie zeigt ein hochvariables klinisches Bild und kann sich in jedem Lebensalter manifestieren.
  • Voraussetzung für eine zuverlässige Diagnostik ist eine regelmäßige und ausreichende Glutenzufuhr.
  • Die initiale serologische Diagnostik besteht aus der Bestimmung von tTG-IgA und dem Gesamt-IgA im Serum.
  • Bei einem IgA-Mangel müssen IgG-basierte Tests herangezogen werden, gefolgt von einer zwingenden Biopsie.
  • Bei Kindern und Jugendlichen kann unter strengen Kriterien (tTG-IgA ≥10-fach erhöht, EMA-IgA positiv) auf eine Biopsie verzichtet werden.
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Hintergrund

Die Zöliakie ist das "Chamäleon der Gastroenterologie" und kann sich in jedem Lebensalter mit variablen gastrointestinalen und extraintestinalen Symptomen manifestieren. Es gibt kein klinisches Bild (auch nicht Adipositas), das eine Zöliakie per se ausschließt. Die Dermatitis herpetiformis Duhring stellt eine Sonderform mit vorrangiger Manifestation an der Haut dar.

Formen der Zöliakie (Oslo-Klassifikation)

FormKlinikSerologieHistologie
KlassischZeichen der MalabsorptionPositivMarsh 2 oder 3
SymptomatischUnspezifische gastrointestinale oder extraintestinale SymptomePositivMarsh 2 oder 3
SubklinischOhne klinische Symptome, aber auffällige LaborwertePositivMarsh 2 oder 3
PotenziellKeine oder wenig spezifische SymptomePositivMarsh 0 oder 1
RefraktärZeichen der Malabsorption und Zottenatrophie trotz Diät über 12 MonateVariabelMarsh 3

Voraussetzung für die Diagnostik

Voraussetzung für die Zuverlässigkeit der serologischen und histopathologischen Diagnostik ist eine regelmäßige und ausreichende Zufuhr von Gluten.

  • Vor Einleitung der Diagnostik muss die Glutenzufuhr anamnestisch erhoben werden.
  • Wurde bereits eine glutenfreie Diät begonnen, ist eine Glutenbelastung (ca. 10 g Gluten/Tag für vorzugsweise 3 Monate) erforderlich.

Serologische Diagnostik

Als erster Schritt der Abklärung soll unter glutenhaltiger Kost die Serologie erfolgen.

  • Initiale Diagnostik: Es sollen ausschließlich IgA-Antikörper gegen Gewebs-Transglutaminase (tTG-IgA) sowie das Gesamt-IgA im Serum bestimmt werden.
  • Nicht empfohlene Tests: dGP-IgG/IgA, EMA-IgA/IgG, tTG-IgG (außer bei IgA-Mangel) sowie Antikörper gegen natives Gliadin (AGA), Zonulin, Stuhl-/Speicheltests und Blut-Schnelltests sollen nicht zur initialen Diagnostik verwendet werden.

Vorgehen bei IgA-Mangel

Bei einem erniedrigten Gesamt-IgA und negativem tTG-IgA müssen IgG-basierte Tests angewendet werden:

KonstellationEmpfohlene DiagnostikBemerkung
IgA-Mangel und tTG-IgA negativtTG-IgG, EMA-IgG oder dGP-IgG bestimmenBei positivem IgG-Test ist zwingend eine Duodenalbiopsie zur Sicherung erforderlich.

Zöliakie-Diagnose ohne Biopsie

Unter strengen Kriterien kann auf eine Dünndarmbiopsie verzichtet werden:

  • Kinder und Jugendliche (<18 Jahre):
    • tTG-IgA-Konzentration ≥ 10-facher Grenzwert
    • Bestätigung durch positiven EMA-IgA-Test in einer zweiten Blutprobe
    • Aufklärung durch eine/n Kindergastroenterologin/en
  • Erwachsene:
    • Nur bei Kontraindikation zur Endoskopie (z. B. Gerinnungsstörung)
    • tTG-IgA > 10-facher Grenzwert und EMA-IgA positiv in zweiter Blutprobe
    • Schriftliche Bestätigung durch eine/n Gastroenterologin/en

💡Praxis-Tipp

Stellen Sie vor jeder Zöliakie-Diagnostik sicher, dass sich die Patienten glutenhaltig ernähren. Bei bereits begonnener Diät ist eine Glutenbelastung (ca. 10 g/Tag für 3 Monate) erforderlich, da sonst falsch-negative Ergebnisse drohen.

Häufig gestellte Fragen

Es sollen ausschließlich IgA-Antikörper gegen Gewebs-Transglutaminase (tTG-IgA) sowie das Gesamt-IgA im Serum bestimmt werden.
Bei Kindern und Jugendlichen mit tTG-IgA ≥10-fach der Norm und positivem EMA-IgA in einer zweiten Blutprobe. Bei Erwachsenen nur bei Kontraindikation zur Endoskopie.
Durch Bestimmung von IgG-basierten Antikörpern (tTG-IgG, EMA-IgG oder dGP-IgG) und zwingend einer anschließenden Duodenalbiopsie.
Nein, diese werden von der Leitlinie ausdrücklich nicht empfohlen.

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