Metamizol: Indikation, Dosierung und Kontraindikation
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem pharmakologischen Profil der DrugBank-Datenbank. Metamizol (Dipyrone) ist ein stark wirksames Analgetikum und Antipyretikum aus der Wirkstoffklasse der Pyrazolone.
Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass die Substanz die Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2 im zentralen Nervensystem sowie in der Peripherie hemmt und absteigende schmerzhemmende Bahnen aktiviert.
Zusätzlich besitzt Metamizol eine ausgeprägte spasmolytische Komponente. Aufgrund des Risikos einer potenziell lebensbedrohlichen Agranulozytose ist das Medikament in vielen Ländern nicht zugelassen, wird jedoch im deutschsprachigen Raum weiterhin häufig eingesetzt.
Empfehlungen
Indikationen
Laut DrugBank-Profil ist Metamizol für spezifische klinische Situationen vorgesehen, in denen andere Therapieoptionen nicht ausreichen. Zu den Hauptindikationen zählen:
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Starke Schmerzen, wenn andere Analgetika unzureichend wirken
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Hohes Fieber, das refraktär gegenüber Paracetamol oder Ibuprofen ist
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Spastische Schmerzen, wie beispielsweise bei Gallen- oder Nierenkoliken
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Postoperative Schmerzzustände
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Das Profil warnt vor schwerwiegenden Nebenwirkungen. Das Risiko für eine Agranulozytose wird je nach geografischer Region mit 1:1.500 bis 1:100.000 angegeben.
Zudem wird auf die Gefahr einer Hypotonie hingewiesen, die insbesondere bei intravenöser Gabe und in Abhängigkeit von der Injektionsgeschwindigkeit auftritt. Weitere mögliche Nebenwirkungen umfassen Anaphylaxie und in seltenen Fällen das Stevens-Johnson-Syndrom.
Gastrointestinale Beschwerden treten laut Quelle seltener auf als bei klassischen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).
Wichtige Interaktionen
Es wird auf mehrere klinisch relevante Wechselwirkungen hingewiesen, die bei der Verordnung beachtet werden sollten:
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Methotrexat: Erhöhung der Toxizität
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Chlorpromazin: Risiko einer schweren Hypothermie
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Ciclosporin: Reduktion der Wirkstoffspiegel
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Antikoagulanzien: Erhöhtes Blutungsrisiko
-
Andere myelotoxische Medikamente: Additive Knochenmarksuppression
Dosierung
Die DrugBank-Datenbank gibt folgende Dosierungsrichtlinien für Metamizol an:
| Applikationsweg | Einzeldosis | Intervall | Tageshöchstdosis | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Oral (PO) | 500-1000 mg | alle 6-8 Stunden | 4 g (4000 mg) | - |
| Intravenös (IV) | 500-1000 mg | alle 6-8 Stunden | 4 g (4000 mg) | Langsame Infusion über >15 Minuten |
Es wird betont, dass bei einer intravenösen Verabreichung die Infusion langsam über mindestens 15 Minuten erfolgen sollte, um das Risiko eines Blutdruckabfalls zu minimieren.
Kontraindikationen
Gemäß dem pharmakologischen Profil bestehen für Metamizol folgende Kontraindikationen:
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Erkrankungen des Knochenmarks
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Akute hepatische Porphyrie
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Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel)
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Das letzte Trimenon der Schwangerschaft
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Aspirin-intolerantes Asthma (Analgetika-Asthma)
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Säuglinge unter 3 Monaten
💡Praxis-Tipp
Die Quelle betont die Wichtigkeit der Aufklärung bezüglich der Frühsymptome einer Agranulozytose. Es wird empfohlen, Betroffene darauf hinzuweisen, bei neu auftretendem Fieber in Kombination mit Halsschmerzen umgehend eine ärztliche Kontrolle inklusive Blutbildbestimmung zu veranlassen. Zudem wird vor einer zu schnellen intravenösen Injektion gewarnt, da diese dosisabhängig zu einer schweren Hypotonie führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut DrugBank-Profil ist Metamizol bei hohem Fieber indiziert, wenn dieses refraktär gegenüber Standardantipyretika wie Paracetamol oder Ibuprofen ist. Es gilt somit als Reservemittel für diese Indikation.
Die Quelle warnt vor einer schnellen intravenösen Gabe aufgrund des Risikos eines starken Blutdruckabfalls. Es wird empfohlen, die intravenöse Verabreichung als langsame Infusion über mindestens 15 Minuten durchzuführen.
Gemäß dem pharmakologischen Profil sind Fieber und Halsschmerzen typische Warnsignale für eine Agranulozytose. Bei Auftreten dieser Symptome wird eine sofortige Bestimmung des Blutbildes empfohlen.
Das Profil nennt das letzte Trimenon der Schwangerschaft als absolute Kontraindikation für die Anwendung von Metamizol.
Die gleichzeitige Gabe von Metamizol und Ciclosporin kann laut Quelle zu reduzierten Ciclosporin-Spiegeln im Blut führen. Dies erfordert eine entsprechende Überwachung der Therapie.
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Quelle: DrugBank: Metamizole (Dipyrone) - Pharmacological Profile (DrugBank Open Data, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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