Magnesium parenteral: Dosierung und Medikationsfehler
Hintergrund
Die Drug Safety Mail 2023-43 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) thematisiert ein erhebliches Sicherheitsrisiko bei der Verabreichung von Magnesium-haltigen Parenteralia. Basis ist eine aktuelle Information der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).
Parenterales Magnesium wird im klinischen Alltag unter anderem bei schweren Hypomagnesiämien, Eklampsie oder bestimmten Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Eine exakte Dosierung ist hierbei essenziell, da Überdosierungen zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen können.
Auslöser für die aktuelle Warnung sind gemeldete Medikationsfehler aus der Praxis. Bei diesen kam es aufgrund von Missverständnissen bei der Kennzeichnung der Ampullen zu schwerwiegenden Magnesium-Überdosierungen.
💡Praxis-Tipp
Es wird dringend geraten, bei der Verordnung und Vorbereitung von parenteralen Magnesium-Infusionen die genaue Deklaration der jeweiligen Ampulle (mg, mmol/ml oder %) zu überprüfen. Laut AkdÄ darf keinesfalls von einem identischen Gesamtvolumen auf eine identische Magnesium-Konzentration geschlossen werden. Eine genaue Kontrolle der berechneten Dosis anhand der spezifischen Ampullenbeschriftung ist essenziell, um schwerwiegende Überdosierungen zu verhindern.
Häufig gestellte Fragen
Die AkdÄ warnt vor schwerwiegenden Medikationsfehlern durch Überdosierungen. Diese entstehen durch die aktuell sehr uneinheitliche Kennzeichnung der Wirkstoffmengen auf den Ampullen verschiedener Hersteller.
Laut AkdÄ erfolgt die Angabe teils als absolute Menge (z. B. 400 mg), teils als Stoffmengenkonzentration (z. B. 2 mmol/ml) oder als Massenkonzentration (z. B. 50 %). Zudem wird variierend auf Magnesium-Ionen oder das Magnesium-Salz Bezug genommen.
Es wird davor gewarnt, Ampullen allein anhand ihres Volumens gleichzusetzen. Die AkdÄ betont, dass Ampullen mit identischem Gesamtvolumen völlig unterschiedlich konzentriert sein können.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Information der AMK: Magnesium-haltige Parenteralia: Risiko von Medikationsfehlern aufgrund unterschiedlicher Darstellung der jeweiligen (AkdÄ, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ: AMK informiert: Schreiben des BMG zur mengenbeschränkten Abgabe vom Paracetamol.
AkdÄ: Ergänzende Klarstellung zur Information von AMK/ZL zu Mounjaro (Tirzepatid): Probleme bei der Entnahme der letzten Dosis
AkdÄ: Umfrage des Paul-Ehrlich-Instituts zur Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen.
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Haldol® (Tabletten, Tropfen zum
AkdÄ: Bedarfsgerechte Verordnung von Arzneimitteln – Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit.
AkdÄ: Niederländische Empfehlungen zur sicheren Anwendung von Arzneimitteln bei Leberzirrhose.
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Hydrocortison 100-Rotexmedica: Chargenrückruf.
AkdÄ: Information der AMK: Otriven® gegen Schnupfen 0,025 %
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen